uncleaned Dateien in Trados
Thread poster: ElkeKoe

ElkeKoe  Identity Verified
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Jun 24, 2004

Ich bin noch relativ neu bei ProZ.com und habe bisher ganz auf mich alleine gestellt gearbeitet, dass heißt Übersetzungen und Korrekturen für Kunden bearbeitet. Jetzt
habe ich eine Frage zu folgenden Zeilen in einem Auftrag:

Auftragsdaten:
Umfang: XXX Wörter
Preis: Euro XXX (= Euro 0,08/Wort Ausgangstext)
Lieferdatum: XX.XX.XXXX um XX.XX Uhr
Lieferdatei: 2 Trados-Dateien (uncleaned und cleaned)

Vor Auftragserteilung war nur von der Übersetzung die Rede, aber jetzt verlangt der Auftraggeber von mir auch eine uncleaned Datei. Für mich ist das Diebstahl an geistigem Eigentum und Nepp, denn so erhält er meine private Arbeit ja doppelt für einen Preis. Das Schlimme an der Sache ist, dass ich den Auftrag bereits fertig gestellt und an den Auftraggeber zurückgesendet habe. Jetzt droht mir der Auftraggeber jedoch damit, mir mein Geld für die Übersetzung nicht oder nur teilweise zu zahlen, obwohl er sie bereits erhalten und verwendet hat, wenn ich die uncleaned Datei nicht nachsende. Denn dann müsste er den Text selbst alignen und mir diese Arbeit berechnen bzw. von meinem Übersetzungshonorar abziehen.
Eventuell würde ich ihm die uncleaned Datei überlassen, wenn er mir dies entlohnen würde. Kann ich das von ihm verlangen oder muss ich ihm die uncleaned Datei als "Lehrgeld" aushändigen?

Vielen Dank im Voraus.


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xxxncfialho  Identity Verified
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üblich Jun 24, 2004

Hallo Elke,
das ist das heute oftmals so üblich. Und selbst wenn Du die uncleaned Datei nicht liefern würdest, müsste der Auftraggeber doch bloss ein Align zwischen dem Original Dokument und deiner Übersetzung machen und hätte eine TM.
LG,
Natália



Elke Koerschgens wrote:

Ich bin noch relativ neu bei ProZ.com und habe bisher ganz auf mich alleine gestellt gearbeitet, dass heißt Übersetzungen und Korrekturen für Kunden bearbeitet. Jetzt
habe ich eine Frage zu folgenden Zeilen in einem Auftrag:

Auftragsdaten:
Umfang: XXX Wörter
Preis: Euro XXX (= Euro 0,08/Wort Ausgangstext)
Lieferdatum: XX.XX.XXXX um XX.XX Uhr
Lieferdatei: 2 Trados-Dateien (uncleaned und cleaned)

Vor Auftragserteilung war nur von der Übersetzung die Rede, aber jetzt verlangt der Auftraggeber von mir auch eine uncleaned Datei. Für mich ist das Diebstahl an geistigem Eigentum und Nepp, denn so erhält er meine private Arbeit ja doppelt für einen Preis. Das Schlimme an der Sache ist, dass ich den Auftrag bereits fertig gestellt und an den Auftraggeber zurückgesendet habe. Jetzt droht mir der Auftraggeber jedoch damit, mir mein Geld für die Übersetzung nicht oder nur teilweise zu zahlen, obwohl er sie bereits erhalten und verwendet hat, wenn ich die uncleaned Datei nicht nachsende. Denn dann müsste er den Text selbst alignen und mir diese Arbeit berechnen bzw. von meinem Übersetzungshonorar abziehen.
Eventuell würde ich ihm die uncleaned Datei überlassen, wenn er mir dies entlohnen würde. Kann ich das von ihm verlangen oder muss ich ihm die uncleaned Datei als "Lehrgeld" aushändigen?

Vielen Dank im Voraus.


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Ralf Lemster  Identity Verified
Germany
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Vor Arbeitsbeginn klären Jun 24, 2004

Hallo Elke,
herzlich Willkommen bei ProZ.com!

Elke Koerschgens wrote:

Ich bin noch relativ neu bei ProZ.com und habe bisher ganz auf mich alleine gestellt gearbeitet, dass heißt Übersetzungen und Korrekturen für Kunden bearbeitet. Jetzt
habe ich eine Frage zu folgenden Zeilen in einem Auftrag:

Auftragsdaten:
Umfang: XXX Wörter
Preis: Euro XXX (= Euro 0,08/Wort Ausgangstext)
Lieferdatum: XX.XX.XXXX um XX.XX Uhr
Lieferdatei: 2 Trados-Dateien (uncleaned und cleaned)

Vor Auftragserteilung war nur von der Übersetzung die Rede, aber jetzt verlangt der Auftraggeber von mir auch eine uncleaned Datei.

Das ist mir so nicht klar - wurde diese Spezifikation vor Auftragsbeginn kommuniziert?

Für mich ist das Diebstahl an geistigem Eigentum und Nepp, denn so erhält er meine private Arbeit ja doppelt für einen Preis.

Das sehe ich nicht ganz so - letzten Endes kann dein Auftraggeber ja per Alignment eine Datenbank erstellen; der Unterschied liegt im Aufwand für das Alignment. Ich erwarte bei vergebenen Aufträgen auch grundsätzlich eine ungecleante Datei; Auftragnehmern ohne Trados zahle ich ggf. entsprechend weniger.

Das Schlimme an der Sache ist, dass ich den Auftrag bereits fertig gestellt und an den Auftraggeber zurückgesendet habe. Jetzt droht mir der Auftraggeber jedoch damit, mir mein Geld für die Übersetzung nicht oder nur teilweise zu zahlen, obwohl er sie bereits erhalten und verwendet hat, wenn ich die uncleaned Datei nicht nachsende. Denn dann müsste er den Text selbst alignen und mir diese Arbeit berechnen bzw. von meinem Übersetzungshonorar abziehen.
Eventuell würde ich ihm die uncleaned Datei überlassen, wenn er mir dies entlohnen würde. Kann ich das von ihm verlangen oder muss ich ihm die uncleaned Datei als "Lehrgeld" aushändigen?

Das hängt eindeutig davon ab, was bei Auftragserteilung und -annahme (=Vertragsabschluss) vereinbart wurde. Lag dir die zitierte Anweisung vor Arbeitsbeginn vor?

Gruß Ralf


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xxxMarc P  Identity Verified
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uncleaned Dateien in Trados Jun 24, 2004

Elke Koerschgens wrote:

Vor Auftragserteilung war nur von der Übersetzung die Rede


Wenn das tatsächlich der Fall war, dann hat der Auftraggeber auch keinen Anspruch auf etwas anderes. War das aber nicht schon Bedingung der Auftragserteilung?

Falls nicht: bis zu einem gewissen Grad könnte man wohl auf die übliche Geschäftspraxis hinweisen. So dürfte der Kunde m.E. damit rechnen dürfen, eine elektronsiche Datei zurückzuerhalten und nicht nur einen Ausdruck. Wobei auch hier der Sachverhalt keineswegs klar ist: wer eine Ausgangsdatei in einem Format schickt, das sich ausdrücklich nicht für das Überschreiben eignet (sprich PDF), dürfte wohl nicht ohne weiteres (also ohne Absprache) den Zieltext im gleichen Format erwarten.

Was die unbereinigten zweisprachigen Trados-Dateien (und auch die Memories selbst) betrifft, ist es keineswegs so, dass alle oder auch die meisten Übersetzer über Trados verfügen. Auch die Übersetzer, die Trados einsetzen, verschicken nicht unbedingt die unbereinigten Dateien und diejenigen, die es auch tun, lassen sich dafür entlohnen.

aber jetzt verlangt der Auftraggeber von mir auch eine uncleaned Datei. Für mich ist das Diebstahl an geistigem Eigentum und Nepp


Das widerum sehe ich anders. Es steht dem Auftraggeber frei, selbst eine unbereinigte Datei oder TM-Datei zu erstellen. Dem Übersetzer steht es ebenfalls frei, ihm diese Arbeit abzunehmen, und zwar dadurch, dass er die eigens erstellte Datei zur Verfügung stellt. Gegen Gebühr, versteht sich. Ich sehe darin keinen Fall von Diebstahl. Das Interesse des Auftraggebers an dieser Datei ist berechtigt. Nur eben nicht, wie gesagt, kostenlos.

Marc

[Edited at 2004-06-24 16:13]


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Giuliana Buscaglione  Identity Verified
Austria
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Üblicherweise wird doch eine Uncleaned-Datei geliefert... Jun 24, 2004

Hallo Elke,

Ich verstehe nicht ganz... Erstens war es so abgemacht, zweitens warum sollte der Kunde auf einer Bearbeitung mit Trados bestehen, wenn ihm dann keine Uncleaned-Datei geliefert wird?

Übrigens, ich würde eventuell die Lieferung einer Cleaned-Datei als Extra-Arbeit verstehen. Der Kunde ist König, aber ein passender Preis deckt doch die Extra-Mühe.

Oder?


Gruß,

Giuliana


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Martin Hesse  Identity Verified
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Wo ist das Problem? Jun 24, 2004

Elke Koerschgens wrote:

Lieferdatei: 2 Trados-Dateien (uncleaned und cleaned)



Verstehe die Aufregung nicht. Beim Bereinigen (Cleanen) der bearbeiteten Datei wird doch eh automatisch eine bereinigte Datei und eine bak-Datei erstellt, die liegt doch eh bilingual vor, ist also die ungecleante Datei. Das kostet doch keinen Extraaufwand. Oder du speicherst die ungecleante Datei kurz vor dem Cleanen einmal unter demselben Dateinamen mit dem Zusatz *_uncleaned. Wo ist das Problem? Im ersten Fall keine Extrazeit, im 2. vielleicht 2 Sekunden.

Problem sehe ich nur darin, dass der Auftraggeber gleich die dicke Keule schwingt und mit Honorarabzug droht. Das ist ein ungutes Geschäftsgebaren. Könnte dir doch einfach den Sachverhalt erklären, dazu muss man doch nicht gleich die Pistole ziehen.

Gruß,

Martin


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ElkeKoe  Identity Verified
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TOPIC STARTER
Trados wurde bisher immer verlangt, damit in Folgeaufträgen die Übersetzung übereinstimmte Jun 24, 2004

Vielen Dank für die vielen Antworten, die bisher eingegangen sind und für die, die noch kommen.

Ich habe bisher immer deshalb mit Trados gearbeitet, damit ich bei Folgeaufträgen immer dieselben Übersetzungen verwende und nicht z. B. für "machine" einmal "Maschine" und beim anderen Mal "Motor" als Übersetzung nehme.
Bisher hat mich noch kein einziger Auftraggeber nach uncleaned Dateien gefragt.

Außerdem verstehe ich nicht, dass mein Auftraggeber einen solchen Zirkus um das Alignment der bereits von mir an ihn gesendeten Datei macht, wenn das lediglich ein Aufwand von ein paar Minuten ist. Zudem macht es mich äußerst stutzig, dass von den uncleaned Dateien erst die Rede war, als die Vertragsverhandlungen bereits abgeschlossen waren und ich nur pro forma und für meine Unterlagen nach einem offiziellen Auftrag verlangt habe. Ich denke, dass mein Auftraggeber meine "Unerfahrenheit" ausgenutzt hat. Er hat sich übrigens nach seiner Drohung, mir mein Geld nur teilweise zu überseenden und auch nur unter Abzug der Kosten für den Aufwand für das Alignment nicht mehr gemeldet.

Ich denke, ich bin hier voll aufgelaufen und das ärgert mich maßlos. Was mich besonders ärgert, ist die Tatsache, dass ich an diesen Job über ProZ.com gekommen bin, und bisher dachte, dass sich die Übersetzer gegenseitig helfen und nicht der eine den anderen/neuen über den Tisch zieht.

Kann ich im Rating zu diesem Auftraggeber offen über die Geschäftspraktiken (z. B.: Es wird nach der uncleaned Datei unentgeltlich verlangt, sonst gibt es Abzug bei der Bezahlung des Auftrags.) schreiben oder verletze ich damit die Etiquette? Ich würde diesen Eintrag gerne so oder ähnlich machen, damit nicht noch andere Übersetzer in die missliche Lage kommen, um ihre korrekte Bezahlung bangen zu müssen.


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Klaus Herrmann  Identity Verified
Germany
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Ich kann die Bedenken verstehen, aber... Jun 24, 2004

Hallo Elke,

ich kann deine Bedenken nachvollziehen, da ich lange Jahre nur für Endkunden gearbeitet habe und erst seit ProZ auch mit (einigen wenigen) Agenturen arbeite. Meine Endkunden wollten noch nie ein TM (selbst die nicht, die bereits wussten, was das ist). Bei Agenturen hingegen ist das eher die Regel, und auch nachvollziehbar und legitim.

Anfangs hatte ich die gleichen Bedenken wie du, allerdings haben die sich bei mir auf den zweiten Blick gelegt. Letztlich ist es kein Unterschied (nur mehr Arbeit), ob du das TM zu einem Auftrag abgibst oder nicht. Die Datenbank und die Struktur hast du bereits mit der Übersetzung geliefert, und bei gut vorbereiteten Dateien ist das Alignment eine extrem schnelle Angelegenheit. Es geht in der Regel auch nicht darum, deine Arbeit zu zweckentfremden, sondern langfristig konsistente Übersetzungen sicherzustellen und vorzubeugen, falls du nicht verfügbar bist und es sich nicht vermeiden lässt, eine dringende Übersetzung einem Kollegen anzutragen. Natürlich gibt es der Agentur die (einfache) Möglichkeit, damit einen anderen, billigeren Übersetzer zu beauftragen. Anderseits überschätzt du vielleicht die Bedeutung eines TM - nur durch "dein" TM ist ein anderer Übersetzer nicht in der Lage, deine Qualität zu liefern. Wiederum von einer guten Agentur ausgegangen - die Agentur hat sich für eine Zusammenarbeit mit dir entschieden, weil du eine bestimmte Kombination von Fähigkeiten/Kenntnissen hast. Und die gibst du mit deinem TM nicht ab.

Viele Grüße
Klaus


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Hans G. Liepert  Identity Verified
Switzerland
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Pragmatismus! Jun 24, 2004

Elke Koerschgens wrote:
...Für mich ist das Diebstahl an geistigem Eigentum und Nepp, denn so erhält er meine private Arbeit ja doppelt für einen Preis.


Geistiges Eigentum? Mindestens die fremdprachliche Hälfte der uncleaned Datei ist ja Eigentum des Kunden und nicht Deines.
Wie Andere schon hingewiesen haben, kann der Kunde mit mehr oder weniger Aufwand ein Alignment erstellen.
Ausserdem finde ich, dass zwei Dateien nicht "dopppelte Arbeit" darstellen, sondern eben nur 2 Formen ein und derselben geistigen Leistung sind.


Eventuell würde ich ihm die uncleaned Datei überlassen, wenn er mir dies entlohnen würde. Kann ich das von ihm verlangen oder muss ich ihm die uncleaned Datei als "Lehrgeld" aushändigen?


Welchen "Lohn" stellst Du Dir denn vor? Dein Aufwand war mit der Übersetzung abgedeckt, Mehraufwand entsteht nicht (die cleaned Datei hast Du ja bereits erstellt). Die uncleaned Datei ist, seien wir ehrlich, für Dich ziemlich wertlos - Du kannst sie nicht weiterverkaufen oder über Dein TM hinaus benutzen. Dem Kunden erspart sie Arbeit.

Auch wenn einige Übersetzer meinen, man müsste alles berechnen und einige Kunden glauben, man sollte gar nichts zahlen: Die Kundenbindung ist unbezahlbar, und wenn sie nur der Erfahrung für künftige Aufträge dient. Damit wären wir beim Lehrgeld: Es hat Dich nicht viel gekostet, Deine Arbeit ist entlohnt, Dein zusätzlicher Aufwand beschränkt sich auf eine einzige e-Mail, in der Du dem Kunden den Wunsch gerne erfüllst und dich nach seiner Zufriedenheit erkundigst.

Vielleicht hast Du Recht, Dich auf die Hinterbeine zu stellen. Cui bono? Melde Dich in einem halben Jahr bei einem verärgerten Kunden und frage ihn, ob er seinen Fehler nun eingesehen hat!

Also!

Beim nächsten Mal wird alles besser -


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Klaus Herrmann  Identity Verified
Germany
Local time: 16:57
Member (2002)
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Der Gedanke gefällt mir Jun 24, 2004

Hans G. Liepert wrote:
Melde Dich in einem halben Jahr bei einem verärgerten Kunden und frage ihn, ob er seinen Fehler nun eingesehen hat!

Gute Idee - das kann man sich dann auf Wiedervorlage legen


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Ralf Lemster  Identity Verified
Germany
Local time: 16:57
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Zirkus... Jun 25, 2004

Hallo Elke,

Bisher hat mich noch kein einziger Auftraggeber nach uncleaned Dateien gefragt.

Das hängt natürlich davon ab, wie deine Auftraggeber arbeiten bzw. ob du für Endkunden arbeitest oder für ein Büro bzw. eine Agentur. Wie schon gesagt: die Lieferung nicht gecleanter Dateien ist regelmäßige Praxis.

Außerdem verstehe ich nicht, dass mein Auftraggeber einen solchen Zirkus um das Alignment der bereits von mir an ihn gesendeten Datei macht, wenn das lediglich ein Aufwand von ein paar Minuten ist.

Abhängig von der Textlänge kann das ein Aufwand von mehreren Stunden sein - und damit der Unterschied zwischen einem profitablen Job und einer "Nullrunde". Wie schon gesagt: für dich macht das einen Unterschied von maximal fünf Minuten - wenn du mir erklärst, wie man einen Job in fünf Minuten alignst...?

Zudem macht es mich äußerst stutzig, dass von den uncleaned Dateien erst die Rede war, als die Vertragsverhandlungen bereits abgeschlossen waren und ich nur pro forma und für meine Unterlagen nach einem offiziellen Auftrag verlangt habe.

Das heißt, du hast ohne Auftrag angefangen. Sorry, aber das ist dein Risiko... Allerdings zeigt dies auch aus Sicht des Auftraggebers, dass man solche Einzelheiten beiderseits vor Beginn der Arbeit abschließend klären sollte.

Ich denke, dass mein Auftraggeber meine "Unerfahrenheit" ausgenutzt hat. Er hat sich übrigens nach seiner Drohung, mir mein Geld nur teilweise zu überseenden und auch nur unter Abzug der Kosten für den Aufwand für das Alignment nicht mehr gemeldet.

...was wirklich unprofessionell ist.

Ich denke, ich bin hier voll aufgelaufen und das ärgert mich maßlos. Was mich besonders ärgert, ist die Tatsache, dass ich an diesen Job über ProZ.com gekommen bin, und bisher dachte, dass sich die Übersetzer gegenseitig helfen und nicht der eine den anderen/neuen über den Tisch zieht.

Langsam... verallgemeinerst du hier nicht etwas? Was hat ProZ.com damit zu tun, dass du und dein Auftraggeber die Details nicht geklärt haben?

Kann ich im Rating zu diesem Auftraggeber offen über die Geschäftspraktiken (z. B.: Es wird nach der uncleaned Datei unentgeltlich verlangt, sonst gibt es Abzug bei der Bezahlung des Auftrags.) schreiben oder verletze ich damit die Etiquette? Ich würde diesen Eintrag gerne so oder ähnlich machen, damit nicht noch andere Übersetzer in die missliche Lage kommen, um ihre korrekte Bezahlung bangen zu müssen.

Das kannst du schon so rein schreiben - nur überleg' mal, ob du dir damit selbst einen Gefallen tust.

Geschäftliche Kommunikation mit Wut im Bauch verstellt meist den Blick auf Realität und Verhältnismäßigkeit - nach meiner Erfahrung ist das nie eine gute Idee.

Gruß Ralf


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ElkeKoe  Identity Verified
Local time: 16:57
Member (2004)
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TOPIC STARTER
Keine Verallgemeinerung, sorry! Jun 25, 2004

Ralf Lemster wrote:

Hallo Elke,

Bisher hat mich noch kein einziger Auftraggeber nach uncleaned Dateien gefragt.

Das hängt natürlich davon ab, wie deine Auftraggeber arbeiten bzw. ob du für Endkunden arbeitest oder für ein Büro bzw. eine Agentur. Wie schon gesagt: die Lieferung nicht gecleanter Dateien ist regelmäßige Praxis.

Außerdem verstehe ich nicht, dass mein Auftraggeber einen solchen Zirkus um das Alignment der bereits von mir an ihn gesendeten Datei macht, wenn das lediglich ein Aufwand von ein paar Minuten ist.

Abhängig von der Textlänge kann das ein Aufwand von mehreren Stunden sein - und damit der Unterschied zwischen einem profitablen Job und einer "Nullrunde". Wie schon gesagt: für dich macht das einen Unterschied von maximal fünf Minuten - wenn du mir erklärst, wie man einen Job in fünf Minuten alignst...?

Zudem macht es mich äußerst stutzig, dass von den uncleaned Dateien erst die Rede war, als die Vertragsverhandlungen bereits abgeschlossen waren und ich nur pro forma und für meine Unterlagen nach einem offiziellen Auftrag verlangt habe.

Das heißt, du hast ohne Auftrag angefangen. Sorry, aber das ist dein Risiko... Allerdings zeigt dies auch aus Sicht des Auftraggebers, dass man solche Einzelheiten beiderseits vor Beginn der Arbeit abschließend klären sollte.

Ich denke, dass mein Auftraggeber meine "Unerfahrenheit" ausgenutzt hat. Er hat sich übrigens nach seiner Drohung, mir mein Geld nur teilweise zu überseenden und auch nur unter Abzug der Kosten für den Aufwand für das Alignment nicht mehr gemeldet.

...was wirklich unprofessionell ist.

Ich denke, ich bin hier voll aufgelaufen und das ärgert mich maßlos. Was mich besonders ärgert, ist die Tatsache, dass ich an diesen Job über ProZ.com gekommen bin, und bisher dachte, dass sich die Übersetzer gegenseitig helfen und nicht der eine den anderen/neuen über den Tisch zieht.

Langsam... verallgemeinerst du hier nicht etwas? Was hat ProZ.com damit zu tun, dass du und dein Auftraggeber die Details nicht geklärt haben?
Hier hast Du Recht, Ralf. Tut mir Leid, ich wollte nicht ProZ.com angehen, sondern denjenigen/diejenigen, die sich ProZ.com bedienen, um ihren Vorteil zu haben. Ich habe mich hier wirklich unglücklich ausgedrückt.

Kann ich im Rating zu diesem Auftraggeber offen über die Geschäftspraktiken (z. B.: Es wird nach der uncleaned Datei unentgeltlich verlangt, sonst gibt es Abzug bei der Bezahlung des Auftrags.) schreiben oder verletze ich damit die Etiquette? Ich würde diesen Eintrag gerne so oder ähnlich machen, damit nicht noch andere Übersetzer in die missliche Lage kommen, um ihre korrekte Bezahlung bangen zu müssen.

Das kannst du schon so rein schreiben - nur überleg' mal, ob du dir damit selbst einen Gefallen tust.
Da hast Du wohl Recht, dass ich mir so eventuell selbst ein Bein stelle, aber eigentlich wollte ich, wenn ich einen Eintrag mache, diesen als Hilfe FÜR den zukünftigen AuftragNEHMER formulieren. Der Zweck dieses Eintrags sollte der sein, dass sich ein AuftragNEHMER genug Zeit nehmen muss, um mit diesem AuftragGEBER jedes Detail zu verhandeln und sich nicht unter Termindruck zu vorzeitigem Beginn des Auftrags verleiten zu lassen, bevor er nicht den Auftrag schriftlich vorliegen hat.

Geschäftliche Kommunikation mit Wut im Bauch verstellt meist den Blick auf Realität und Verhältnismäßigkeit - nach meiner Erfahrung ist das nie eine gute Idee.
Heute seh ich die ganze Geschichte auch schon wieder etwas ruhiger, aber natürlich habe ich mich auch an dieses Forum gewandt, weil ich mir schon dachte, dass ich bestimmt nicht die Einzige bin, die ab und an Lehrgeld bezahlen muss, weil sie sich in Situationen wiederfindet, die sie noch nicht erlebt hat, in denen sie sich aber einfach ungerecht behandelt oder geneppt fühlt. Es fühlt sich einfach anders an, wenn man feststellt, dass man nicht alleine dasteht.

Gruß Ralf


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RWSTranslation
Germany
Local time: 16:57
Member (2007)
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Werkvertragsrecht Jun 25, 2004

Hallo,

üblicherweise gilt für Übersetzungsauftr-ge das Werkvertragsrecht. Soweit ich das weiss gehören danach dem Auftraggeber alle mit der Erstellung der Leistung verbundenen Teilleistungen. D.h. auch ohne konkrete Klärung gehören ihm die bei der Übersetzung entstandenen Translation Memories. Ob er konkreten Anspruch auf unclened Dateien hat würde dann wohl davon abhängen, ob man diese noch hat. Wenn man Sie noch hat gehören Sie dem Auftraggeber.

Viele Grüße

Hans


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