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Translation Space, Lionbridge, EU-Anzeige wegen unlauteren Wettbewerbs
Thread poster: langnet

langnet  Identity Verified
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Jan 18, 2011

So. Nachdem ich es endlich geschafft habe, hier indirekt auf das Forum zuzugreifen ("Italian" muss ich noch eruieren dank der wunderbaren Übersichtlichkeit), ich habe heute bezüglich Lionbridge und dieser unsäglichen "Nötigung" zu "Geoworkz" an die EU geschrieben, da mir der Kragen geplatzt ist. Aus Prinzip eigentlich, persönlich arbeite ich nicht für diese Firma, aber meine Partnerin tut dies.
Auch ihr ist es extrem aufgestoßen, dass man seit einiger Zeit praktisch gesehen dafür bezahlen muss, mit Aufträgen "bequested" zu werden (demnächst muss man wahrscheinlich noch voll dafür bezahlen, für dieses Unternehmen überhaupt arbeiten zu dürfen).

Aus diesem Grunde habe ich folgendes Formular ausgefüllt und abgeschickt:
http://ec.europa.eu/competition/forms/consumer_form_de.html, mit folgenden Inhalten:

3. Zu welchem Sachverhalt wollen Sie Informationen vorlegen? Wann wurde er Ihnen bekannt?

Praktischer Zwang (Nötigung?), ein Abonnement für eine sogenannte Online-CAT-Software (CAT = Computer Aided Translation) bezahlen zu müssen, um von den europäischen Niederlassungen dieser Firma Aufträge zu erhalten, wobei diese Software proprietär ist, d.h. nur von dieser Firma verlangt wird und eine Entwicklung derselben ist, jedoch unter dem Namen einer eigenen Firma vertrieben wird.
Die Gebühren fallen jedoch unabhängig vom Umfang der tatsächlichen Auftragserteilung monatlich an und sind dabei wortvolumenabhängig. Die bei Abschluss zugesandten Vertragsbedingungen sind dabei AUSSCHLIESSLICH auf Englisch verfasst und auch für in dieser Sprache bewanderte Personen schwer verständlich, es werden unautorisierte Beträge abgehoben.
Zudem ist es praktisch unmöglich, bei Problemen dieser Art jemanden PERSÖNLICH unter der "Servicenummer" zu erreichen, sowohl bei "Geoworkz, Inc." (Firma, die diese Online-Software vertreibt und an der Lionbridge Technologies Inc. maßgeblich beteiligt ist) als auch bei den einzelnen Niederlassungen von Lionbridge Technologies Inc., da diese mittlerweile alle von zu Hause aus arbeiten ("Home Office") und nur noch "2-3 Mal pro Monat oder bei wichtigen Anlässen ins Büro kommen" (Aussage der Empfangsmitarbeiterin nach wiederholten Anrufen) und die Kontakt-Telefonnummern bitte doch per E-Mail zu erfragen sind (diese Mitarbeiterin konnte keinerlei Auskunft geben!).
Weiterhin ist anzumerken, dass wir (ich schreibe hier nicht für mich allein) bereits seit über 10 Jahren für diesen Kunden (nunmehr Niederlassung W.) arbeiten, der erst von dem einen, dann von dem anderen und schlussendlich von Lionbridge geschluckt wurde.
Seitdem fanden sehr viele "Rationalisierungsprozesse" statt, u.a. wird jetzt alles über eine zentrale Online-Datenbank gesteuert - und wer nicht "Translation Workspace Ready" in seinem Profil ankreuzt (d.h., wer nicht das konzerneigene Übersetzungswerkzeug zu nutzen - und zu bezahlen - bereit ist), ist praktisch mittelfristig gesehen von der Auftragsvergabe ausgeschlossen.
Abschließend ist hierzu anzumerken, dass dieses "Translation Workspace" eine Weiterentwicklung des Online-Übersetzungswerkzeugs "Logoport" ist, das sämtlichen "Vendoren" der Firma kostenlos zur Verfügung gestellt wurde.
Dies ist unserer Ansicht nach nicht legitim und sogar eine indirekte Form der Nötigung, ein Abonnement für ein (nur von Lionbridge als Kunden) verlangtes Online-Übersetzungswerkzeug abzuschließen, an dem Lionbridge selbst maßgeblich als primärer Nutzzieher beteiligt ist. Einfach ausgedrückt: "wenn Du für uns auch weiterhin arbeiten möchtest, dann SOLLTEST Du das Abonnement unbedingt abschließen".
Eine andere Form, verdeckte Preisnachlässe und auch "Mehrwert" zu realisieren - nämlich dann, wenn aufgrund der Wirtschaftskrise zusätzlich von selbiger Firma auch noch reale Preisnachlässe in Höhe von 5% von den Lieferanten gefordert werden. Was natürlich legitim ist.

(Anhänge zum Nachweis wurden beigefügt).

Es ist mir egal, ob ich hierfür jetzt einen auf den Deckel bekomme, ich vertraue noch auf die Meinungsfreiheit.

4. Was möchten Sie erreichen?

Dass es EU-seitig und EU-weit untersagt wird, direkte, indirekte und stillschweigende Gebühren für proprietäre oder abgeleitete Online-Übersetzungswerkzeuge zu erheben, welche eine Auftragserteilung von der Bereitschaft abhängig machen, für dieselben zu bezahlen, und dass Auftraggeber, die eine Auftragsabwicklung zentral oder über wirtschaftliche Beteiligungen gehandhabte, proprietäre Online-Translation-Memory-Dienste und entsprechende Programme bzw. Softwares wünschen, diese den Auftragnehmern kostenlos zur Verfügung zu stellen haben.

So habe ich das geschrieben, damit die es auch ein wenig verstehen.

Lange Rede, kurzer Sinn: wir haben versucht, uns einmal zu wehren und nicht alles immer nur als gegeben herunterzuschlucken.


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Heinrich Pesch  Identity Verified
Finland
Local time: 00:59
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Da bin ich skeptisch Jan 18, 2011

Ein solcher Antrag sollte wohl von einem erfahrenen Anwalt aufgesetzt werden. Doch falls bei der Eu eine Art Ombudsman sich dafür interessiert, wünsche ich natürlich viel Erfolg.
Ich habe nie für Lionbridge gearbeitet, weil ich mit Netzübersetzung schlechte Erfahrungen gemacht habe. Aber das System, das du beschreibst, hat Ähnlichkeit mit dem Franchise-Konzept. Da werden Unternehmern auch vorgeschrieben, bestimmte Arbeitsweisen einzuhalten und dafür zu bezahlen. Wie ist es bei Reinigungsunternehmen, muss da der Arbeiter auch Werkzeug vom Arbeitgeber mieten??

Wir sollten solche Praktiken durch Verweigerung bekämpfen.

Heinrich


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Marinus Vesseur  Identity Verified
Canada
Local time: 14:59
English to Dutch
+ ...
Bravo Jan 18, 2011

Eine lobenswerte Aktion, wenn ich selbst auch mit Lionbridge schon lange nichts mehr zu tun habe und somit nicht an ihr teilnehmen kann. Merkwürdigerweise fallen insbesondere englische Aktiengesellschaften immer wieder mit dieser Art herabwürdigenden Geschäftsgebaren auf. Lionbridge treibt es jetzt auf die Spitze, aber morgen kommt der Nächste, der es noch billiger und systemtreuer möchte. Das gehorsame, bezahlende Rädchen in der gigantischen Übersetzungsmaschine soll man bitteschön werden, bis wir euch nicht mehr brauchen.

Jetzt ist es so, dass deine Emotionen verständlich sind, sie aber in ein eine Beschwerde, wie die Vorliegende, möglicherweise zum Nachteil sind, da der Außenstehende die Tatsachen von den Mutmaßungen schwer unterscheiden kann. Andererseits, wenn sich andere anschließen, werden die nachweisbaren Vorgänge deutlicher und es kristallisiert sich heraus, was essentiell falsch ist an dem System und was die Beschwerde genau beinhalten soll.

Ich wünsche euch und den betroffenen Kollegen viel Erfolg!


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langnet  Identity Verified
Italy
Local time: 23:59
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TOPIC STARTER
Bin ich doch auch... Jan 18, 2011

Heinrich Pesch wrote:

Ein solcher Antrag sollte wohl von einem erfahrenen Anwalt aufgesetzt werden. Doch falls bei der Eu eine Art Ombudsman sich dafür interessiert, wünsche ich natürlich viel Erfolg.
Ich habe nie für Lionbridge gearbeitet, weil ich mit Netzübersetzung schlechte Erfahrungen gemacht habe. Aber das System, das du beschreibst, hat Ähnlichkeit mit dem Franchise-Konzept. Da werden Unternehmern auch vorgeschrieben, bestimmte Arbeitsweisen einzuhalten und dafür zu bezahlen. Wie ist es bei Reinigungsunternehmen, muss da der Arbeiter auch Werkzeug vom Arbeitgeber mieten??

Wir sollten solche Praktiken durch Verweigerung bekämpfen.

Heinrich


Heinrich,

das ist kein Antrag, sondern einfach eine "Anzeige", die jeder EU-Bürger abgeben darf. Und da ich - wie wir alle - diesen Konstrukt bezahle, habe ich das einfach mal gemacht und bin gespannt auf die Antwort, die ich erhalte (die gibt es mit Sicherheit, höchstwahrscheinlich von einem Praktikanten, der 200 Euro im Monat bekommt, aber egal).
Aber immer nur die Schnauze halten und nix sagen und sich ärgern ist es auch nicht, oder?


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langnet  Identity Verified
Italy
Local time: 23:59
Member (2002)
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TOPIC STARTER
Sag nicht... Jan 18, 2011

Marinus Vesseur wrote:

Eine lobenswerte Aktion, wenn ich selbst auch mit Lionbridge schon lange nichts mehr zu tun habe und somit nicht an ihr teilnehmen kann. Merkwürdigerweise fallen insbesondere englische Aktiengesellschaften immer wieder mit dieser Art herabwürdigenden Geschäftsgebaren auf.


Sag nicht "englische". Sag "angloamerikanische". Die haben uns ja schon Mal in die Sch.... geritten, aus der wir gerade wieder herauskrabbeln. Es ist auch keine "Aktion", es ist einfach nur der Gebrauch eines Internetformulars, das jedem EU-Bürger offensteht, und ich habe da auch keine weiteren Erwartungen. Aber wenigstens habe ich mal was gesagt.

Lionbridge treibt es jetzt auf die Spitze, aber morgen kommt der Nächste, der es noch billiger und systemtreuer möchte. Das gehorsame, bezahlende Rädchen in der gigantischen Übersetzungsmaschine soll man bitteschön werden, bis wir euch nicht mehr brauchen.


DIE gibt es schon. Aber wer in der EU Geschäfte machen will, der soll doch bitte für die volle Leistung zahlen und sich nicht durch praktisch gesehene Zwangsgebühren einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Du willst eine Übersetzung? Die liefere ich Dir. Du willst eine TM? Auch die liefere ich Dir.
Aber dafür BEZAHLEN, dass ich das liefere bzw. liefern kann, was selbstverständlich bzw. "handelsüblich" ist, nein, nun wirklich nicht.

Jetzt ist es so, dass deine Emotionen verständlich sind, sie aber in ein eine Beschwerde, wie die Vorliegende, möglicherweise zum Nachteil sind, da der Außenstehende die Tatsachen von den Mutmaßungen schwer unterscheiden kann.


Meine Emotionen sind gar nicht primär begründet, da nicht ich es bin, der für diesen Kunden arbeitet, und ich mich daher vermehrt aus dem Fenster lehnen kann. Aber es geht mir aus Prinzip tierisch gegen den Strich, dass man jetzt scheinbar schon bezahlen muss, um arbeiten zu können - oder dürfen? Ein m.M. äußerst fragwürdiger Konstrukt, weshalb ich ihn angezeigt habe

Andererseits, wenn sich andere anschließen, werden die nachweisbaren Vorgänge deutlicher und es kristallisiert sich heraus, was essentiell falsch ist an dem System und was die Beschwerde genau beinhalten soll.

Ich wünsche euch und den betroffenen Kollegen viel Erfolg!


Danke. Hänge mich gerade für einige Kollegen aus dem Fenster, die direkt von der Geschichte betroffen sind. ICH habe da nicht viel zu verlieren.

Aber wie wär's mal mit Solidarietätsbekundungen, so man es sich erlauben kann?


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Narasimhan Raghavan  Identity Verified
Local time: 04:29
English to Tamil
+ ...
Wie ich ein Werbung-E-Mail seitens Lionbridge beantwortet habe Jan 18, 2011

Vor einigen Tagen ist ein Werbung-Email seitens Lionbridge als ein Proz.com Advertising Partner über Proz.com angekommen.

Aber da bin ich gar nicht beindruckt gewesen und ich habe es wie folgt beantwortet.

Seither läßt man mich in Ruhe!

Mit freundlichen Grüßen,
N. Raghavan

from Narasimhan Raghavan
to "ProZ.com Advertising Partner"
date Tue, Dec 7, 2010 at 5:05 PM
subject Re: From Lionbridge - Get started with a Free Trial in 2010
mailed-by gmail.com

hide details 12/7/10

Dear Lionbridge,

After going through this Proz forum at http://www.proz.com/forum/money_matters/184162-hows_this_for_nerve:_major_lsp_will_require_a_5_discount_from_their_translation_partners-page6.html

I am wary of accepting anything from you.

Regards,
N. Raghavan
- Hide quoted text -

On Tue, Dec 7, 2010 at 4:47 PM, ProZ.com Advertising Partner wrote:

Thousands of Projects are being completed on Translation Workspace. Get Started with a Free Trial Today!
EM-101130_02

Dear ProZ Community member,

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With best regards,

Yvonne Cekel
VP, SaaS and Communities Development


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Laurent KRAULAND  Identity Verified
France
Local time: 23:59
French to German
+ ...
Keine Antwort erforderlich... Jan 18, 2011

Meinerseits war von Anfang an keine Antwort an L10NBRIDGE bez. „Geoworkz“ o. ä. erforderlich.
Dieses Programm ist nämlich nur mit "Windawz" kompatibel, also können Mac-, Linux- und Solaris-Benutzer nichts damit anfangen. Sollte diese Tatsache nicht als zusätzliche Nötigung gelten?

[Sarkasmus EIN] Ich sehe für die Zukunft gute Möglichkeiten, Übersetzungsagenturen massiv anzuzeigen, nur weil sie ein bestimmtes CAT Tool und, und, und... verlangen. [Sarkasmus AUS]

Und:
Heinrich Pesch wrote:
Ich habe nie für Lionbridge gearbeitet, weil ich mit Netzübersetzung schlechte Erfahrungen gemacht habe. Aber das System, das du beschreibst, hat Ähnlichkeit mit dem Franchise-Konzept. Da werden Unternehmern auch vorgeschrieben, bestimmte Arbeitsweisen einzuhalten und dafür zu bezahlen. Wie ist es bei Reinigungsunternehmen, muss da der Arbeiter auch Werkzeug vom Arbeitgeber mieten??


Franchisebetreiber arbeiten für sich selbst und nutzen den Ruhm der jeweiligen Marke, um Umsatz zu erzielen - was sie dann auch anteilig bezahlen. Sie können eigentlich nicht als Subunternehmer betrachtet werden.

[Modifié le 2011-01-18 08:03 GMT]


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svenfrade  Identity Verified
Germany
Local time: 23:59
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Warum die Aufregung? Jan 18, 2011

Ehrlich gesagt verstehe ich die ganze Aufregung nicht. Es wird doch niemand gezwungen, für einen bestimmten Auftraggeber zu arbeiten und für mich wäre einer wie Lionbridge absolut indiskutabel.

Wenn nun all die, die sich an verschiedenen Stellen über das System aufgeregt haben, einfach aufhören würden, für Lionbridge zu arbeiten, würde man dort das Konzept wahrscheinlich noch einmal überdenken, denn ein Übersetzungsbüro ohne Übersetzer funktioniert nun einmal nicht.

Wir als Freiberufler sind doch frei zu wählen, für wen und zu welchen Bedingungen wir arbeiten wollen. Ich bekomme ständig Anfragen von Agenturen, die für mich schlichtweg indiskutabel sind. Die bekommen dann entweder eine Absage mit einer Begründung, weshalb ich kein Interesse habe, oder die E-Mail geht direkt in die Ablage P.

Aber vielleicht hätte ich das jetzt nicht schreiben dürfen, bin ja erst seit 2007 dabei ...


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Helga Humlova  Identity Verified
Austria
Member (2003)
English to German
+ ...
Stimme inkweaver zu! Jan 18, 2011

inkweaver wrote:

Ehrlich gesagt verstehe ich die ganze Aufregung nicht. Es wird doch niemand gezwungen, für einen bestimmten Auftraggeber zu arbeiten und für mich wäre einer wie Lionbridge absolut indiskutabel.

Wenn nun all die, die sich an verschiedenen Stellen über das System aufgeregt haben, einfach aufhören würden, für Lionbridge zu arbeiten, würde man dort das Konzept wahrscheinlich noch einmal überdenken, denn ein Übersetzungsbüro ohne Übersetzer funktioniert nun einmal nicht.

Wir als Freiberufler sind doch frei zu wählen, für wen und zu welchen Bedingungen wir arbeiten wollen. Ich bekomme ständig Anfragen von Agenturen, die für mich schlichtweg indiskutabel sind. Die bekommen dann entweder eine Absage mit einer Begründung, weshalb ich kein Interesse habe, oder die E-Mail geht direkt in die Ablage P.

Aber vielleicht hätte ich das jetzt nicht schreiben dürfen, bin ja erst seit 2007 dabei ...


GAAAANZ genau!
Ich finde zwar die Empörung über die Geschäftspraktiken absolut gerechtfertigt, und ich finde es richtig und wichtig, dass es möglichst breitflächig bekannt gemacht wird, glaube aber nicht, dass ein wie auch immer gearteter Schrieb an die EU oder sonstige Behörden hilft.

Vielmehr sollten sich diejenigen, die (aus welchen Gründen auch immer) meinen, für ein solches Unternehmen arbeiten zu müssen, mal am Hinterkopf kratzen und dann für jemand anderes in die Tasten hauen.

Wenn sich nämlich ausreichend viele Kollegen nicht (mehr) bereit erklären, derartiges hinzunehmen, wird der guten Firma bald etwas sehr wichtiges fehlen - nämlich die Leute, die die eigentlich Arbeit machen.
Und dann haben sie nur mehr 2 Möglichkeiten - entweder sie besinnen sich oder sie können den Laden dicht machen.

Das wären meine 2 (€)cents zu diesem Thema


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Laurent KRAULAND  Identity Verified
France
Local time: 23:59
French to German
+ ...
Objektivität Jan 18, 2011

Ob wir uns nun entscheiden, für diesen Dienstleister zu arbeiten oder nicht, bleibt der Fakt bestehen, dass seine Praktiken dubios sind (oder dubios erscheinen können).

Ich verweise hiermit und dem Kontext angepasst auf Martin Niemöller.


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René Stranz-Nikitin  Identity Verified
Czech Republic
Local time: 23:59
Czech to German
+ ...
Langnet zeigt, dass man gegen diese unlauteren Praktiken auch mehr tun kann. Bravo! Jan 18, 2011

Hallo Helga und Inkweaver,

ihr mögt ja recht haben und auf alle Post von L reagiere ich auch nur noch mit einem schwachen Wimpernzucken, aber Langnet zeigt halt und hat den Anspruch, dass man diese Praktiken nicht nur einfach dem Markt überlassen muss, sondern dass man den Markt von ihnen auch schneller als durch die natürliche Auslese bereinigen kann.

Was wählt ihr, wenn man Euch anbietet, 10 Jahre lang mit der Peitsche geprügelt zu werden oder nur 2?

Meine 2 Kopeken hierzu.

Ich gratuliere Langnet zu dem gezeigten Mut und Engagement. Bravo!

René Stranz-Nikitin

Helga Humlova wrote:

inkweaver wrote:

Ehrlich gesagt verstehe ich die ganze Aufregung nicht. Es wird doch niemand gezwungen, für einen bestimmten Auftraggeber zu arbeiten und für mich wäre einer wie Lionbridge absolut indiskutabel.

Wenn nun all die, die sich an verschiedenen Stellen über das System aufgeregt haben, einfach aufhören würden, für Lionbridge zu arbeiten, würde man dort das Konzept wahrscheinlich noch einmal überdenken, denn ein Übersetzungsbüro ohne Übersetzer funktioniert nun einmal nicht.

Wir als Freiberufler sind doch frei zu wählen, für wen und zu welchen Bedingungen wir arbeiten wollen. Ich bekomme ständig Anfragen von Agenturen, die für mich schlichtweg indiskutabel sind. Die bekommen dann entweder eine Absage mit einer Begründung, weshalb ich kein Interesse habe, oder die E-Mail geht direkt in die Ablage P.

Aber vielleicht hätte ich das jetzt nicht schreiben dürfen, bin ja erst seit 2007 dabei ...


GAAAANZ genau!
Ich finde zwar die Empörung über die Geschäftspraktiken absolut gerechtfertigt, und ich finde es richtig und wichtig, dass es möglichst breitflächig bekannt gemacht wird, glaube aber nicht, dass ein wie auch immer gearteter Schrieb an die EU oder sonstige Behörden hilft.

Vielmehr sollten sich diejenigen, die (aus welchen Gründen auch immer) meinen, für ein solches Unternehmen arbeiten zu müssen, mal am Hinterkopf kratzen und dann für jemand anderes in die Tasten hauen.

Wenn sich nämlich ausreichend viele Kollegen nicht (mehr) bereit erklären, derartiges hinzunehmen, wird der guten Firma bald etwas sehr wichtiges fehlen - nämlich die Leute, die die eigentlich Arbeit machen.
Und dann haben sie nur mehr 2 Möglichkeiten - entweder sie besinnen sich oder sie können den Laden dicht machen.

Das wären meine 2 (€)cents zu diesem Thema



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RobinB  Identity Verified
Germany
Local time: 23:59
German to English
Interessant, aber... Jan 18, 2011

1) Dieses Anliegen hat nichts mit Verbraucherschutz zu tun (Übersetzer sind in diesem Sinne keine Verbraucher, sondern selbständige Unternehmer), deshalb ist dieses Formular, das ausschließlich für Verbraucher konzipiert wurde, die falsche Plattform für eine solche Beschwerde.

2) Dieses Anliegen hat nichts mit der EU-Wettbewerbspolitik zu tun, da es sich hierbei um keine Wettbewerbsverzerrung (z.B. Ausnutzung einer dominanten Marktstellung) handelt, sondern ausschließlich um die Vertragsgestaltung zwischen einem einzigen Unternehmen und den Lieferanten dieses Unternehmens. Kein wettbewerbsrechtliches Verstoß ist erkennbar, deshalb ist die Sache für die EU-Wettbewerbsbehörden völlig uninteressant.

Die effektivste Methode, gegen die Geschäfts- bzw. Einkaufspolitik einer Übersetzungsagentur zu protestieren, ist jegliche Zusammenarbeit mit dieser Agentur einzustellen. Schließlich haben doch auch die "großen" Unternehmen der Branche wie LOX einen Gesamtmarktanteil von weit unter 1 %.


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langnet  Identity Verified
Italy
Local time: 23:59
Member (2002)
Italian to German
+ ...
TOPIC STARTER
und immer so weiter? Jan 18, 2011

RobinB wrote:

1) Dieses Anliegen hat nichts mit Verbraucherschutz zu tun (Übersetzer sind in diesem Sinne keine Verbraucher, sondern selbständige Unternehmer), deshalb ist dieses Formular, das ausschließlich für Verbraucher konzipiert wurde, die falsche Plattform für eine solche Beschwerde.

2) Dieses Anliegen hat nichts mit der EU-Wettbewerbspolitik zu tun, da es sich hierbei um keine Wettbewerbsverzerrung (z.B. Ausnutzung einer dominanten Marktstellung) handelt, sondern ausschließlich um die Vertragsgestaltung zwischen einem einzigen Unternehmen und den Lieferanten dieses Unternehmens. Kein wettbewerbsrechtliches Verstoß ist erkennbar, deshalb ist die Sache für die EU-Wettbewerbsbehörden völlig uninteressant.

Die effektivste Methode, gegen die Geschäfts- bzw. Einkaufspolitik einer Übersetzungsagentur zu protestieren, ist jegliche Zusammenarbeit mit dieser Agentur einzustellen. Schließlich haben doch auch die "großen" Unternehmen der Branche wie LOX einen Gesamtmarktanteil von weit unter 1 %.



Danke Robin, aber immer nur den Mund halten, ignorieren und alles wird gut? Ich habe es jetzt einmal über diese "falsche" Plattform versucht. An wen soll man sich denn sonst wenden?

Und meiner Ansicht nach hat es schon etwas mit Verbraucherschutz zu tun, denn wenn man als Übersetzer praktisch dazu genötigt wird, ein solches Abonnement abzuschließen, dann ist man AUCH Verbraucher, oder nicht? Überhöhte Strompreise sind ja auch nicht hinzunehmen. Und wenn man immer nur den Mund hält, ändert sich nie was. Auch die überhöhten Strompreise nicht.

[Edited at 2011-01-18 12:16 GMT]


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RobinB  Identity Verified
Germany
Local time: 23:59
German to English
An wen soll man sich denn sonst wenden? Jan 18, 2011

langnet wrote: Danke Robin, aber immer nur den Mund halten, ignorieren und alles wird gut? Ich habe es jetzt einmal über diese "falsche" Plattform versucht. An wen soll man sich denn sonst wenden?


Zuerst die Wettbewerbsbehörden im eigenen Lande, falls die Vermutung eines wettbewerbsrechtlichen Verstosses besteht.

Falls aber kein Rechtsverstoß besteht (und das dürfte auch hier der Fall sein), kann man sich den (inzwischen vielen) Stimmen anschließen, die die Praktiken dieses Unternehmens (sowie weiterer Unternehmen) publik anprangern. Aber solange solche Unternehmen ausreichend Lieferanten finden, die bereit sind, unter den beschriebenen Umständen zu arbeiten, und solange die Kunden dieser Unternehmen kein Interesse an fairen Bedingungen für die Lieferanten haben, wird sich an dieser Situation nichts ändern. Schließlich ist es Sache des Markts, nicht des Staats.

Viel aussichtsreicher wäre es m.E., wenn betroffene Übersetzer in einer gut durchdachten und eng koordinierten Aktion die Kunden solcher Agenturen mit professionell verfassten Protestschreiben bombardieren würden (und die Wirkung diese rAktion durch Medienberichte untermauern). Think big!


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