Pages in topic:   [1 2] >
Freiberuflich -- berufliche Weiterentwicklung
Thread poster: Anna Fangrath

Anna Fangrath  Identity Verified
Local time: 14:17
Jan 27, 2012

Hallo Allerseits,

ich bin nun seit einem Jahr freibruflich tätig.
Ich denke über ein Zweitstudium nach, denn die Übersetzungen bringen mich finaziell nicht weiter.
Hat jemand hier ähnliche Erfahrungen oder hat sogar noch mal studiert?


 

Bernd Müller
Germany
Local time: 14:17
German to Romanian
+ ...
Tipps- zum Vergleichen & als Denk- & Handlungs- Anstoß Jan 28, 2012

Hallo, A_Fangrath ,

1. >>>>die Übersetzungen bringen mich finanziell nicht weiter.
Unklare Aussage! Was Willst Du denn nun:
- davon leben können,
- oder gar reich werden?

Reich wird man vom (eigenen) Übersetzen kaum/ nicht; aber mit 3 großen Sprachen- DE/ EN/ RU sollte man doch einigermaßen (normal/ würdig/ "dezent") leben können!
Besser verdienen die Dolmetscher, noch besser die Konferenz- Dolmetscher, am besten die (großen & seriösen) Ü- Büros- eine bekannte Tatsache; nie habe ich Gegenteiliges gehört.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass Akquisefehler/ viel zu wenig gezielte, marktgerechte Akquise die- fast einzige- Ursache sind, bei dieser Sprachen- Kombi! Die Chefin eines Ü-Büros sagte mir mal, vor über 10 Jahren: "Die Übersetzer haben oftmals keine Ahnung von Akquise"!


2. >>>>>>>ähnliche Erfahrungen oder hat sogar noch mal studiert?
Schon, aber umgekehrt:

Dipl.-Ing., nach ca. 28 Jahren - wg. Arbeitslosigkeit, fehlender Befriedigung etc.- auf Übersetzer (nicht Zweitstudium, sondern staatl. Prüfung als Externer ) umgestellt.

Macht mir heute weitaus mehr Spaß, als die Ing.- Tätigkeit seinerzeit! Lief anfangs auch nicht allzu gut- aber ich habe eine s. kleine Sprache (RO)- und keine weitere (EN nur selten) angeboten. Also vollkommen andere Konstellation- da auch das Internet erst im Kommen war, RO noch nicht in der EU, CAT- Tools noch in den Kinderschuhen, etc.pp.

Zu beachten hierbei:

Ich übersetze heute praktisch keine Technik & EDV/ Informatik mehr (trotz umfangreichster EDV- und Telekom- Kenntnisse - aus Uni & langen EDV- Schulungen, Funktechnik- Erfahrung etc.pp.) - vor allem wegen den Dumping- Preisen in/ aus RO (gegen die ich via Internet ankommmen müsste- nicht machbar!), sondern nur in den Bereichen: Recht, Behörden (-Korrespondenz/ Dokumente- jeder Art), speziell Schul- und Studiennachweise, mit kpl. Studiendaten/ - Anlagen, Ausländer- Dokumente (Asylantenthematik gibt es ja für RO nicht- mehr- ) etc.
D.h., ich übersetze sozusagen ausschließlich "beglaubigt"- da kann kein Ausländer mir die Preise kaputtmachen, denn ausländische Übersetzungen werden- da aufgrund von schlechten WöBü, der üblichen Schlamperei und eindeutig Fremdsprachenkenntnissen in Deutsch (meist- fast IMMER!!) unter aller Kanone, in Rumänien & Moldawien - dagegen ankommen- denn ALLE Übersetzungen aus RO / MD müssen in der BRD von einem "Be-/ Vereidigten" bestätigt werden, trotz Apostillen - und allein das würde ja auch Geld einbringen; aber in min. 90 - 95 % der Fälle sind so viele Fehler drin, dass nur eine Neuübersetzung in Frage kommt. Zum Leidwesen der Kunden, die doppelt zahlen müssen.

Möglicherweise hast Du ja auch mit Dumping- Preisen in RU zu kämpfen und kannst bei den Lebenshaltungskosten in der BRD nicht dagegen ankommen- deshalb diese Details!

Ja- übrigens- ich war anfangs s. viel in BDÜ- Gruppen mit dabei (da ich in München wohne- EN-, jur-, Einsteiger- Gruppe, inzwischen gibt es sogar eine Techniker- Gruppe, die sich regelmäßig trifft) - der Austausch mit den Kollegen war s. hilfreich, ich habe mir ein recht realistisches Bild von dem Ü- Alltag und seinen reellen Problemen machen können- was ohne diese vielen Ansprechpartner- die z.T. natürlich auch mauerten (und Probleme mit Kollegen gehören ja auch zum Ü- Alltag mit dazu; z.B. bei einer Zusammenarbeit bin ich mal arg auf die "Schnauze" gefallen- aber es war ja glücklicherweise nur ein kleines Projekt- da ist also gr. Vorsicht geboten- deshalb vermeiden es die Übersetzer auch oft/ meistens (??), habe ich den Eindruck) - nicht bzw. nur nach s. langer Zeit möglich gewesen wäre. Daher kann ich nur empfehlen, in (am besten gleich mehreren- ich bin auch heute noch in ca. 6) Übersetzer- Foren im Internet und/ oder solchen Gruppen mitzumachen, zu Powwows zu gehen etc., um die Probleme ins rechte Licht zu rücken/ gerückt zu bekommen, Tipps zu bekommen etc.pp. Und hin und wieder jkommen auch vermutlich Aufträge, wenn die Kollegen überlastet sind (was bei mir allerdings nie der Fall war, da RO; aber EN- Aufträge wurden & werden immer wieder mal weitergegeben- es gibt offensichtlich Aufträge wie Sand am Meer und Übersetzer hierfür idem).

Na ja, hilft Dir vielleicht weiter, zum Vergleichen & als Denk- & Handlungs- Anstoß!

Übrigens- Deine Website ist nicht aufrufbar!

3. Ach ja, und das Fachwissen in den Spezialgebieten erarbeitet man sich- so ich im Rechts-, Verwaltungs-, Bildungsbereich inzwischen (auch etwas Med- für Arztdiplome und kpl. Studiendaten!!) - also sage ich mit Markus: dranbleiben!!! Das Internet bietet heuite (natürlich nicht nru für Dich, sondern auch für die Konkurrenz!) super Infos, von denen man sich vor 100 Jahren nicht zu träumen gewagt hätte- und praktisch für JEDERMANN zugänglich- wenn Du also gut recherchieren kannst, kommt der Rest von selbst! Nur zielgerecht und nachhaltig dranbleiben, und die richtigen Spezialgebiete auswählen- wo auch gut bezahlte Aufträge (oftmals dabei) sind!

Übrigens- in einem anderen Beruf/ nach einem Zweitstudium stehst Du genauso am Anfang wie hier, bist genauso Neuling; die Berufspraxis kommt erst später, Du musst alles Praktische (Erfahrung, Tricks, Kunstgriffe etc.) erst erlernen, das bekommst Du nirgends auf den Bänken der Uni mit- das sagen Absolventen heute noch genauso wie vor 10- 20- 30- 40 Jahren!!





A_Fangrath wrote:

Hallo Allerseits,

ich bin nun seit einem Jahr freibruflich tätig.
Ich denke über ein Zweitstudium nach, denn die Übersetzungen bringen mich finaziell nicht weiter.
Hat jemand hier ähnliche Erfahrungen oder hat sogar noch mal studiert?




[Editat la 2012-01-29 08:07 GMT]


 

Marcus König  Identity Verified
Germany
Local time: 14:17
Member (2009)
Portuguese to German
+ ...
Dranbleiben :-) Jan 28, 2012

Hallo Anna,

ich weiß zwar nicht genau, was du meinst, wenn du schreibst, die Übersetzungen würden dich „finanziell nicht weiterbringen“, aber ich würde nicht so schnell aufgeben – nicht nach einem Jahr. Das erste Jahr ist wohl für alle Freiberufler das schwierigste überhaupt. Das gilt natürlich besonders für solche Quereinsteiger wie mich, die aus der Technik kommen. Vieles muss man sich erst erarbeiten.

Ich würde es völlig normal finden, wenn du deine Einnahmen im zweiten und dritten Jahr jeweils verdoppeln kannst. Da liegt die Herausforderung, der du dich als Freiberuflerin stellen solltest. Nach einem Jahr findest du bestimmt noch viele Dinge, die du verbessern kannst. Manchmal muss man nur das richtige Rädchen finden, an dem man drehen muss, um wesentliche Dinge zu optimieren. Für mich war beispielsweise entscheidend, in den ersten zwei Jahren neue Kunden zu gewinnen, um die Schlechtzahler zu ersetzen. Bei dir kann es natürlich etwas völlig anderes sein.

Ein neues Studium kostet auch sehr viel Zeit und wird dich für lange Zeit „finanziell nicht weiterbringen“. Dein Profil macht auf mich einen sehr professionellen Eindruck und mit diesen Voraussetzungen wirst du es bestimmt auch schaffen!icon_smile.gif

Viele Grüße von der Ostsee,
Marcus


 

Elke Pielmeier
Local time: 14:17
English to German
Genau Jan 28, 2012

Das sehe ich ganz genauso. Die meisten, die sich selbständig machen, auch in anderen Berufen, brauchen eine Anlaufzeit, die auch gut mal zwei bis drei Jahre betragen kann.

Die könntest die Zeit allerdings zusätzlich nutzen, Fachgebietskenntnisse in die Tiefe auszubauen.

Ein Jahr ist jedenfalls viel zu früh, um erwarten zu können, ausgelastet zu sein.

[Bearbeitet am 2012-01-28 12:21 GMT]


 

Williamson  Identity Verified
United Kingdom
Local time: 13:17
Flemish to English
+ ...
Einmahl eine Übersetzerin, für immer eine Übersetzerin? Jan 28, 2012

A_Fangrath wrote:

Hallo Allerseits,

ich bin nun seit einem Jahr freibruflich tätig.
Ich denke über ein Zweitstudium nach, denn die Übersetzungen bringen mich finaziell nicht weiter.
Hat jemand hier ähnliche Erfahrungen oder hat sogar noch mal studiert?



Ich versuche ein Wirtschaftsstudium mit freiberuflichem Übersetzen zu kombinieren .
Es geht schwierig zusammen weil einen Auftrag immer gegen einen gewissen Datum und Uhr fertig sein muss ob man Prüfungen hat oder nicht.

Man hat so etwas wie der "Opportunity Cost" oder die Opportunitätskosten d.h. was man im Moment aufgibt um später mehr zu verdienen. Beim studieren sind diese Kosten ziemlich hoch.

Es ist entweder freiberuflich Übersetzen (Geld verdienen) oder studieren. Beide geht nicht zusammen.
Auch wenn man eine seriöze Dolmetscherausbildung (ein(e) Dolmetscher(in) verdient mehr als eine(n) Übersetzer(in) gehen beide nicht zusammen.


[Edited at 2012-01-29 08:19 GMT]


 

Anna Fangrath  Identity Verified
Local time: 14:17
TOPIC STARTER
RE Jan 28, 2012

Hallo Marcus,
danke für deine Antwort. In den letzten Paar Jahren habe ich begriffen wie wichtig Fachwissen für einen Übersetzer ist und ich finde ich habe keine solide Basis auf einem bestimmten Gebiet, was ich gut kann ist Recherchieren und schell was neues begreifen:). Ich werde natürlich dranbleiben!


 

Bernd Müller
Germany
Local time: 14:17
German to Romanian
+ ...
Portal Rechtsterminologie und Übersetzen- DE; FR; IT; ES; RU Jan 30, 2012

Nützlich ist Dir vermutlich / ggf. auch dieses mein neues Posting, hier im Forum in meinem Thread:

Für KLEINERE Sprachen- Neueste Wörterbücher, Links, Glossare, Paralelltexte etc.




[Editat la 2012-01-31 07:01 GMT]


 

Bernd Müller
Germany
Local time: 14:17
German to Romanian
+ ...
Ja, A_Fangrath - was ist? Nützlich, nutzlos unsere Postings? Feb 4, 2012

Ja, A_Fangrath - was ist? Nützlich, nutzlos unsere Postings?

Oder ?? Weitere Beiträge unerwünscht??


 

Anna Fangrath  Identity Verified
Local time: 14:17
TOPIC STARTER
RE Feb 6, 2012

Hallo Bernd,
vielen Dank für die ausführliche Antwort, bin erst bei Punkt 2. Aber das sind schon mal wertvolle Infos.

Williamson>> schön, dass ich nicht ganz alleine mit der verrückten Idee bin. Wünsche Dir viel Erfolg, es lohnt sich auf jeden Fall, denke ich.


 

Nils Kohlmann  Identity Verified
Germany
Local time: 14:17
Italian to German
+ ...
Was sollte an einem anderen Berufsweg schlecht sein Feb 8, 2012

Sicherlich haben Argumente wie "Dranbleiben", "Akquise verbessern", "Fachkenntnisse erweitern" ihre Berechtigung und machen Sinn; eben im Rahmen des Freiberuflertums.
Wenig Sinn machen diese, wenn man erkannt hat, das der Job als freiberuflicher Übersetzer mit seinen besonderen Anforderungen für einen nichts ist. Sei es aus wirtschaftlichen Gründen oder persönlichen Handicaps, mangelnder Befriedigung, ausbleibendem Gewinn undsoweiter.
Daher finde ich es doch merkwürdig, warum hier manche doch so sehr von ihrem eigenen Werdegang überzeugt sind, als dass sich dieser in Folge auf alle anderen Berufsviten überstülpen lassen würde (Die schweigende Masse hier meldet sich ja nicht zu Wort...).
Man steht immer irgendwo am Anfang. Ich denke, es ist ab einem gewissen Punkt der Selbsteinsicht besser, einen Schnitt zu machen und Alternativen zu suchen, als sich die Zähne an etwas auszubeißen, das einem nicht liegt oder umständehalber fragwürdig erscheint (z.B. verbreitetes Dumping bei versch. Sprachpaaren etc.etc.)
Ein studierter Übersetzer hat viel Zeit in seine Ausbildung investiert. Dass er/sie fast nur als Freiberufler eine Chance hat, um diese ansprechend vergütet zu bekommen, ist für alle die extrem bedauerlich, die dazu nicht "taugen", mögen sie noch so gut übersetzen können (Aufklärungsmangel an den Universitäten).
Daher sollte hier eigentlich noch viel, viel mehr über mögliche Alternativen, Weiterbildungen, neue Wege gesprochen werden. Darin sehe ich wirklich Bedarf, um (nicht nur) all denen Perspektiven aufzuzeigen, die die Zeit an der Uni schon als verloren glauben.
Wäre vielleicht sogar eine eigene Rubrik wert.

Beste Grüße

[Bearbeitet am 2012-02-08 10:52 GMT]


 

Williamson  Identity Verified
United Kingdom
Local time: 13:17
Flemish to English
+ ...
Man weiß nie zuviel Feb 8, 2012

Es ist so dass Sprachen alleine nicht genügen. Was hat man zum verkaufen? Sprachkenntnisse ohne Inhalt, Wörter. Wo zahlen Sprachenjobs gut? Richtig, bei internationalen Institutionen wo man mit ein paar tausend Prüfungen mitmacht wobei es eine limitierte Nummer öffene Stellen gibt.
Das breite Mittelfeld von öffene Stellen sucht nach Leuten mit einer wirtschaftlichen, jura, EDV oder eine andere spezialisierte Ausbildung. Also, wer nicht hinten einen Computer-Bildschirm lebenslänglich übersetzen möchte, ist Kenntnisse von einem der o.g.Fachgebiete sehr wunschenswert. Ich finde die Big-5 Beratingsfirmen lehrreiche Arbeitgeber, aber wieviel Leute beschäftigen die nur um ihre Sprachkenntnisse und nichts mehr, ist eine offene Frage?

Eine gute Fremdsprachenkenntnisse und spezialisiertes Wissen macht einen in der Welt der Übersetzer, wo jeder sich Übersetzer nennen darf, ein gefragtes Produkt. Das Übersetzungsgeschäft fördert viel, zahlt aber peanuts z.B. Angebote, wobei man von 9-5 von Mo-Freitag zur Verfügung stehen muss für eine voluminöses Projekt, aber wobei man „nicht die übliche Raten“ fragen darf wegen das Volumen.
Wenn man EDV-Kenntnisse, wirtschaftliche Kenntnisse oder juristische Kenntnisse hat, kann man noch immer in eine andere Richtung gehen.


[Edited at 2012-02-08 16:46 GMT]


 

Bernd Müller
Germany
Local time: 14:17
German to Romanian
+ ...
Sorry, Williamson, ich kann Deine Texte z.T. nicht verstehen, obwohl ich DE- Muttersprachler bin. Feb 9, 2012

Sorry, Williamson, ich kann Deine Sätze z.T. nicht verstehen, obwohl ich DE- Muttersprachler bin. Und zu versuchen, den Satzaufbau zu ändern und dadurch alles besser verständlich zu machen- das ist eigentlich zu viel Aufwand!

Mir zumindest wäre es lieber, wenn du z.B. in Englisch schreiben würdest!


 

Marcus König  Identity Verified
Germany
Local time: 14:17
Member (2009)
Portuguese to German
+ ...
Kontinuierliche Weiterentwicklung ist wichtig Feb 10, 2012

Zunächst mal, Bernd, da muss ich Williamson in Schutz nehmen. Ich finde seine Beiträge zur Sache sehr zutreffend, besonders den Hinweis „Was hat man zu verkaufen?“. Es fiel mir ziemlich leicht, über die Fehler im Beitrag hinwegzulesen und habe alles beim ersten Lesen gut verstanden. Ich sehe keinen Grund, warum Williamson hier in diesem Beitrag auf Englisch antworten soll.

Noch mal zur Sache: Natürlich sind Weiterbildung, Vertiefung und Spezialisierung die Schlüssel! Jeder Sprachdienstleister muss ständig an seinen Fachkenntnissen arbeiten und muss den Umgang mit seinen Arbeitsmitteln perfektionieren. Unsere Märkte gehören längst den Spezialisten. Für Übersetzer gilt, dass niemand hochwertige Zieltexte produzieren kann, ohne mit dem betreffenden Thema umfassend vertraut zu sein. Die Quereinsteiger aus der Technik haben es häufig leichter, branchengerechte Zieltexte zu produzieren. Voraussetzung ist natürlich, dass sie die erforderlichen linguistischen Kompetenzen auch irgendwo erworben haben. Sobald dies zutrifft, kann die Positionierung am Markt für sie etwas leichter sein. Was mit Sicherheit problematisch ist, ist der direkte Einstieg vieler Übersetzer nach der Uni in das Freiberuflerdasein. Woher soll die Erfahrung kommen, ohne Einblicke in die Wirklichkeit der Welt der Kunden?

@ Nils

An den Universitäten wird m.E. auch unterschätzt, wie wichtig das Handwerkszeug ist (das versäumen allerdings die Studenten selbst), gerade auch bei Ingenieurstudiengängen. Als Freiberufler zählt am Ende besonders, was man kann und was von dem man verkaufen kann. Dies ist ein dynamischer Prozess, bei dem man kontinuierlich arbeiten muss – das geht nach der Uni eigentlich erst richtig los. Ich versuche, 10-20% meiner Arbeitszeit in Weiterbildung zu investieren. Wer ein Abitur und ein Studium absolviert hat, sollte mit den heutigen Mitteln selbst Wege finden, sich kontinuierlich zu verbessern. Wer diese Zeit und das Geld (Zeitschriften, Fachliteratur etc.) nicht einkalkuliert, wird es schwer haben. Es muss meiner Meinung nach nicht unbedingt ein zweites Studium sein, es sei denn man will sich, wie du anmerkst, langfristig völlig umorientieren, weil man erst in der Praxis gemerkt hat, dass der Job nichts für einen ist.

Viele Grüße,
Marcus


 

Nils Kohlmann  Identity Verified
Germany
Local time: 14:17
Italian to German
+ ...
Richtig, aber... Feb 10, 2012

@ Markus
Dem, was Du schreibst, ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Allerdings liegt das Problem für Übersetzer, die keine Quereinsteiger mit fundiertem Fachwissen aus anderen Bereichen sind, tatsächlich ganz am Anfang, nämlich beim Einstieg in die Freiberuflichkeit. Denn, wie Du richtig schreibst, woher sollten sie die nötigen Fachkenntnisse in einem Umfang erworben haben, der ein freiberufliches Arbeiten sinnvoll ermöglicht. Doch das ist wohl die reale Situation der allermeisten Abgänger der Übersetzerfakultäten. Wer vielleicht langjährige Interessen, Hobbies und ähnliches gewinnbringend einsetzen kann, ist sicherlich im Vorteil. Was in einem Übersetzerstudiengang als Fachwissen vermittelt wird, reicht jedenfalls in keinster Weise aus. Du hast Recht, kontinuierliche Weiterbildung ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Freiberuflerkarriere (was auch, wenn auch nicht in demselben Maß, für Angestellte gilt). Und richtig, man muss wissen, was man kann und davon verkaufen kann. Ich denke, genau an diesem Punkt beginnt die Problematik für all die, die den klassischen Ausbildungsweg gegangen sind. Eigentlich wäre hier noch einmal ein neues "Studium" vonnöten. Und damit bin ich eigentlich wieder beim ersten Punkt meines Postings angelangt.


 

Bernd Müller
Germany
Local time: 14:17
German to Romanian
+ ...
Hinweglesen- OK; aber die letzten Zeilen sind unverständlich für mich! Feb 10, 2012

Der erste Teil ist OK, nichts zu sagen dagegen, bei Williamson.

Am Ende aber- Hinweglesen- OK; denn die letzten Zeilen sind unverständlich für mich!

Na, ja, ist ja wurscht, letztendlich!


Marcus König wrote:

Es fiel mir ziemlich leicht, über die Fehler im Beitrag hinwegzulesen und habe alles beim ersten Lesen gut verstanden. Ich sehe keinen Grund, warum Williamson hier in diesem Beitrag auf Englisch antworten soll.

Viele Grüße,
Marcus



>>>>Es muss meiner Meinung nach nicht unbedingt ein zweites Studium sein, es sei denn man will sich, wie du anmerkst, langfristig völlig umorientieren, weil man erst in der Praxis gemerkt hat, dass der Job nichts für einen ist.

Hierzu würde ich sagen, zuerst soll der Neuling im Berufsleben einige Zeit- d.h. min. 1-3 Jahre wohl, als Übersetzer arbeiten, DORT, wo er auch wohnen wird- und mal sehen, woraus sich die Kundschaft zusammensetzt, d.h.:

- wieviel Laufkundschaft
- wieviel Internetkunden
- welche Branche jeweils echt LUKRATIVE Aufträge bringt (denn oftmals ist das keineswegs die Wunschbranche; ich hätte z.B. lieber Technik übersetzt- aber mit jur., adm, Bildungs- dokumenten fahre ich unvergleichlich besser!)
etc.

Ich selbst würde erst danach - wenn überhaupt- ein Zweitstudium beginnen; es reicht auch eine umfassende Einarbeitung in die Terminologie, den Rest des Studiums kann man sich schenken. Aber auf jd. Fall sollte man die 20 % Zeit, die Marcus erwähnt, mit einkalkulieren.

Und dann wohl noch mindestens 20% (anfangs zumindest) Zeit für für Recherchieren, für Auffinden von Quellen & der Termini, etc.- also keinesfalls blauäugig erwarten, dass man im Schnitt z.B. 50,- €/ Stunde X 160 Std./ Monat = 8000,- Euro / Monat brutto verdient, bei 160 - 180 - 200 Std. Monatarbeitszeit! Weit eher die Hälfte, und was davon netto bleibt, ist anfangs auch nicht gerade umwerfend- s.u.!
Dazu kommt natürlich auch noch Büroarbeit, Aufbereitung der Unterlaben für den Fiskus (ggf./ z.T.), alles mit Zeit- und / oder Geldausgaben verbunden. Und natürlich auch die Akquise!
Und das Einarbeiten in neue Software geht auch nicht von selbst, im Schlaf! Nach einem Trados-Lehrgang BEHERRSCHT man noch lange nicht alle Feinheiten; die wollen erst erarbeitet werden; idem bei Acrobat Professional, bei jd. neuen Wiondows- Version mit umfangreicheren Änderungen, jd. neuen MS-Office-Version mit umfangreicheren Änderungen, u.ä./ o.ä. !

Massenhaft "UNDs" also!

Und dass man DAUERND AUCH GELD INVESTIEREN MUSS- NICHT NUR ZEIT- in:

- alle 3- 5 Jahre PC wechseln, idem Laptop
- idem die restliche Hardware, z.T. zumindest; auch Handy, Tel., Fax (überholt inzwischen), Internet- Anbindung, Speichermedien für Sicherheitskopien, ...
- natürlich auch z.T. neue Softeware; manche läßt sich ja nicht auf den neuen PC, mit einem neuen Windows o.ä. installieren, und außerdem tauchen neue Programme auf, Updates bei Trados et Cie., etc.; jährlich Virenschutz; etc.
- dann Besuch von Lehrgängen; Kauf von WöBü und- für die Spezialisierungsbranchen unumgänglich, zwecks einarbeitung- einigen Fachbüchern;
- hin und wieder ein Powwow, eine mit Anreise & Hotelunterkunft verbundene Schulung, eine Buchmesse, ggf. andere Messen
- falls nicht vorher schon ausreichend geschehen: ein Sprachaufenthalt - oder mehrere, wiederholte- im Ausland dessen Sprache man (noch) nicht ausreichend beherrscht/ verbessern möchte
- Regale etc. = Einrichtungsgegenstände braucht man auch immer wieder mal, das eine oder das andere
etc.

Da kommt schon reichlich was zusammen! Nur reich werden NICHT!

Zu Niels' Aussage:
>>>Eigentlich wäre hier noch einmal ein neues "Studium" vonnöten. Und damit bin ich eigentlich wieder beim ersten Punkt meines Postings angelangt

Folgendes:
in vielen technischen Fächern wäre es vor einem Ing./ Dipl.-Ing.- Studium , z.B., angebrachter, meines Erachtens, vorher eine Berufsschule zu besuchen. Ich hatte Studienkollegen, die das gemacht haben- sie verstanden die technischen Vorlesungen weitaus besser als wir Neulinge in der Materie, und hatten auch einen unvergleichlich besseren Einstieg in die Berufspraxis.

Das läßt sich sicherlich auch auf viele andere Studienbereiche analog sagen & anwenden!


[Bearbeitet am 2012-02-11 05:36 GMT]


 
Pages in topic:   [1 2] >


There is no moderator assigned specifically to this forum.
To report site rules violations or get help, please contact site staff »


Freiberuflich -- berufliche Weiterentwicklung

Advanced search






Protemos translation business management system
Create your account in minutes, and start working! 3-month trial for agencies, and free for freelancers!

The system lets you keep client/vendor database, with contacts and rates, manage projects and assign jobs to vendors, issue invoices, track payments, store and manage project files, generate business reports on turnover profit per client/manager etc.

More info »
SDL Trados Studio 2017 only €435 / $519
Get the cheapest prices for SDL Trados Studio 2017 on ProZ.com

Join this translator’s group buy brought to you by ProZ.com and buy SDL Trados Studio 2017 Freelance for only €435 / $519 / £345 / ¥63000 You will also receive FREE access to Studio 2019 when released.

More info »



Forums
  • All of ProZ.com
  • Term search
  • Jobs
  • Forums
  • Multiple search