Rente: Künstlersozialkasse oder privat?
Thread poster: F. Guignard

F. Guignard
Germany
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Dec 12, 2010

Guten Tag,

ich arbeite seit etwa 15 Jahren als selbstständiger Übersetzer, und sowohl für die Rentenversicherung als auch für die Krankenversicherung bin ich praktisch von Anfang an privatversichert.

Im Moment quält mich die Frage, ob ich damals - aus Unwissen und, weil ich mich nicht ausreichend informiert habe - evtl. den großen Fehler gemacht habe, mich NICHT bei der Künstlersozialkasse anzumelden (von der ich naiverweise nichts wußte).

(Nachdem ich lange geblättert und bereits einige Threads in diesem Forum gelesen habe, die nicht unbedingt klar auf meine Frage antworten, habe ich mir erlaubt, dieses neue Thema zu schreiben.)

Aufgrund der Art von Texten, die ich übersetze, bin ich mir nämlich ziemlich sicher, dass ich damals von der Künstlersozialkasse aufgenommen worden wäre, und jetzt noch aufgenommen werden könnte. (Bitte diese Frage nicht als Thema Eurer Antworten machen, ich fühle mich da genug informiert).

Sowohl für die Kranken- als auch für die Rentenversicherung erscheinen mir die Lösungen, für die ich mich entschieden habe, sehr gut, allerdings frage ich mich, ob sich die Übernahme von 50% der RV-Beiträge durch die KSK und die Tatsache, dass die KSK einen Zuschuss für die Privatkrankenversicherung bezahlt, letzten Endes nicht rentieren würden.

Es ist dann die Frage, ob es JETZT, nach 15 Jahren Selbstständigkeit, Sinn machen würde, sich bei der KSK anzumelden, und anzufangen, Beiträge zu bezahlen, die am Ende keinen Anspruch auf eine volle Rente geben würden...

Ich versuche, mich mit den Argumenten zu trösten, dass sich auch unter Berücksichtigung des KSK-Zuschusses meine privaten Lösungen vielleicht doch besser rentieren, zumal die gesetzliche Rentenversicherung einen mehr oder weniger zwingt, bis 67 zu arbeiten, während ich als Lediger gerne (wesentlich) früher mein Arbeitspensum nach und nach reduzieren möchte...

Was meint Ihr? Habe ich mich damals schlecht entschieden? Und wäre es jetzt sinnvoll, der KSK beizutreten? Oder könnte meine Entscheidung doch richtig gewesen sein?

Im Voraus vielen Dank für Eure Antworten!


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Tarja Braun  Identity Verified
Germany
Local time: 19:23
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Eintrittstermin Dec 12, 2010

Hier ein Zitat aus http://www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/kuenstler_und_publizisten/faqfuerkuenstlerundpublizisten.php

"12. Kann ich den Termin (Tag) vorgeben, ab dem ich versichert werden möchte?

Bei der "KSK-Versicherung" handelt es sich um eine echte Pflichtversicherung. Das bedeutet, dass Sie den Termin, zu dem Sie gerne versichert werden möchten, nicht selbst bestimmen können. Sobald Sie mit Ihrer Tätigkeit unter den Schutz des KSVG fallen, tritt die jeweilige Versicherungspflicht in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung kraft Gesetzes ein (siehe auch Frage 12)."

Das heißt: Wer berechtigt ist, unterliegt der VERSICHERUNGSPFLICHT durch die KSK, und zwar ab Aufnahme der Tätigkeit.

Ich habe mich recht früh dort angemeldet, musste allerdings ca. ein halbes Jahr auf einmal nachzahlen.

Das nur als Hinweis.


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iris schmalhoff
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hier ein weiteres Zitat Dec 13, 2010

... von eben genannter Seite:

"13. Wann beginnt die Versicherungspflicht nach dem KSVG?

Der Beginn der Versicherungspflicht hängt vom Termin der Aufnahme der selbständigen Tätigkeit und vom Zeitpunkt der Meldung bei der KSK ab. Sollten Sie zum Zeitpunkt der Meldung (Eingang der Anmeldeunterlagen) bereits selbständig erwerbsmäßig tätig sein, so beginnt die Versicherungspflicht grundsätzlich frühestens mit dem Tag der Meldung bei der KSK. Sofern Sie die Anmeldeunterlagen bereits vor Aufnahme der Tätigkeit angefordert haben, ist der Tag der Aufnahme der selbständigen Erwerbstätigkeit der frühestmögliche Versicherungsbeginn."

Nach meinem Verständnis dürfte dann keine Nachzahlung erhoben werden, oder? Ich bin mir nicht sicher...

Bezüglich der KSK stehe ich vor ähnlichen Problemen: Bringt sie mir etwas? Derzeit bin ich als Fachübersetzerin nicht wirklich publizistisch tätig, d.h. ich übersetze hauptsächlich Interna. Aber das kann sich ja ändern und dann stehe ich auch vor dem Problem, ob die KSK für mich relevant wird.

Ich werde hier den Antworten zumindest sehr aufmerksam folgen.

Viele Grüße


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F. Guignard
Germany
Local time: 19:23
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TOPIC STARTER
Bezüglich der Antwort von T. Braun Dec 14, 2010

Eine naive Frage: soll das heißen, wenn ich den Nachweis bringe, dass eine Versicherungspflicht seit 1995 besteht, dann muss ich für 15 Jahre nachzahlen aber auch für 15 Jahre einen 50%igen Zuschuss für meine RV und einen Zuschuss von maximal 50% für meine PKV erhalten?

Ich bin sonst weiterhin gespannt zu lesen, ob meine jetzige, gute private Lösung für RV und KV evtl. besser ist als die KSK.

Im Voraus vielen Dank!


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svenfrade  Identity Verified
Germany
Local time: 19:23
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Pauschalantwort gibt es nicht Dec 14, 2010

Ich denke nicht, dass man das pauschal beantworten kann.

Ich hätte mich damals gerne über die KSK versichert (da ich in der GKV bleiben wollte und eigentlich auch meine "gesetzliche" Rentenversicherung hätte fortführen wollen), aber man wollte mich nicht, da meine Arbeit nicht "künstlerisch" genug sei. Für mich wäre diese Variante sicherlich vorteilhaft gewesen, aber in anderen Fällen kann das ganz anders sein.

Wer als Alleinstehender eine günstige PKV hat, ist damit sicher nicht schlecht bedient. Und auch eine gute private Altersvorsorge ist möglicherweise vorteilhafter als die gesetzliche Rentenkasse.

Weder bei der GKV noch bei der gesetzlichen Rente kann man m.E. vorhersagen, was daraus wird. Wer weiß denn, was sich unsere Damen und Herren Politiker noch einfallen lassen? Wäre ich 15 Jahre privat versichert und bisher gut damit gefahren, würde ich das jetzt nicht mehr ändern.


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Simone Linke  Identity Verified
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Local time: 19:23
Member (2009)
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Privat finde ich besser Dec 14, 2010

Ich bin selbst kein Experte, habe mich aber dieses Jahr entsprechend beraten lassen, da ich vor einer ähnlichen Entscheidung stand. Ich (bzw. mein Versicherungsberater) würde inkweaver hier zustimmen. Die Unsicherheit bei der staatlichen Rente ist enorm hoch und vor allem ist man ziemlich angear***t, wenn man vorm Rentenalter plötzlich dahinscheidet.

Ich habe mich daher für die private Altersvorsorge entschieden und möchte auch nicht mehr zurück zur staatlichen. Mit meiner Lösung bekomme ich (größere Finanzkatastrophen mal ausgeschlossen) garantiert das, was ich einzahle, auch wieder ausgezahlt; ich kann selbst entscheiden, ob ich monatliche Raten oder eine Komplettauszahlung will; falls mir mein Arzt mal verkündet, dass ich nur noch ein paar Monate zu leben habe, kann ich meine gesamte Rente auszahlen lassen; und ich kann im Notfall auch vor dem gewünschten Renteneintrittsalter auf mein Geld zugreifen.

Klar wäre es schön, wenn jemand die Hälfte meiner Beiträge zahlen würde, aber wenn ich von meiner eigenen Hälfte dann in 30 Jahren nicht mehr viel sehe, hab ich auch nichts gewonnen.

Ich denke also, wenn du schon seit 15 Jahren mit deiner Variante gut fährst, dann solltest du jetzt auch nicht mehr über den Wechsel nachdenken oder dich ärgern.


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Emmanuelle Riffault  Identity Verified
Germany
Local time: 19:23
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Warum nicht beides? Dec 14, 2010

Simone Linke wrote:
Ich denke also, wenn du schon seit 15 Jahren mit deiner Variante gut fährst, dann solltest du jetzt auch nicht mehr über den Wechsel nachdenken oder dich ärgern.


Sich ärgern bringt in der Tat nichts Ohne die Einzelheiten zu kennen, ist es natürlich schwierig, genaue Ratschläge zu geben. Aber eine Frage kam mir sofort in den Sinn: Warum nicht beides? Also in die gesetzliche RV einzahlen (mit 50% Zuschuss der KSK, vorausgesetzt, man wird übernommen) und zusätzlich privat vorsorgen? So wird es auch den Arbeitnehmern empfohlen.

Ich bin selber auch Mitglied der KSK und musste erst ab Aufnahmedatum die Beiträge zahlen (mit einer Nachzahlung für ein paar Monate, weil zw. Antrag und Bescheid ein bisschen Zeit verlaufen war).

Viele Grüße

Emmanuelle


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Katarzyna Rozentalska-Szlachta  Identity Verified
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Local time: 19:23
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Wo bist Du versichert? Jan 18, 2011

An Simone:
Kannst Du mir diese Frage per E-Mail beantworten? Ich wohne und arbeite freiberuflich seit Sept. 2010 in Deutschland und suche gerade eine verlässliche private Versicherung.
Vielen Dank!
Katarzyna


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