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Übersetzungen DE-Fremdsprache: wie viele Wörter mehr?
Thread poster: Jerzy Czopik

Sarah Swift  Identity Verified
Local time: 07:36
German to English
Danke, Janet May 29, 2011

...für die ausführliche (und sehr einleuchtende) Antwort.

 

Michael Wetzel  Identity Verified
Germany
Local time: 07:36
German to English
Danke für die neuen Einsichten May 30, 2011

Hallo,
ich wollte mich auch noch einmal melden. Vielen Dank an alle, ich habe echt einiges gelernt.

@ Janet
Das mit den Wortpreisen im ZT war nicht abwertend gemeint: Ich kannte das einfach nicht. Wenn es sich nicht um eine größere Ausschreibung handelt, ist es letztendlich egal, wie man abrechnet. Die Abrechnung nach Wörtern im Zieltext hat bei Übersetzungen DE>EN auf jeden Fall den Vorteil, dass die Honorare nicht so hoch aussehen (vor allem bei Kunden, die sich an
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Hallo,
ich wollte mich auch noch einmal melden. Vielen Dank an alle, ich habe echt einiges gelernt.

@ Janet
Das mit den Wortpreisen im ZT war nicht abwertend gemeint: Ich kannte das einfach nicht. Wenn es sich nicht um eine größere Ausschreibung handelt, ist es letztendlich egal, wie man abrechnet. Die Abrechnung nach Wörtern im Zieltext hat bei Übersetzungen DE>EN auf jeden Fall den Vorteil, dass die Honorare nicht so hoch aussehen (vor allem bei Kunden, die sich an AT-Wortpreisen EN>DE orientieren).
Was der Textschwierigkeit betrifft, würde ich sie aber eher ganz getrennt von der Textlänge einschätzen. Bei deinem Beispiel von erklärenden Übersetzungen stimmt es, dass Textlänge in der ZS und Textschwierigkeit positiv korrelieren. Es gibt aber auch Beispiele für das Gegenteil: Wenn der Autor seine Sätze besonders knapp und prägnant formuliert, dann kostet die Übersetzung mehr im Vergleich zur Länge des AT, als wenn der Autor mit verschachtelten und überladenen Sätzen schreibt. Im ersten Fall erreicht man selten dieselbe Optimierung der Formulierungen in der Fremdsprache; im zweiten Fall werden die Sätze bei der Übersetzung meistens knapper, damit ein ordentliches Englisch rauskommt.

@ Heinrich,
ich kenne das vom Hörensagen, dass Übersetzungen EN>DE meistens sehr deutlich zunehmen (vielleicht 120%+ nach Anschlägen), aber wie Jerzy's Daten für PLDE zeigen, heißt das nicht, dass Übersetzungen DE>EN nicht auch zunehmen. Wie gesagt, ist dies bei mir in der Regel der Fall.
Mit mehr Erfahrung und großzügigeren Lieferfristen würde das vielleicht etwas anders aussehen, aber eine durchschnittliche Abnahme von mehr als 2-3% kann ich mir gar nicht vorstellen. Und wie Sarah auch, habe ich mal darunter gelitten, dass ein Kunde meinte, dass Übersetzungen DE>EN normalerweise wesentlich kürzer als die AT ausfallen.

@ Sarah,
wenn es auch noch hilft: Das muss man auch nicht unbedingt begründen. Ich schreibe in meine Angebote einfach immer ein Zeilenhonorar nach Normzeilen mit einer Begriffsbestimmung (= à 55 Anschläge im englischen Text [Diese Definition kommt aus dem JVEG Gesetzestext]) und dazu ein geschätztes Gesamthonorar (bei mir normalerweise nach dem deutschen Text +10% gerechnet, damit der Endpreis fast immer darunter liegt).
Das ist auch was die allermeisten deutschen Übersetzer mit einer Normzeile meinen, und meine Kunden fragen nicht, wieso ich so abrechne.
Bei britischen und US-amerikanischen Kunden würde ich aber immer nach Wörtern rechnen, da "Normzeile" für sie gar kein Begriff ist. Wie Janet schreibt, ist Wörter im ZT hier eine Möglichkeit.

Schöne Grüße
Michael
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Kaiya J. Diannen  Identity Verified
Australia
Member (2008)
German to English
Eigene Erfahrung May 30, 2011

Michael Wetzel wrote: Bei deinem Beispiel von erklärenden Übersetzungen stimmt es, dass Textlänge in der ZS und Textschwierigkeit positiv korrelieren. Es gibt aber auch Beispiele für das Gegenteil...


Naja, es gibt immer verschiedene Beispiele, und wie man sagt, "Die Mehrzahl von Anekdoten heißt nicht Daten". Als wir von Durchschnittswerten sprechen, kann ich nur aus eigener Erfahrung reden. Die Texte mit den ich arbeite entsprechen viel öfter dem ersten Beispiel als anderen.

Wenn nicht... habe ich vielleicht Pech! Aber ich denke (glücklicherweise - oder unglücklicherweise?) nicht oft.

[Edited at 2011-05-30 13:53 GMT]


 

Michael Wetzel  Identity Verified
Germany
Local time: 07:36
German to English
auf jeden Fall interessant May 30, 2011

Hallo Janet,
ich verlasse mich dann auf deine Erfahrung, da ich auf dem Gebiet keine habe - du wirst schon Recht haben.

Auf jeden Fall sind ZT-Wörter eine interessante Möglichkeit für die Abrechnung: Vielen Dank für das Mitteilen.

Schöne Grüße
Michael


 

Marie-Céline GEORG  Identity Verified
France
Local time: 07:36
German to French
+ ...
Meine Erfahrung Deutsch --> Französisch May 30, 2011

Heute wurde ich gefragt, ob folgende Zuwachsraten bei den Sprachen richtig sind.
Ausgangssprache ist Deutsch, Thema ein technischer Produktkatalog.
Die jeweiligen Zahlen sollen Faktoren sein, um wie viele Wörter mehr in der Zielsprache sein sollen:
F = 1,39


Für ein Produktkatalog scheint mir der Faktor ziemlich korrekt, da man für Produktnamen sehr oft 3 Wörter auf französisch braucht, wo es auf Deutsch ein einziges Wort gibt. Z.B. Verbindungskabel = câble de liaison

Sonst benutze ich i.d.R. einen Zuwachsfaktor von 25% (Wörter) oder 15% (Anschläge), um das Zielvolumen einzuschätzen. Diese Raten wurden mir von Kollegen gegeben, aber ich habe sie auch im Laufe der Zeit geprüft, und festgestellt, daß sie durchschnittlich korrekt sind.

Was die Berechungseinheiten betrifft, ändern sich für mich die Sachen seit einigen Jahren.
Als ich angefangen habe, bekam ich sehr oft gedruckte Texte zu übersetzen, so daß es einfacher war, den Zieltext dank der Word-Statistik zu berechnen. Für französische Kunden benutzte ich eher die Wortzahl, für deutsche Kunden eher die Zeilenzahl. Zeilenpreise benutzt man in Frankreich überhaupt nicht, obwohl es auch eine Normzeile existiert (à 60 Anschläge...).
Jetzt, wo ich überwiegend Dateien zu übersetzen bekomme, bei denen es einfach ist, den Ausgangsvolumen zu kalkulieren, finde ich es besser, einen Preis pro Ausgangswort oder Ausgangszeile zu berechnen: den Kunden kann ich sofort einen festen Preis geben.

Es gibt in Frankreich viele Diskussionen über Preiseinheiten ! Für "technische" Übersetzungen werden üblicherweise Wörter gerechnet, Bücherübersetzungen werden im Allgemein pro Normseite à 1500 Anschläge berechnet. Anfänger haben oft Probleme, da sie die Zuwachsraten nicht in Bezug nehmen und Zieltextpreise für Ausgangswörter bekommen...
Dann wird diskutiert, ob es logischer ist, mit dem Ausgangstext zu kalkulieren (dann werden keine Ansprüche möglich, wenn ein Übersetzer etwas kürzer macht, als ein anderer), oder mit dem Zieltext (was bezahlt wird, ist das sichtbare Ergebnis der Arbeit des Übersetzers). Einige schlagen vor, nur Stundenpreise zu geben.

Für mich soll der Preis den Wert des ganzen Übersetzungsprozess reflektieren, wie Janet es beschrieben hat. Wortpreis oder Zeilenpreis (oder Seitenpreis oder Preis pro 1000 Anschläge, usw.) ist nur eine Abschätzungsmethode, um im voraus einen Preis für einen gewissen Text geben zu können. Das kann auch helfen, die nötige Zeit zu schätzen. Bei direkten Kunden gebe ich fast immer Pauschalpreise, bei Agenturen frage ich, welche Einheit sie benutzen, um meine Preise entsprechend zu gestalten. Am Ende kriege ich sowieso den selben Betrag für meine Arbeit, was für mich das wichtigste ist.


 

Nicolette Quigley
Local time: 07:36
German to English
+ ...
Abrechnung von Normzeilen des Zieltexts Sep 7, 2011

Hallo,

ich gehe immer folgendermaßen vor und bin bislang immer gut damit gefahren.

Bei Englisch ins Deutsche

1. Ich zähle die Normzeilen (55 Anschläge inkl. Leerzeichen) des Ausgangstexts.

2. Ich addiere 25% des Ergebnisses dazu mit dem Argument, dass das Deutsche ca. 25% länger ist als das Englische

3. Ich füge noch hinzu, dass der Endpreis noch nach oben oder unten variieren kann und dass die Zeilenzahl des übersetzten Text
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Hallo,

ich gehe immer folgendermaßen vor und bin bislang immer gut damit gefahren.

Bei Englisch ins Deutsche

1. Ich zähle die Normzeilen (55 Anschläge inkl. Leerzeichen) des Ausgangstexts.

2. Ich addiere 25% des Ergebnisses dazu mit dem Argument, dass das Deutsche ca. 25% länger ist als das Englische

3. Ich füge noch hinzu, dass der Endpreis noch nach oben oder unten variieren kann und dass die Zeilenzahl des übersetzten Textes maßgeblich ist.

Ich hatte in meinen 15 Jahren Praxis noch kein einziges Mal Proteste von den Kunden. Sollte mich einer fragen (was noch nie vorgekommen ist), wieso ich den Zieltext berechne, würde ich sofort das Argument vorbringen, dass jeder einzelne Anschlag, den ich mit meinem Finger auf der Tastatur vollziehe, gezählt wird. Daher die Abrechnung der Leerzeichen und daher auch die Abrechnung des Zieltexts. Das ist ja schließlcih die Leistung, die ich erbringe.

Bei Deutsch ins Englische:

HIer mache ich es mir leicht

1. Ich zähle die Normzeilen des Ausgangstexts

2. Ich errechne den Endpreis mit Zeilenpreis

3. Ich füge noch hinzu, dass der Endpreis noch nach oben oder unten variieren kann, aber sehr wahrscheinlich nacht unten variieren wird, da das Englische kürzer als das Deutsche ist und dass die Zeilenzahl des übersetzten Textes maßgeblich ist.

4. Der Kunde freut sich dann, weil in fast allen Fällen der Endpreis niedriger als der Kostenvoranschlag ist. Dies ist psychologisch vorteilhaft

Nur weil die Agentur dem Kunden einen Festpreis geben will und den Ausgangstext berechnet, muss ich mich dem nicht beugen. Die Agentur sollte einfach besser ihre Hausaufgaben machen.

Was den Wortpreis betrifft, bin ich etwas unsicherer. Ich versuche, immer meinen gewünschten Zeilenpreis so umzurechnen, dass ich auf den gewünschten Wortpreis komme, der meinem Zeilenpreis entspricht.

Generell habe ich mal ausgerechnet, dass 1 Wort ungefähr 8 Zeichen entspricht.

Viele Grüße von Nicolette

[Edited at 2011-09-07 11:27 GMT]

[Edited at 2011-09-07 11:27 GMT]

[Edited at 2011-09-07 11:27 GMT]

[Edited at 2011-09-07 11:29 GMT]
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smarinella  Identity Verified
Italy
Local time: 07:36
German to Italian
+ ...
DE>IT Sep 8, 2011

meiner Erfahrung nach, wird ein italienischer Text ca. 15 % länger als der deutsche Text, manchmal sogar bis 20% länger (3 Wörter auf IT statt 1 zusammengesetzes Wort auf DE).

Dasselbe passiert mit wenn ich DA>IT übersetze. Viel hängt aber vom Thema ab; bei technischen Inhalten ist der Unterchied nicht so groß.

Ich rechne immer in Standardzeilen (55, manchmal auch 52 Anschläge- in CH) und in der Zielsprache. Wenn man von mir unbedingt einen Preis in der Ausgan
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meiner Erfahrung nach, wird ein italienischer Text ca. 15 % länger als der deutsche Text, manchmal sogar bis 20% länger (3 Wörter auf IT statt 1 zusammengesetzes Wort auf DE).

Dasselbe passiert mit wenn ich DA>IT übersetze. Viel hängt aber vom Thema ab; bei technischen Inhalten ist der Unterchied nicht so groß.

Ich rechne immer in Standardzeilen (55, manchmal auch 52 Anschläge- in CH) und in der Zielsprache. Wenn man von mir unbedingt einen Preis in der Ausgangsprache haben will, dann sage ich immer, dass IT länger sein wird und deswegen man ca. 15% mehr Anschläge mitrechnen soll.
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RWSTranslation
Germany
Local time: 07:36
Member (2007)
German to English
+ ...
Textmenge und Qualifikation Sep 12, 2011

Hallo,

neben der Textschwierigkeit und natürlich auch der Sprachkombination hängt der Umfang des Zieltextes jedoch auch von der Qualifikation des Übersetzers ab. Wir haben ermittelt, dass der Zieltext von im Fachbereich qualifizierten Übersetzern oft kleiner ist als bei eher unerfahrenen Übersetzern.

Viele Grüße

Hans


 
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