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Übersetzungen DE-Fremdsprache: wie viele Wörter mehr?
Thread poster: Jerzy Czopik

Jerzy Czopik  Identity Verified
Germany
Local time: 02:46
Member (2003)
Polish to German
+ ...
May 27, 2011

Heute wurde ich gefragt, ob folgende Zuwachsraten bei den Sprachen richtig sind.
Ausgangssprache ist Deutsch, Thema ein technischer Produktkatalog.
Die jeweiligen Zahlen sollen Faktoren sein, um wie viele Wörter mehr in der Zielsprache sein sollen:
GB(UK) = 1,22
F = 1,39
I = 1,19
E = 1,25
NL = 1,04

Kann es wirklich sein, dass der englische Text fast genau so lang sein wird, wie der spanische? Und dass Englisch überhaupt 22% länger sein soll als Deutsch?

Die zweite Frage schließt sich hier an: ist es üblich, nach Zielwort mit den obigen Faktoren abzurechnen?

Danke
Beste Grüße
Jerzy


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Mariella Bonelli  Identity Verified
Local time: 02:46
English to Italian
+ ...
Wortanzahl May 27, 2011

Jerzy Czopik wrote:
Kann es wirklich sein, dass der englische Text fast genau so lang sein wird, wie der spanische? Und dass Englisch überhaupt 22% länger sein soll als Deutsch?


Um diese Fragen ausführlich zu beantworten sollte ich natürlich ein Studium durchführen, aber was ich sagen kann, die Wortanzahl bedeutet nicht oder nicht immer, daß ein Text länger wird. Beispiel:
DE Versicherungsgesellschaft
EN Insurance company
Auf Englisch hat mat zwei Wörter aber einen kurzeren Text.
Es gibt viele weitere Beispiele, das ist nur das Prinzip.


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Jerzy Czopik  Identity Verified
Germany
Local time: 02:46
Member (2003)
Polish to German
+ ...
TOPIC STARTER
Das leuchtet mir ein... May 27, 2011

Stimmt, das habe ich nicht bedacht.
Dennoch erscheint es mir aus meiner Erfahrung unüblich, nach Wort Zieltext abzurechnen.
In meiner Praxis kenne ich die Abrechnung nach Wort AT.
Hier weiß ich leider nicht genau, ob das nur so dargestellt wurde, um schließlich unterschiedliche Wortpreise pro Sprache zu realisieren, denn dann wäre es nichts anderes, als Abrechnung nach AT mit unterschiedlichen Wortpreisen. Die Abrechnung nach ZT nach der Übersetzung ist hingegen bei derartigen Aufträgen aus meiner Sicht nicht üblich.

Danke


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Sylvie Eschkotte
Germany
Local time: 02:46
Member (2006)
German to French
Nicht überall gleich May 27, 2011

Jerzy Czopik wrote:
Dennoch erscheint es mir aus meiner Erfahrung unüblich, nach Wort Zieltext abzurechnen.
In meiner Praxis kenne ich die Abrechnung nach Wort AT.

Hallo Jerzy,
In der Schweiz, z.B., wird es mit Zielzeilen gerechnet.
Das Tool (http://www.amtrad.it/feewizardol.php) kann ev. für die "Rechnerei" oder eine Idee zu bekommen helfen.


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Michael Wetzel  Identity Verified
Germany
Local time: 02:46
German to English
meine Daten May 27, 2011

Hallo Jerzy,
ich sammle solche Daten nur unregelmäßig, aber auf der Basis von ca. 20 Übersetzungen (allerdings geisteswissenschaftlich und z. T. ins enUS [das Letzere ist aber eher irrelevant]) kann ich die Einschätzung für EN zustimmen. Bei mir gibt es im Durchschnitt 123,65% mehr Wörter im EN und ca. 107% mehr Anschläge.

Allerdings ist die Streuung unter den einzelnen Übersetzungen sehr breit. Meine (EN) Übersetzungen haben nicht allzu selten weniger Anschläge als die (DE) Originale - es hängt sehr vom Autoren und von der Textsorte ab.

Ich habe auch nie von einer Abrechnung nach Wörtern im ZT gehört. Dies wäre auch Unsinn, da es die Schwäche der Normzeile (keine verbindliche Preisangabe im Voraus) mit dem des Wortes (eine sehr willkürliche Bestimmung der Länge eines deutschen Textes) vereint.

Vielleicht hast du Recht, dass sie mithilfe dieser Daten irgendwie normale (AT) Wortpreise ausrechnen wollen. Allerdings denke ich nicht, dass diese Daten dafür geeignet sind. Sie helfen nur: (1) bei Honorareinschätzungen im Rahmen von Angeboten nach Normzeilen, (2) bei der Korrelierung von Wort- und Zeilenpreise in einer Sprachrichtung, (3) in Situationen, wo die genaue Länge des Zieltextes ein wichtiger Faktor ist.

Wenn es um zwei Sprachen oder Sprachrichtungen geht, könnte man das m. E. am Einfachsten so machen: Man sammelt Daten darüber, wie viele AT-Wörter in beiden Sprachen pro Stunde im Durchschnitt übersetzt werden und dann teilt man den gezielten Stundensatz durch diese Zahl.

Schöne Grüße
Michael


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Jutta Deichselberger  Identity Verified
Local time: 02:46
Member (2004)
French to German
+ ...
Pi mal Daumen May 27, 2011

Vom Dt. ins Englische wirds in der Regel kürzer: ca. 0,9
Ins Französische, Italienische, Spanische wirds meist länger: ca. 1,2

Aber es kommt auch immer auf die Art des Textes an, und Ausnahmen bestätigen - wie immer... - die Regel...

Au Backe - ich hatte gar nicht gesehen, dass es um die Wörter ging... Sorry...
Meine Ausführungen beziehen sich auf die Textmenge, d.h., auf die Anschläge...

Wobei natürlich die deutsche Sprache deutlich weniger (und dafür viel längere) Wörter verwendet als z.B. die romanischen Sprachen, in denen Unmengen von Präpositionen und Bindewörtern verwendet werden. Im Deutschen packt man ja häufig einfach alles zu einem Mammutwort zusammen...

[Bearbeitet am 2011-05-28 10:35 GMT]


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Jutta Deichselberger  Identity Verified
Local time: 02:46
Member (2004)
French to German
+ ...
Abrechnungsmodi May 27, 2011

In F wird nach Wörtern des Ausgangstextes abgerechnet

In D wurde früher hauptsächlich nach Zielzeilen (à 50 - 55 Anschläge) abgerechnet, inzwischen wird auch immer häufiger nach Wörtern des Ausgangstextes abgerechnet.

Ich kenne aber auch eine dt. Agentur, die Festpreise nach Zeilen des Ausgangstextes vereinbart.


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Heinrich Pesch  Identity Verified
Finland
Local time: 03:46
Member (2003)
Finnish to German
+ ...
Stimmt wohl May 27, 2011

Englisch hat ja kaum Bindewörter, und die Jungen schreiben ja bald auch auf Deutsch Donau Dampf Gesellschaft Kapitän

Generell ist der Text 10 % kürzer in EN.

Finnisch hat bei der Wortzahl den Faktor 0,7 und bei der Anschlagzahl ebenfalls 0,9. Aber es hängt auch sehr vom Thema ab.

Wörterzählung nach Zieltext habe ich allerdings noch nie erlebt.


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Michael Wetzel  Identity Verified
Germany
Local time: 02:46
German to English
andere Daten? May 27, 2011

Hallo an alle,
jetzt interessiert mich das auch.

Wenn ich richtig verstanden habe, sind Heinrich und Jutta beide keine Englischübersetzer. Hat sonst jemand konkrete Daten - abgesehen von meiner Mini-Stichprobe? Ich meine, dass es etwas dazu im "Grünes Licht" vom ADÜ Nord gibt, aber leider habe ich diesen Band nie gekauft.

Ich kann nur aus persönlicher Erfahrung sagen, dass ich neulich eine Übersetzung DE>EN auftragsbedingt auf 82% (Anschläge) der AT-Länge kürzen musste und, dass dies eine Qual war. Und das obwohl meine Übersetzungen für diese Autorin normalerweise außergewöhnlich kurz ausfallen (etwas kürzer als die deutschen Originale). Ich kann mir nicht vorstellen, dass 90% (Anschläge, nicht Wörter) ein normaler Wert sein kann.

Schöne Grüße
Michael


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Sarah Swift  Identity Verified
Local time: 02:46
German to English
Wachsen und schrumpfen May 27, 2011

Mit genauer Statistik kann ich nicht dienen. Mir fällt beim DE-EN Übersetzung nur immer wieder auf, dass zwei Einflussfaktoren sich manchmal gegenseitig aufheben.

1. Im kulturell "neutralen" Zusammenhängen wird ein englischer ZT sehr oft kürzer als der deutsche Ausgangstext. Jedenfalls wenn man in Anschlägen oder Normzeilen rechnet, der englische Text wird meistens "wortreicher" sein.

2. Sobald die Ausgangssprache Abkürzungen für kulturspezifisches Wissen nutzt, das in der Übersetzung nicht ganz so knapp ausgedruckt werden kann, zieht die Länge vom englischen Text wieder an. ("Die rosarote Politik wird in diesem Punkt von schwarz-gelb vehement ablehnt.")

Dazu noch eine "Pannengeschichte"
Ich kann mich an einem Auftrag der zweiten Sorte von letztes Jahr erinnern, die Übersetzung von einem wissenschaftlichen Beitrag für eine Fachzeitschrift. Im Text ging es um ein neues Museum in Deutschland und um die Besonderheiten des Gebiets, wo das Museum angesiedelt war. Viele Begriffe liessen sich auf Englisch nicht so knapp wie im Deutschen wiedergeben, und der englische ZT war schließlich nur ein paar Zeilen kürzer als der AT. (Er hatte auch weniger Anschläge.)

In der Wahrnehmung des Kunden war der Zieltext jedoch "vierzig Prozent länger." Er hatte bei der Auftragsvergabe nicht erwähnt, dass er sich beim Abfassen der deutschen Vorlage an einer vorgegebenen Maximalwortzahl orientiert hatte...
Letzten Endes haben wir es geschafft, den Artikel um einen Drittel zu stützen, aber es war - eben wegen der vielen kulturspezifischen Anspielungen - anstrengend.

Seitdem frage ich im Vorfeld nach, in welchem "Rahmen" der Text passen muß.


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Heinrich Pesch  Identity Verified
Finland
Local time: 03:46
Member (2003)
Finnish to German
+ ...
Doch schon May 27, 2011

Michael Wetzel wrote:

Hallo an alle,
jetzt interessiert mich das auch.

Wenn ich richtig verstanden habe, sind Heinrich und Jutta beide keine Englischübersetzer. Hat sonst jemand konkrete Daten - abgesehen von meiner Mini-Stichprobe? Ich meine, dass es etwas dazu im "Grünes Licht" vom ADÜ Nord gibt, aber leider habe ich diesen Band nie gekauft.

Ich kann nur aus persönlicher Erfahrung sagen, dass ich neulich eine Übersetzung DE>EN auftragsbedingt auf 82% (Anschläge) der AT-Länge kürzen musste und, dass dies eine Qual war. Und das obwohl meine Übersetzungen für diese Autorin normalerweise außergewöhnlich kurz ausfallen (etwas kürzer als die deutschen Originale). Ich kann mir nicht vorstellen, dass 90% (Anschläge, nicht Wörter) ein normaler Wert sein kann.

Schöne Grüße
Michael


Gerade in letzter Zeit habe ich viel EN-DE übersetzt, aber immer war es ein Eil-Auftrag und da wird der Zieltext oft länger als nötig. Z.B ein Projekt über eAuktionen, da ist es ja klar, dass Deutsch deutlich länger wird.
Ich kann behaupten, dass ich faul bin und nicht gerne mehr Wörter schreibe als nötig.


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Jerzy Czopik  Identity Verified
Germany
Local time: 02:46
Member (2003)
Polish to German
+ ...
TOPIC STARTER
Ich kann nur mit Statistiken für Polnisch dienen May 27, 2011

Der Grund der Fragerei dürfte klar sein: mein Kunde wollte Angebote einholen und bekam auch diese Zahlen serviert. Da ich bei dem Kunden für DE-PL eine ganz klare Wortgewichtung vorgelegt habe, wunderte er sich anschließend über dieses doch recht vage Angebot.
So viel zur Vorgeschichte.

Bei Übersetzungen DE-PL "wächst" der Text um ca. 7-10%, wobei das sowohl in der Wort- wie auch in der Zeichenzahl sichtbar wird. Je knapper die deutschen Formulierungen, um so schlimmer wird es. Vor allem dann, wenn in DE Abkürzungen verwendet werden - dies ist in PL in dem Umfang nicht gängig.
Andersherum, dh. PL-DE, wird es aber auch länger - dies liegt aber meistens daran, dass die polnischen Texte oft katastrophal geschrieben sind.


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Kaiya J. Diannen  Identity Verified
Australia
Member (2008)
German to English
Pro ZT und noch länger May 27, 2011

Michael Wetzel wrote:
Bei mir gibt es im Durchschnitt 123,65% mehr Wörter im EN und ca. 107% mehr Anschläge.


Ich übersetze nur DE>EN(US), und obwohl ich denke diese ca. 23% Erhöhung ist vielleicht auch bei mir einen Durchschnittswert, manchmal habe ich zum Schluss Übersetzungen mit sogar 40% mehr Wörter drin...

Ich habe auch nie von einer Abrechnung nach Wörtern im ZT gehört. Dies wäre auch Unsinn, da es die Schwäche der Normzeile (keine verbindliche Preisangabe im Voraus) mit dem des Wortes (eine sehr willkürliche Bestimmung der Länge eines deutschen Textes) vereint.


Ähm, ich berechne oft genug nach Ziel-Wort, obwohl lieber nach Ziel-Zeile. Wenn es sein muß, nach Ausgangs-Wort, aber das benutze ich (und meine Kunden) immer noch seltener als die andere Methoden.


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Sarah Swift  Identity Verified
Local time: 02:46
German to English
Wie setzt man die Abrechnung nach Zieltextmenge durch? May 27, 2011

Janet Rubin wrote:

Ähm, ich berechne oft genug nach Ziel-Wort, obwohl lieber nach Ziel-Zeile. Wenn es sein muß, nach Ausgangs-Wort, aber das benutze ich (und meine Kunden) immer noch seltener als die andere Methoden.


Wie setzt du das nur durch, Janet? Ich würde auch gerne auch nach Textmenge des Zieltextes abrechnen, aber wenn der Kunde fragt, worin der Nutzen dieser Abrechnungsmethode für ihn liegen sollte, fallen mir erst mal keine Argumente ein.


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Kaiya J. Diannen  Identity Verified
Australia
Member (2008)
German to English
Kunden-Wissen v. Kunden-Ausbildung May 28, 2011

Sarah Swift wrote:
Wie setzt du das nur durch ... wenn der Kunde fragt, worin der Nutzen dieser Abrechnungsmethode für ihn liegen sollte, fallen mir erst mal keine Argumente ein.


Naja, ich glaube es hängt ein bißchen davon ab, wer der Kunde ist, und wo der Kunde ist. Es scheint mir, dass viele meiner Kunden aus Deutschland besser verstehen, dass die Zieltext-Menge in einem Verhältnis (nicht unbedingt direkt, aber irgendein Verhältnis schon) mit der Schwierigkeit der Übersetzung steht.

Wie du selbst gemerkt hast, wenn es keine 1:1 Übersetzung gibt, ist die Resultat oft eine Erhöhung der Text-Menge (in Wörter), weil der/die ÜbersetzerIn extra Wörter einfach benutzen muß, um dem Sinn der Sache zu entsprechen/das richtige Konzept auszudrücken. Und das heißt auch Umdenken. Ich erkläre dies - und viele meiner Kunden dies so auch verstehen - als mehr Arbeit wie einfach blau mit blue zu übersetzen. So ergibt sich das vorerwähnte Verhältnis. Also, solche Kunden haben kein Problem damit, dass pro Zieltext bezahlt wird.

Wenn ich dies einem neuen Kunden erkläre, sag ich es so: Ich weiß nicht genau, wieviel dieser Text sich ausdehnen wird. Es kann gut sein [weil ich auch oft mit juristischer Texte arbeite, oder auch kreativer Texte, wie Universitäts-Motivationsschreiben], dass der sich bis zu 35% erhöht. Aus diesem Gründe, falls ich pro Ausgangstext berechen soll, werde ich die höchste Prozentsatz in Betracht ziehen, und nach dem höchsten Tarif abrechnen.

Aber, falls ich pro Zielltext berechne, dann bezahlen Sie auch weniger, falls der Text sich doch nur (z.B.) um 10% erhöht.

Manche Kunden verstehen, dass ich versuche hier nur "fair" zu werden, aber wenn Sie nicht verstehen, oder einfach unflexibel mit ihrer eigenen Preis-Methode sind, dann mache ich so wie ich gesagt habe: mein Tarif pro Ausgangswort ist einfach höher als mein Tarif pro Zielwort.


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