Freiberuflich Übersetzen in Deutschland
Thread poster: emili

emili
Germany
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Jun 9, 2004

Hallo.

Ich bin gerade nach Deutschland gezogen und leider können die Beamten mich nicht richtig darĂŒber beraten, was in meinem Fall am gĂŒnstigsten ist. Da ich keinen Anspruch auf deutsches Arbeitslosengeld oder Ă€hnliches habe (ich habe immer nur in Spanien freiberuflich gearbeitet), habe ich auch keinen Anspruch (glaube ich) auf Ich-AG-Förderung.

Kann mir irgendjemand sagen, wie ich es am besten als freiberuflicher Übersetzer in Deutschland (Berlin) machen könnte?

Vielen Dank.

Emilio


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Ralf Lemster  Identity Verified
Germany
Local time: 14:57
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Kannst du deine Frage noch etwas ausformulieren? Jun 9, 2004

Hallo Emilio,
vielleicht spezifizierst du noch etwas genauer, was du wissen möchtest. Geht's dir um Fördermittel/-maßnahmen zur ExistenzgrĂŒndung, hast du allgemeine Fragen zum Start als Freiberufler, oder was ist dir sonst noch besonders wichtig?

Als ersten Schritt kannst du auch mal im deutschen Forum zurĂŒck blĂ€ttern. Auch das Getting Established-Forum dĂŒrfte einiges an interessanten und relevanten Informationen enthalten.

Gruß Ralf


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RWSTranslation
Germany
Local time: 14:57
Member (2007)
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Freiberuflich in Berlin Jun 10, 2004

Hallo,

geh zum Finanzamt und lass Dir eine Steuernummer geben. Dabei musst Du Dich entscheiden, ob Du zur Umsatzsteuer veranlagt werden willst.

Danach könntest Du Dich z.B. bei den vielen Berliner ÜbersetzungsbĂŒros bewerben (DSC, 4-text, euroscript, Intertext, ...)

Dann wird man sehen.

Viele GrĂŒĂŸe

Hans


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Ruxi
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An Emilio Jun 10, 2004

Emilio, bist du denn nicht Spanier, also UE-Staatsangehöriger?
Ich dachte die haben es leichter und dĂŒrfen Arbeitlosengeld bekommen.Oder?
Ich befinde mich in derselben Lage (aber kein UE Mitglied)und mir wurde hier von den netten Kollegen empfohlen als "Freelance Übersetzer" zu arbeiten. DafĂŒr muß man sich nur beim Finanzamt anmelden und jobs suchen.
Genauer weiß ich noch nicht. Ich habe noch kein Job bekommen.
Vielleicht hast du fĂŒr deine Sprachen mehr GlĂŒck.

Toi,toi,toi,
Ruxi


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emili
Germany
Local time: 14:57
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TOPIC STARTER
Genauere Fragen Jun 10, 2004

Ok, ich habe ein bisschen in den Foren durchgesucht und habe ein paar Sachen verstanden. Ich versuche jetzt, genauere Fragen zu stellen. Wenn irgendjemand mir sagen kann, wie es bei ihm ist, wĂ€re ich fĂŒr die Ewigkeit dankbar.

Also:

Unternehmen oder Freiberufler? Was ist die praktische Unterschied?

Umsatzsteuer befreit oder nicht? Welche Vor- und Nachteile?

Soziale Sicherung: Was muss ich pflichtig bezahlen, und wieviel ist es mehr oder weniger, und worauf habe ich damit Anspruch (Arbeitslosengeld, Rente, Krankengeld...?

Förderung: UnterstĂŒtz mich jemand (Staat, Land...) irgendwie? Darf ich, wie in Spanien auch, alle Kosten irgendwie abrechnen? Wenn, wie?

Steuerzahlung: Was, wie und wann muss ich wo bezahlen?

MwSt: Wenn ich richtig verstanden habe, ist die Regelung gleich wie in Spanien: alle deutsche Kunden mĂŒssten ein 16% MwSt zahlen, das ich zum Finanzamt weiterzahle; auslĂ€ndische Kunden (meine meisten Kunden sind im Moment Finnen, Esten oder Spanier) zahlen keinen MwSt, egal ob EU- oder nicht EU-BĂŒrger sind.

Andererseits habe ich auch in den Foren gelesen, dass die deutsche Normzeile beinhaltet normalerweise 55 Zeichen, Leerzeichen inklusive, und nicht 60 ohnen Leerzeichen, wie zB. in Finnland. Stimmt das?

Vielen Dank noch mal, und GrĂŒsse von Berlin.

Emilio


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Ralf Lemster  Identity Verified
Germany
Local time: 14:57
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Ein paar Antworten Jun 10, 2004

Hi Emilio,
zumindst ein paar Antworten. GrundsĂ€tzlich solltest du dich bei allen Fragen zur Besteuerung sowie zur Sozialversicherung professionell beraten lassen, z.B. bei einem Steuerberater. Klar kostet das etwas, aber du willst ja auch ein GeschĂ€ft grĂŒnden - Beratungskosten gehören zu den typischen Anlaufkosten. Die Gefahr des Sparens auf diesem Gebiet liegt in den Risiken, die du möglicher Weise damit eingehst - und Finanzbehörden wie auch Sozialversicherer sind beim Eintreiben von Forderungen genau so humorlos wie durchsetzungsfĂ€hig.

Umsatzsteuer befreit oder nicht? Welche Vor- und Nachteile?

Du kannst dich nicht von der Umsatzsteuer befreien lassen - nur ist die Registrierung erst ab einem bestimmten Umsatz verpflichtend. Das entspricht zwar zu Beginn deiner TĂ€tigkeit inhaltlich einem Wahlrecht, aber der Begriff Befreiung ist Irre fĂŒhrend.

Einfach ausgedrĂŒckt, sparst du dir einige FormalitĂ€ten, so lange du nicht USt-registriert bist (und in diesem Fall keine Umsatzsteuer berechnen darfst). Andererseits entfĂ€llt dabei auch der Vorsteuerabzug bei geschĂ€ftlichen Ausgaben.

Soziale Sicherung: Was muss ich pflichtig bezahlen, und wieviel ist es mehr oder weniger, und worauf habe ich damit Anspruch (Arbeitslosengeld, Rente, Krankengeld...?

Geh' zu einer Beratungsstelle (AOK oder auch BfA) und lass' dir die Regelungen erklÀren.

Förderung: UnterstĂŒtz mich jemand (Staat, Land...) irgendwie?

Infos hierzu dĂŒrfte es beim Arbeitsamt (pardon: Agentur fĂŒr Arbeit) geben. Auch die Websiten des Bundesministeriums fĂŒr Wirtschaft enthalten Infos; zur ExistenzgrĂŒndung geh' mal auf die Website der Kreditanstalt fĂŒr Wiederaufbau.


Darf ich, wie in Spanien auch, alle Kosten irgendwie abrechnen? Wenn, wie?
Steuerzahlung: Was, wie und wann muss ich wo bezahlen?

Siehe oben... auch das Finanzamt gibt Auskunft.


MwSt: Wenn ich richtig verstanden habe, ist die Regelung gleich wie in Spanien: alle deutsche Kunden mĂŒssten ein 16% MwSt zahlen, das ich zum Finanzamt weiterzahle;

...aber nur, wenn du Umsatzsteuer-registriert bist...

auslĂ€ndische Kunden (meine meisten Kunden sind im Moment Finnen, Esten oder Spanier) zahlen keinen MwSt, egal ob EU- oder nicht EU-BĂŒrger sind.

Das ist so nicht richtig. In diesem Thread hat unser Kollege Rod Darby dieses Thema etwas detaillierter beleuchtet.

Hoffe, das hilft schon mal weiter.

Gruß aus Frankfurt
Ralf


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RobinB  Identity Verified
Germany
Local time: 14:57
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Soziale Sicherung usw. Jun 10, 2004

Emilio,

einige Anmerkungen.

1) "Unternehmen oder Freiberufler? Was ist die praktische Unterschied?"

Hier besteht eigentlich kein Handlungsbedarf. Eine Gesellschaft zu grĂŒnden (GmbH o.Ă€.) ist sehr teuer und bringt wenig fĂŒr einen einzelnen Übersetzer. Auch vom Gewerbeschein ist abzuraten: mehr BĂŒrokratie und evtl. eine Gewerbesteuerpflicht.

Ü+D sind in Deutschland kraft Gesetzes Freiberufler, d.h. (bisher) ohne eine Gewerbesteuerpflicht (es sei denn, du arbeitest vorwiegend als Agentur). Da in Deutschland Ü+D nicht verkammert sind (und werden es auch nie werden), kann man einfach los legen, eine Bescheinigung oder Zulassung gibt es nicht.

2) Steuern. Wurde schon beantwortet. Auf jeden Fall mit einem Steuerberater ausfĂŒhrlich diskutieren. Eine Anmeldung beim Finanzamt ist Pflicht und muss vor Aufnahme der TĂ€tigkeit erfolgen.

3) "Soziale Sicherung: Was muss ich pflichtig bezahlen, und wieviel ist es mehr oder weniger, und worauf habe ich damit Anspruch (Arbeitslosengeld, Rente, Krankengeld...?"

Gar nichts, als Freiberufler bist du nicht versicherungspflichtig. Zwar hat die jetzige Bundesregierung absurde PlĂ€ne, uns Freiberufler ins gesetzliche System zu zwingen, vorerst aber bleibt die bestehende Regelung. Kranken- und Rentenversicherung musst du privat organisieren, eine Arbeitslosigkeitsversicherung besteht sowieso fĂŒr Freiberufler nicht. Falls du in einem anderen EU-Mitgliedsstaat BeitrĂ€ge zu gesetzlichen sozialen Sicherungsarten geleistet hast, kannst du auch hier freiwillig BeitrĂ€ge leisten (kommt grundsĂ€tzlich nur fĂŒr die Rentenversicherung in Frage), die dann deinen bestehenden AnsprĂŒchen "gutgeschrieben" werden. Aber Vorsicht: sehr, sehr teuer hier in Deutschland!

4) "Förderung: UnterstĂŒtz mich jemand (Staat, Land...) irgendwie?"

Wahrscheinlich eher nicht, es sei denn, du warst in Spanien als arbeitslos angemeldet und hast eine "Überweisung" von den spanischen Behörden. Dann kommst du evtl. als "Ich-AG" in Frage. Aber sonst gibt es ĂŒberhaupt keine Fördermittel fĂŒr Freiberufler.
Warum denn auch?

Robin


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emili
Germany
Local time: 14:57
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TOPIC STARTER
Vielen Dank Jun 10, 2004

Jut, alles ein Bisschen erklĂ€rt. Vielen vielen Dank fĂŒr eure Hilfe, RobinB und Ralf Lemster. Mal sehen, was das wird. Danke noch mal, und bis zum nĂ€chsten mal.

Emilio


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