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Obst-Fach√ľbersetzer fragt nach 'Apfel' - 3 Fragen
Thread poster: Klaus Herrmann

Klaus Herrmann  Identity Verified
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Jan 31, 2004

Hier die Ausgangslage: Jemand beschreibt sich in seinem Profil als Spezialist f√ľr Obst-√úbersetzungen. Anschlie√üend schie√üt er eine Reihe von Frage wie "Apfel", "Birne", "Limone" und ab und zu auch mal einen schwierigeren Begriff ab.

Frage 1: Hat man das Recht, zu urteilen und dem betreffenden Kollegen zu raten, sich fachkompetenten Rat zu holen? Es sind ja unendlich viele Szenarien denkbar. Die eine Extrempositionen: jemand, dem das Ergebnis seiner Arbeit ganz egal ist und der nur auf eine schnelle Mark aus ist. Die andere Extremposition: jemand teilt sich sein B√ľro mit einem Obstfachmann, der letzte Woche vor den Baum gefahren ist. Jetzt muss sich der Kollege zu allem Kummer auch noch alleine durch den Obsttext schlagen.
Im ersten Fall h√§tte ich kaum Skrupel, dem "Kollegen" auch √∂ffentlich zu sagen, dass Schafz√ľchter auch ein sch√∂ner Beruf ist. Im zweiten Fall w√ľrde ich u.U. sogar kostenlos meine Hilfe anbieten (sofern ich Obstfachmann w√§re).

Frage 2: Wie reagiert man auf Antwortvorschläge von jemandem, der in seinem Fachgebiet bestimmt sehr kompetent ist, aber leider keinerlei Obst-Kenntnisse hat und der aus regelmäßig, von ganz unterschiedlichen Kollegen abgegebenen Disagrees nur die Schlussfolgerung zieht, dass die Welt gemein sei? Anders formuliert - wie vermittelt man die Erkenntnis "si tacuisses, philosophus mansisses"?

Frage 3: Habt ihr eine Schmerzgrenze, bei deren √úberschreiten ihr Eure Antworten und Kommentare zur√ľckzieht? Wenn ja, wo liegt die? Oder √ľberwiegt der Konkurrenzaspekt, dass man seine Kompetenz in Obstsektor hier besonders einfach demonstrieren kann?

Eines ist mir noch wichtig: anders als bei meinem Bindestrich-Wutanfall möchte ich hier niemanden angreifen. Die Fragen sind wirklich als Fragen gemeint.


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Jerzy Czopik  Identity Verified
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Elefantenhaut Jan 31, 2004

Klaus Herrmann wrote:

Hier die Ausgangslage: Jemand beschreibt sich in seinem Profil als Spezialist f√ľr Obst-√úbersetzungen. Anschlie√üend schie√üt er eine Reihe von Frage wie "Apfel", "Birne", "Limone" und ab und zu auch mal einen schwierigeren Begriff ab.

Frage 1: Hat man das Recht, zu urteilen und dem betreffenden Kollegen zu raten, sich fachkompetenten Rat zu holen? Es sind ja unendlich viele Szenarien denkbar. Die eine Extrempositionen: jemand, dem das Ergebnis seiner Arbeit ganz egal ist und der nur auf eine schnelle Mark aus ist. Die andere Extremposition: jemand teilt sich sein B√ľro mit einem Obstfachmann, der letzte Woche vor den Baum gefahren ist. Jetzt muss sich der Kollege zu allem Kummer auch noch alleine durch den Obsttext schlagen.
Im ersten Fall h√§tte ich kaum Skrupel, dem "Kollegen" auch √∂ffentlich zu sagen, dass Schafz√ľchter auch ein sch√∂ner Beruf ist. Im zweiten Fall w√ľrde ich u.U. sogar kostenlos meine Hilfe anbieten (sofern ich Obstfachmann w√§re).


Die Antwort darauf ist eigentlich sehr einfach. KudoZ-Regeln sind eideutig und besagen, dass wir nicht √ľber die Frage und den Fragesteller urteilen, egal was er auch so fragt. Also keine Szenarien in die Antwort bzw. in den Kommentaren usw.



Frage 2: Wie reagiert man auf Antwortvorschläge von jemandem, der in seinem Fachgebiet bestimmt sehr kompetent ist, aber leider keinerlei Obst-Kenntnisse hat und der aus regelmäßig, von ganz unterschiedlichen Kollegen abgegebenen Disagrees nur die Schlussfolgerung zieht, dass die Welt gemein sei? Anders formuliert - wie vermittelt man die Erkenntnis "si tacuisses, philosophus mansisses"?


Man ignoriert ihn, denn schlie√ülich erziehen werden wir ihn nicht k√∂nnen, und pers√∂nliche Angriffe - gleich welcher Art - sind aus offensichtlichen Gr√ľnden nicht erlaubt. Selbst wenn sie erlaubt w√§ren, w√ľrde ich davon absehen, denn das f√ľhrt zu nichts, m√∂glicherweise verrennt man sich noch dabei und es tut einem hinterher nur leid, sich so sehr provoziert haben zu lassen.



Frage 3: Habt ihr eine Schmerzgrenze, bei deren √úberschreiten ihr Eure Antworten und Kommentare zur√ľckzieht? Wenn ja, wo liegt die? Oder √ľberwiegt der Konkurrenzaspekt, dass man seine Kompetenz in Obstsektor hier besonders einfach demonstrieren kann?


Ganz eindeutig ja. Einem Beispielkandidaten aus Frage 1 w√ľrde ich prinzipiell nur dann Antworten, wenn ich die Gr√ľnde f√ľr seine Fragen erkennen k√∂nnte. Ich muss zugeben, dass ich einem mir bekannten Kollegen auch solche Frage beantwortet h√§tte, aber anderseits wei√ü ich auch, dass diese solche banale Fragen nicht stellen w√ľrde. Ich verstehe Deinen Frust sehr gut, denn es passiert schon √∂fters, dass sich Leute als professionelle √úbersetzer darstellen, obwohl sie die notwendigen Kenntnisse nicht besitzen. Das ist leider bei den technischen √úbersetzungen sehr oft der Fall, weil sich fast jeder denkt, er (sie) k√∂nnte Technik ohne weiteres √ľbersetzen, da w√§re nichts dabei. Dann entstehen solche Bl√ľmchen, wie die √úbersetzungen von "Doppeltonhorn" in "Doppelhupe", "Testroutine" in "Hauptprogram", "Abregeldrehzahl" in "verringerte Drehzahl" und √§hnliches.
Nochmals, pers√∂nliches hat in KudoZ nichts zu suchen, denn das f√ľhrt oft zu unn√∂tigen Mi√üverst√§ndnissen. Wie sollten wir auch verhindern, dass Dein Obstspezialist nicht nach √Ąpfel und Birnen fragt? Soll man den √∂ffentlich an den Pranger stellen? Das geht doch nicht.


Eines ist mir noch wichtig: anders als bei meinem Bindestrich-Wutanfall möchte ich hier niemanden angreifen. Die Fragen sind wirklich als Fragen gemeint.


Aus meiner ganz persönlichen Sicht hast Du mit Deinem Wutanfall niemanden angegriffen, sondern die saubere Sprache dort verteidigt, wo sie auch hingehört. Das war dort auch sehr gut und klar zu lesen.

Sch√∂ne Gr√ľ√üe
Jerzy

[Edited at 2004-01-31 15:55]


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Genevi√®ve von Levetzow  Identity Verified
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Seufz-Seufz-Seufz;) Jan 31, 2004

Antwort 1: Ja (vorausgesetzt Szenario 2 oder vergleichbares ist eingetreten).

Wir hatten neulich im frz. Forum den Fall einer Reihe von medizinischen ‚Äď sehr elementaren - Fragen. Es ging nicht um √Ąpfel und Birnen, sondern um toxischen Schock, Blutdruck u.√§.m.
Eine sehr kompetente und hilfreiche Kollegin hat zuerst gefragt, ob es die erste medizinische √úbersetzung der Fragestellenden sei. Als keine Antwort darauf kam, hat die Kollegin ihre Mitarbeit geweigert und uns geraten, das gleiche zu tun. Sie hat noch hinzugef√ľgt, dass sie sich missbraucht f√ľhle.
Leider haben sich viele der Kollegen munter weiter geantwortet:(

Und langsam habe ich es mehr als satt, Fragen zu sehen, die eigentlich im Kompetenzbereich des Fragestellenden (seinem Profil nach) liegen sollten. Wenn sich jemand als IT-Expert ausgibt und nach der √úbersetzung von Datenbank in eine seiner Arbeitssprachen fragt, ist er einfach ein Hochstapler oder leidet an einer f√ľrchterlichen Selbst√ľbereinsch√§tzung. Es ist nicht meine Aufgabe zu entscheiden, welche dieser beiden M√∂glichkeiten zutrifft, und mich mit der Unredlichkeit dieses Menschen oder auch mit seinen seelischen Abgr√ľnden auseinanderzusetzen.

Ich habe mich bisher immer jeglicher Kommentare enthalten und nicht gefragt, warum jemand solche Fragen stellt. Als es mir zu bunt wurde, habe ich meine freiwillige Mitarbeit eingestellt.

W√ľrde ich die Fragen kommentieren, bek√§me ich dann postwendend ein nettes Mailchen, da mein Verhalten Kudoz/Proz regelwidrig w√§re.

Ist aber das Verhalten solcher Kollegen nicht viel mehr regelverletzend als unsere Disagrees im sarkastischen Ton???

Antwort 2:
Weiß ich nicht, langsam gebe ich es auf;). Es scheint mir ein hoffnungsloses Unterfangen gegen die menschliche Dummheit ankämpfen zu wollen.

Antwort 3:
Die Schmerzgrenze ist bei mir schon fast erreicht.
Ich sehe tagt√§glich in meiner sehr knappen Zeit haarstr√§ubende Antworten. Wenn ich mit 100%-Sicherheit ‚Äď und ohne lange Recherchen - die Falschheit einer Antwort belegen kann, tue ich es noch manchmal. Wenn ich wei√ü, dass die Antwort falsch ist, die Zeit oder die n√∂tigen Kompetenzen aber nicht habe, lasse ich es einfach sein ‚Äď und hoffe, dass ein Kollege einspringt

Konkurrenz… unter dem Aspekt habe ich das ganze Frage-Antwort-Spiel nie gesehen, ich habe es immer viel mehr als eine intellektuelle Ablenkung und als eine Suche nach Wahrheiten in sehr kleinen Welt-Ausschnitten betrachtet.

Zum guten Letzt

Ich finde wie Klaus die letztere Entwicklung auf Proz mehr als bedenklich. Es hat eine Zeit gegeben, wo mir das Besuchen der verschiedenen Foren einen unheimlichen Spa√ü gemacht hat ‚Äď vor allen Dingen der englischen-deutschen Sektion ‚Äď weil Teamarbeit angesagt war und weil ich dabei immer eine ganze Menge gelernt habe.
Wenn die Verschlechterung aber weiter fortschreitet und der Kampf um irgendwelche Punkte so munter weiter geht, ist es fast nur Zeitverlust.

Geneviève:)


[Edited at 2004-01-31 16:36]

[Edited at 2004-01-31 16:37]


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Mats Wiman  Identity Verified
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MODERATOR
Gut und moderat kommentiert, Jerzy! Jan 31, 2004

Ich möchte es ein bisschen direkter und brutaler ausdrucken:
Es geht niemanden von uns an, warum jemand eine Frage stellt.
Lösung:
Wenn dir eine Frage nicht gefällt, wähle bitte die nächste.


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Klaus Herrmann  Identity Verified
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TOPIC STARTER
Und dann, Mats? Jan 31, 2004

Also ohne Widerstand hinnehmen, dass aus ProZ AmateurZ wird? Und der Kunden erh√§lt eine defacto unbrauchbare √úbersetzung? Geht unsere Toleranz auch so weit, dass ich jede Frage mit einer Beleidigung abschlie√üen darf? Wo ziehst Du da die Grenze, Mats? Und ich darf jede Frage mit dem Wort "H√ľhnerfurz" beantworten, weil es so sch√∂n universell ist und eigentlich auf jede Frage passt?

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Uwe Kirmse  Identity Verified
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H√ľhnerfurz Jan 31, 2004

Wei√üt du, Klaus, solche Leute gibt es in jeder Sprachenkombination. Nat√ľrlich wird bei derartigen Apfelfragen meine Schmerzgrenze √ľberschritten. Selbstverst√§ndlich k√∂nnte ich "H√ľhnerfurz" antworten. Der Fragesteller w√ľrde mir vielleicht sogar noch Punkte geben, weil er nie darauf kommt, dass ein H√ľhnerfurz kein Apfel ist. Aber soll ich jedes Mal meinen Frust ablassen? Es kann uns doch nicht darum gehen, hier noch mehr Zensur einzuf√ľhren, z. B. einem Obst√ľbersetzer verbieten, nach "Apfel" zu fragen. Ganz abgesehen von den Kriterien, die man aufstellen m√ľsste und die bald so kompliziert wie das deutsche Steuerrecht w√§ren, wer soll das denn durchsetzen? Und jedes Mal eine individuelle Schlammschlacht daraus zu machen, w√ľrde sich auf ProZ insgesamt b√∂ser auswirken als das Tolerieren solcher H√ľhnerfurze. Und die KudoZ-J√§ger freuen sich √ľber die Fragen, immerhin bringen sie Punkte
Dar√ľber kann ich auch nur noch l√§cheln, die E-Mail-Benachrichtigung (oder Email Benachrichtigung???) bei KudoZ-Fragen habe ich schon lange abgeschaltet.

Also tief Luft holen, lächeln, ein Bierchen einschenken, und die Welt sieht gar nicht mehr so schlimm aus.

[Edited at 2004-01-31 17:31]


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Jerzy Czopik  Identity Verified
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Also wie, Klaus? Jan 31, 2004

Gut, wir möchten nicht, dass es hier ein AmateurZ wird, ganz klar.
Wir möchten aber auch nicht, dass wir uns hier an die GurgelZ springen.
Also Klaus, wie stellst Du Dir das vor?
Die Profile der Leute nach deren Fachkompetenz durchkehren und denen die Fragesperre im Bereich ihrer angegebenen Fachkompetenz verordnen (wom√∂glich noch maschinell)? Oder die von den Leuten angegebene Fachkompetenzen pr√ľfen? Wer sollte es denn tun und mit welchem Recht?
Ich wei√ü, es nervt, wenn ein selbsternannter professioneller technischer √úbersetzer dauernd nach Kleinkrempel fragt, denn sogar so mancher Laie wei√üt. Solche Frager verschwinden aber mit der Zeit, und sind der Aufregung nicht wert. Die Kunden bekommen immer die Qualit√§t, f√ľr die sie bezahlen - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Nach welchen Kriterien sie sich die √úberstzer aussuchen und - oder vielleicht sogar vor allem - nach welchen Kriterien manche Kollegen die √úbersetzungen annehmen, mag in unseren Augen nicht richtig sein, aber wir haben keine Mittel, das zu √§ndern.
Ich kenne EN-DE bzw. DE-EN nicht so gut, wie Du, daf√ľr kenne ich DE-PL und PL-DE recht gut und aus der dort gemachten Erfahrung heraus kann ich Dir versichern, dass solche Fragesteller nicht lange Hilfe bekommen.
Mit Antworten wie "H√ľhnerfurtz" tust Du Dir selbst keinen Gefallen, denn damit w√ľrdest Du Dich nur als ein arroganter Besserwisser darstellen, der Du definitiv (in meinen Augen) nicht bist. Wenn Du aber solche Fragen einfach ignorierst, wird ProZ schoch nicht zu AmateurZ. L√§cherlich macht sich schlie√ülich nur der sebsternannte Profi, der solche banale Fragen stellt.

Und noch etwas zum Nachdenken - warum √§ndert sich ProZ? Schlicht und ergreifend darum, dass wir t√§glich neue Mitglieder dazu bekommen. Vor zwei Jahren, als ich ProZ entdeckte, waren weniger als 30.000 Profile registriert, heute sind es schon √ľber 65.000. Das hei√üt nicht, dass es so viele aktive ProZies gibt, aber die Zahl der aktiven nimmt zu. Als ich neu war, habe ich auch ein Paar Fragen un√ľberlegt aus dem Bauch heraus beantwortet, na und? Kein Haar ist dadurch gekr√ľmmt worden, habe mir ein Paar berechtigte "disagrees" eingeholt (und die bekomme ich heute auch manchmal), und zog meine Schl√ľsse daraus. Fundierte "disagrees" sto√üen niemanden die Krone vom Kopf, d√ľrfen aber nicht pers√∂nlich verfasst werden. Das ist das einzige, was wir f√ľr dumme Antworten zur Verf√ľgung haben. Gegen dumme Fragen gibt es aber keine Mittel - nur den Rat von Mats, wirklich. Und das ist eigentlich auch gut so. Sowohl hier, wie auch im wirklichen Leben.

Schönen Gruß nochmals
Jerzy


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Harry Bornemann  Identity Verified
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Unterschiedlich Jan 31, 2004

Frage 1: Hat man das Recht, zu urteilen und dem betreffenden Kollegen ...
So eine Einsch√§tzung wird h√§ufig durch Kommentare wie "good luck" oder "viel Gl√ľck" im Gegensatz zu "viel Erfolg" zum Ausdruck gebracht.

Frage 2: Wie reagiert man auf Antwortvorschläge von jemandem, der ... keinerlei Obst-Kenntnisse hat ...
Vielfältig:
- mit Wut,
- mit Ekel,
- mit schnell-weiter-klicken,
- mit dem Versuch, es besser zu machen und KudoZ einzuheimsen,
- mit einem klärenden Kommentar,
- mit disagree oder decline,
- mit dem Versuch, so ein abschreckendes Beispiel (in anonymisierter Form) als Antwort zu verwenden, wenn ein potentieller Kunde fragt, weshalb er den Auftrag keinem Billigeren geben soll,
- mit Freude: Man macht zwar Fehler, aber so weit unten steht man nun auch wieder nicht..
- ...
- ...
(Und immer mit der besonderen Anstrengung, jetzt bloß selber keinerlei Fehler zu machen.)

Frage 3: Habt ihr eine Schmerzgrenze, bei deren √úberschreiten ...
Nein, so spezialisiert sind meine Gef√ľhle nicht. Es ist eher ein allgemeines Unbehagen aus vielerlei Gr√ľnden, das mich manchmal zum Verlassen einer Seite veranlasst, obwohl ich etwas N√ľtzliches dazu sagen k√∂nnte. Ich finde nur schade, dass man das von au√üen nicht von den Situationen unterscheiden kann, in denen ich objektiv keine Zeit habe oder ganz allgemein meine Ruhe haben will.


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Klaus Herrmann  Identity Verified
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Keine Zensur fand nicht statt Jan 31, 2004

Also nur so pr√§ventiv - eine Zensur habe ich nicht vorgeschlagen und will ich auch nicht vorschlagen. Genauso wenig will ich einzelne Personen diskreditieren oder an den Pranger stellen. Ich will auch keine versch√§rften Regeln, nach denen man erst ab drei Diplomen Fragen stellen darf. Und ich glaube auch, dass ich die neuen Regeln bisher brav eingehalten habe. Ich w√ľrde auch nicht soweit gehen und dazu auffordern, die Mitarbeit bzw. das Antworten auf die Frage einzustellen, selbst wenn ich f√ľr mich zu dieser Schlussfolgerung gekommen bin.

Was will ich dann? Klar frustiert das geschilderte Szenario, aber das h√§lt sich in Grenzen. Einerseits f√ľhrt es dazu, dass man ein wutschnaubendes "Technische √úbersetzer? Ja, den Schrott kenne ich" entgegengebellt bekommt, wenn man potenzielle Neukunden anspricht. Umgekehrt sind, wie Harry schon anf√ľhrte, die gleichen potenziellen Neukunden um so begeisterter, wenn sie denn eine richtige √úbersetzung bekommen. Da h√§lt sich der Frust in Grenzen. Trotzdem tr√§gt sowas nicht gerade zum Ansehen unseres Berufsstandes bei. Meine Frage war ganz einfach - darf und soll ich der betreffenden Person die Empfehlung aussprechen, sich kompetenten Rat zu holen. Darf und soll ich sagen, "von rechts kommt aber noch ein Auto" oder soll ich in Ruhe abwarten, damit ich in die freie Wohnung ziehen kann? Denkt doch z. B. mal daran, dass es auf ProZ ein Korrekturlesekreis angeregt (und wohl auch eingerichtet) wurde. Inwieweit w√§re es nicht richtig, Kollegen in meinem zweiten fitkiven Szenario zu unterst√ľtzen? (Da reicht dann aber eben die Beantwortung von ein paar Fragen nicht aus).

Frage 2: Klar, man kann das einfach ignorieren. Aber dann steht hinterher ziemlich viel Unsinn im Glossar, und die Außenwirkung ist auch alles andere als professionell. Wobei ich nicht weiß, ob und wie wichtig das ist.

Ich will auch nicht aus einer M√ľcke einen Elefanten machen. Aber es ist schon m√§chtig demotivierend.

Ansonsten werde ich jetzt mal Uwes weisem Rat folgen


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Klaus Herrmann  Identity Verified
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Ignorieren ist keine Alternative. Jan 31, 2004

Jerzy Czopik wrote:
Wenn Du aber solche Fragen einfach ignorierst, wird ProZ schoch nicht zu AmateurZ.

Ich m√∂chte aus naheliegenden Gr√ľnden keine konkreten Beispiele geben, aber wenn ich die Antworten der Obstfachleute aus den beiden Fragenkomplexen abziehe, die mir gerade vorschweben, w√§re ein Haufen objektiv falscher Eintr√§ge im Glossar gelandet. ProZ-Fragen lassen sich auch √ľber Google finden. Wie wirkt das denn wohl auf Au√üenstehende, wenn da lauter Unsinn (subjektive Kritik) voller Rechtschreibfehler (objektive Kritik) drinsteht?

Und noch etwas zum Nachdenken - warum ändert sich ProZ? Schlicht und ergreifend darum, dass wir täglich neue Mitglieder dazu bekommen.


Ja, nat√ľrlich. Und in der ganz gro√üen Mehrzahl der F√§lle empfinde ich diese neuen Mitglieder auch als Bereicherung. Aber ich denke z.B. auch an einen Fall, wo ein neues Mitglied mit einer sehr ausgepr√§gten St√§rke im KFZ-Bereich nach wenigen Tagen wieder von der Bildfl√§che verschwunden war. Nat√ľrlich k√∂nnte er auch beschlossen haben, Eremit zu werden, aber ich habe den Verdacht, dass das nicht der Grund war.

Als ich neu war, habe ich auch ein Paar Fragen un√ľberlegt aus dem Bauch heraus beantwortet, na und? Kein Haar ist dadurch gekr√ľmmt worden, habe mir ein Paar berechtigte "disagrees" eingeholt (und die bekomme ich heute auch manchmal), und zog meine Schl√ľsse daraus.

Ja, das ist wohl der normale Werdegang. Die disagrees, die ich bekommen habe, habe ich mir auch redlich verdient. Ein paar waren auch richtige Weckrufe, andere f√ľhrten zu ausgesprochen fruchtbaren Diskussionen.

Sorry falls das nervt, aber ich habe keine Lust, einfach die Brocken hinzuwerfen. Daf√ľr ist es, wie Genevi√®ve schon sagte, zu faszinierend, wenn man manchmal sieht, wie mehrere Leute zusammen als Team einen Begriff erarbeiten.

[Edited at 2004-01-31 20:35]


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Genevi√®ve von Levetzow  Identity Verified
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Ignorien ist keine Alternative Jan 31, 2004

Wirklich nicht...

Ich habe heute den erstaunlichen Fall erlebt, wo mir jemand nach einem Disagree eine Verletzung der Kudo-Regel vorwarf.

"4.5 - Avoid entering peer comments in language pairs in which you are not capable, and in fields in which you are not knowledgeable."

Es ging dabei nicht um die √úbersetzung eines Begriffes aus einer afrikanischen Sprache in eine indische Sprache. Und es handelte sich noch um einen Bereich [keine Landwirtschaft (Uwe, ich kann mich noch an ein nettes Schreiben erinnern, wo Du mir "Acker " erkl√§rt) oder Geographie, die f√ľr mich sehr weite Felder sind], wo ich regelm√§√üig arbeite (was auch sehr bekannt sein sollte: a) steht in meinem Profil, b) ich habe manchmal Fragen in diesem Bereich gestellt.

Tja... sehr kontraproduktiv... sehr sinnlos. Soll es so weiter gehen?

Geneviève

PS: Und ich kenne wie Klaus auch kompetente Mitglieder, die von der Bildfläche verschwunden sind.



[Edited at 2004-01-31 20:55]

[Edited at 2004-01-31 20:57]


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Jerzy Czopik  Identity Verified
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Elefantenhaut, die 2. Jan 31, 2004

Klaus, mit "ignorieren" meinte ich die Frage selbst, nicht aber die falschen Antworten.
Diese falschen Antworten kann man doch duch Kommentare relativieren. Und ich wei√ü ganz genau, dass Deine Kommentare stichhaltig und begr√ľndet sind. Es gibt zwar viele, die ein "diagree" einfach ohne jeden Kommentar abgeben, aber gerade das ist der falsche Weg. Falsche Antwort - auch wenn¬īs subjektiv ist - geh√∂rt bem√§ngelt, aber MIT BEGR√úNDUNG, damit man (dh. der Fragesteller UND die Au√üenstehenden) nachvollziehen kann, warum. Dem Fragesteller ist nicht zu helfen, wenn er eine Antwort trotz offensichtlicher M√§ngel derselben w√§hlt. Die von ihm verfasste √úberstzung muss ja auch nur er verantworten. An den Glossareintr√§gen bzw. der Art, wie sie entstehen, wird gearbeitet, so dass ich pers√∂nlich bald auf eine etwas bessere L√∂sung hoffe.
Eine bessere Kontrolle √ľber die Glossareintr√§ge w√§re sehr w√ľnschenswert. Aber aus Sicht des Fragestellers, der ich auch manchmal bin, muss ich eindeutig feststellen, dass die Wahl der Antwort das Recht des Fragestellers bleiben MUSS. Nur der Fragesteller kann n√§mlich entscheiden, welcher Vorschlag zu dem √ľbrigen Teil seiner √úbersetzung am besten passt. Oft w√§hle ich z.B. eine Antwort, verwende aber einen Mix aus verschiedenen Vorschl√§gen oder gehe √ľberhaupt einen anderen Weg. Dann aber trage ich die Antwort grunds√§tzlich NICHT in das Glossar ein, denn Glossareintr√§ge haben nur dann Sinn, wenn sie eindeutig sind. Das liegt in der Verantwortung des Einzelnen, nur leider gehen sehr, sehr viele sehr gedankenlos damit um. Die Moderatoren sind sich dieser Tatsache sehr wohl bewusst.

Aber gleich ans Aufhören zu denken? Nein, das wäre wirklich zu schade, denn KudoZ sind nur ein Aspekt von ProZ, ein wichtiger zwar, aber nicht einziger, warum ich hier gerne bin.

Und noch zum Abschluss: Das Niveau von Fragen bzw. Antworten hat nichts mit der Professionalit√§t von ProZ zu tun, sondern ist einzig und alleine Sache der Professionalit√§t oder des Fehlens derselben beim Fragesteller und Antwortenden. ProZ schafft nur die Plattform f√ľr diesen Service. Genausowenig ist die Post f√ľr den Inhalt der bef√∂rderten Briefe zust√§ndig. Niemand kommt auf die Idee, den Brieftr√§ger zu kritisieren, weil er einen "dummen" Brief gebracht hat. Daher sollte man sich, bevon man Urteile √ľber ProZ spricht, ein Gesamtbild verschaffen. Und da bin ich mir sicher, das Bild wird positiv ausfallen, auch wenn es hier und da Mal eine dumme Frage bzw. dumme Antwort gegeben hat und auch sicherlich noch geben wird.

Einen schönen Abend allerseits, mit weniger Frust
Jerzy


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Klaus Herrmann  Identity Verified
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TOPIC STARTER
ProZ ist eine exzellente Plattform Jan 31, 2004

Jerzy Czopik wrote:

Klaus, mit "ignorieren" meinte ich die Frage selbst, nicht aber die falschen Antworten.
Diese falschen Antworten kann man doch duch Kommentare relativieren. Und ich wei√ü ganz genau, dass Deine Kommentare stichhaltig und begr√ľndet sind. Es gibt zwar viele, die ein "diagree" einfach ohne jeden Kommentar abgeben, aber gerade das ist der falsche Weg. Falsche Antwort - auch wenn¬īs subjektiv ist - geh√∂rt bem√§ngelt, aber MIT BEGR√úNDUNG, damit man (dh. der Fragesteller UND die Au√üenstehenden) nachvollziehen kann, warum.

Also nur rezensieren, und selbst keinen Vorschlag abgeben? Das erscheint mir nicht sehr konstruktiv, und wenn ich eine Frage ignoriere, muss ich (meiner Logik) nach auch die Antworten ignorieren. Aber vielen Dank f√ľr das Kompliment.

Aber aus Sicht des Fragestellers, der ich auch manchmal bin, muss ich eindeutig feststellen, dass die Wahl der Antwort das Recht des Fragestellers bleiben MUSS. Nur der Fragesteller kann n√§mlich entscheiden, welcher Vorschlag zu dem √ľbrigen Teil seiner √úbersetzung am besten passt.


Absolut. Wie kann ich (oder die Mehrheit der Agrees) entscheiden, welche Antwort dir geholfen hat...

Und noch zum Abschluss: Das Niveau von Fragen bzw. Antworten hat nichts mit der Professionalit√§t von ProZ zu tun, sondern ist einzig und alleine Sache der Professionalit√§t oder des Fehlens derselben beim Fragesteller und Antwortenden. ProZ schafft nur die Plattform f√ľr diesen Service.


Das unterschreibe ich sofort - ProZ als Plattform ist klasse. Das ist auch absolut unabhängig von den Inhalten, die die Mitglieder der jeweiligen Sprachpaare zu vertreten haben.

Ich w√ľnsche allen noch einen sch√∂nen Abend.


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Jerzy Czopik  Identity Verified
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Ich bef√ľrchte, Deine eigentliche Frage aus den Augen verloren zu haben... Jan 31, 2004

Klaus Herrmann wrote:
Also nur rezensieren, und selbst keinen Vorschlag abgeben? Das erscheint mir nicht sehr konstruktiv, und wenn ich eine Frage ignoriere, muss ich (meiner Logik) nach auch die Antworten ignorieren.
...


Ob Du einen Vorschlag abgibst oder nicht, bleibt Dir √ľberlassen. Wenn ich mich aber auf Deine urspr√ľngliche Frage besinne, so m√ľsste die Antwort eigentlich nur ignorieren hei√üen. Und damit meine ich sowohl Frage wie auch die Antworten.
Das ist aber nicht einfach.
W√ľrde ich sehen, dass Du pl√∂tzlich nach Gearbox fragst, h√§tte ich mir die Frage bestimmt angeschaut und versucht nach bestem Wissen zu beantworten. Dabei bin ich mir sicher, Dir in einm solchen Fall keine brauchbare Antwort geben zu k√∂nnen, daher h√§tte ich es gelassen. Daf√ľr h√§tte ich mir die anderen Antworten angeschaut, um etwas dazu zu lernen. K√§me dieselbe Frage von einem mir unbekannten Pro, h√§tte ich - wenn ich das noch geschafft h√§tte, bei dem Gedr√§nge, welches bei so einfachen Fragen immer herrscht - diese mit "Getriebe" und dem Hinweis auf Technikw√∂rterbuch beantwortet. Sicherlich h√§tte ich mir aber den fragenden Pro nicht unter die Lupe genommen. K√§men dann aber noch 20 weitere Fragen dieser Art von derselben Person, dann h√§tte ich mir diese durchaus angeschaut, und bestimmt irgendwann auch die Geduld verloren die Fragen zu beantworten. So etwas versuchen wir in PL-SC durch einen ungeschriebenen Fragenlimit zu d√§mpfen, und - das hoffe ich behaupten zu k√∂nnen - das mit Erfolg.
Wie Du aber siehst, bin ich nicht objektiv, sondern subjektiv in meiner Vorgehensweise, lasse mich nur nicht so schnell entmutigen oder mache mir eben nicht viel daraus, wie sehr sich jemand als professionell ausgibt. Damit lebe ich weniger frustriert, denn in den Fällen, wo mich etwas etwas geärgert hat und ich versucht habe, da zu reagieren, brachte es mir nie etwas.

Einen ruhigen, frustfreien Abend
Jerzy


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OlafK
United Kingdom
Local time: 18:43
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Lieber Klaus, Feb 2, 2004

ich finde die Punkte, die du angesprochen hast, allesamt sehr interessant, aber ich glaube, aus deinem Beitrag herauslesen zu k√∂nnen, dass du viel frustrierter von Proz bist, als du zugeben willst. Die Probleme, die du ansprichst, sind systemimmanent. Solange sich Proz als Marktplatz f√ľr Billiganbieter hergibt und die Preisvorgaben nicht abgeschafft werden, werden auch weiterhin Laien mitmischen, Fragen stellen und die Preise dr√ľcken. Ich selber habe schon oft Kudoz-Fragen gestellt, vor allem im technischen Bereich, habe aber auch nie behauptet, technischer √úbersetzer zu sein.
Ich bekomme meistens gute Antworten von kompetenten Kollegen, aber ich wei√ü, dass manchmal vorschnell und un√ľberlegt geantwortet wird. Das wiederum liegt am Punktesystem. Es gibt Leute, die glauben, je mehr Kudoz-Punkte sie haben, desto mehr Auftr√§ge kriegen sie. Dass das nicht so einfach ist, brauche ich wohl gar nicht zu erw√§hnen, mache ich aber trotzdem: Auftr√§ge kriegt man haupts√§chlich dadurch, dass man gute Arbeit leistet und freundlich und zuverl√§ssig ist. Ich pl√§diere nicht zum ersten Mal daf√ľr und viele andere stimmen mir zu: Die Kudoz-Punkte geh√∂ren abgeschafft.
Ich beteilige mich nicht mehr so häufig am Kudoz-Spiel,


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