Spracherkennungs-Software
Thread poster: MOS_Trans

MOS_Trans  Identity Verified
Germany
Local time: 17:57
German to French
+ ...
Jul 30, 2012

Ich möchte mir diese Software zulegen und staune über die Bandbreite in Hinsicht Preise, das geht von 45,- bis 240,- Euro. Ich habe keine Ahnung, was angebracht wäre und wo die Unterschiede liegen. Es gibt auch mehrere Anbieter. Deshalb meine Frage an alle, die sich auskennen: Wie sind die Erfahrungen, worauf muss man achten, was ist besonders wichtig und welche Marke hat sich bewährt?

Bin dankbar für jeden Hinweis.


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David Wright  Identity Verified
Austria
Local time: 17:57
German to English
+ ...
Dragon naturally speaking Jul 30, 2012

zumindest auf Englisch funktioniert ausgezeichnet bei mir

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Tomás Cano Binder, BA, CT  Identity Verified
Spain
Local time: 17:57
Member (2005)
English to Spanish
+ ...
Relativ OK mit Dragon Naturally Speaking Jul 30, 2012

Erstens möchte ich erwähnen, dass ich Dragon ausschließlich für Übersetzungen ins Spanische (meine einzige Zielsprache) benutzt habe.

Meine Erfahrungen mit dem Paket waren eigentlich sehr positiv. Die Software lässt sich aber leider nicht regelmäßig für seriöse Jobs ohne einer sorgfältigen Korrektur benutzen denn, trotz großer Mühe bei der Wiederaufnahme und Auswahl sämtlicher misserkennten Begriffen und Ausdrücken, traut sich die Software ab und zu, komische Ausdrücke einzufügen, die völlig "spanisch" vorkommen, und zwar nicht absichtlich.

Die Gefahr steht oft gerade darin, dass die Software keine klar ersichtliche Schreibfehler macht: manchmal können die falsche eingefügte Worte doch einen Sinn machen, wenn man den Quelltext nicht kennt oder nicht gleichzeitig liest.

Ich benutze also die Software nicht mehr täglich, und auf keinem Fall für dringende Arbeiten!

[Edited at 2012-07-30 10:06 GMT]


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Rolf Keller
Germany
Local time: 17:57
English to German
Der eine fährt mit dem Fahrrad besser, der andere mit dem Auto - muss man ausprobieren Jul 30, 2012

MOS_Trans wrote:

Ich habe keine Ahnung, was angebracht wäre und wo die Unterschiede liegen.


Grundsätzliche Unterschiede liegen darin, welche Sprache(n) unterstützt werden. Es gibt sogar Produkte, die bestimmte Fachsprachen unterstützen.

Ansonsten:

1- Der Rechner muss genügend Leistung haben. Eine alte Kiste mit Windows XP genügt selten.

2 - Nimm die in Windows ab Vista integrierte kostenlose Spracherkennung und spiele damit einige Zeit rum. Danach weißt du mehr und kannst dich daran machen, kostenlose Probeversionen der Konkurrenzprodukte auszuprobieren. (Der Windows-eigenen Software habe ich mal über ein 5-Euro-Mikrofon einen Artikel aus der Tageszeitung vorgelesen, und zwar ohne die Software auf meine Stimme zu trainieren. Da war ich überrascht, wie gut das ging.)

3 - Wenn die Erkennungsqualität einer bestimmten Software schlecht ist, liegt das manchmal einfach nur an der schlechten Audiohardware des Rechners oder des Mikrofons. Mach also Probeaufnahmen ohne Spracherkennungssoftware und höre die dann über eine gute Musikanlage ab (Anschluss an den Audioausgang des Rechners) . Es sollten keine Hintergrundgeräusche (Brummen, Rauschen, Zwitschern) zu hören sein, auch die höheren Töne (scharfes 's') sollten gut durchkommen und das Headset sollte keine Eigengeräusche erzeugen, wenn du dich mal am Kopf kratzt.

Teuer bedeutet hier nicht unbedingt besser, es kann auch umgekehrt sein.

4 - Bedenke, dass du druckreif sprechen können musst. Je nach Text geht das gar nicht. Manuelles Korrigieren kann den Zeitvorteil zunichte machen und viel Nerven kosten.

5 - Ein gründliches Lektorat ist unabdingbar, weil jede Spracherkennungssoftware gelegentlich mal völlig unsinnige Wörter einstreut. Sie macht keine Tippfehler, was ziemlich harmlos wäre, nein, sie greift sich irgendwelche Wörter aus ihrem internen Wörterbuch. Das liegt in der Natur der Sache: Einzelbuchstaben als solche sind ja nicht hörbar, jedenfalls nicht immer und nicht in allen Sprachen.


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MOS_Trans  Identity Verified
Germany
Local time: 17:57
German to French
+ ...
TOPIC STARTER
Vielen Dank Jul 30, 2012

an alle für die Hilfe.
Ich werde Rolf Kellers Ratschläge befolgen und die Sache ausprobieren. Mein Ziel ist erstens Zeit gewinnen und zweitens Hände schonen (Schmerzen!). Wen ich eure Kommentare lese, scheint das nicht mehr so selbstverständlich, wie ich mir das gedacht hatte. Deshalb zuerst mal testen. Jedenfalls vielen Dank für eure Kommentare.


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David Wright  Identity Verified
Austria
Local time: 17:57
German to English
+ ...
Schmerzfrei Jul 31, 2012

ist auch der Grund warum ich DNS verwende, und in dem Bereich ist sehr erfolgreich. Man erspart nicht zeit, aber man erspart die Tipperei, und man kann letzendlich länger arbeiten (wenn man will) ohne sich den Arm kaupttzumachen.

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LegalTrans D  Identity Verified
Turkey
Member (2003)
English to German
+ ...
Nicht nur schmerzfrei sondern auch schnell... Jul 31, 2012

Meine ersten Schritte mit Spracherkennung machte ich mit VoicePro/ViaVoice. Das war etwa 2005. Das Produkt war nicht perfekt, aber immerhin. Gelegentlich war ein Tempogewinn zu notieren. Das größte Problem war (und ist) das Zusammenspiel mit CAT-Tools.

Später bin ich auf Dragon Naturally Speaking (DNS) umgestiegen und mittlerweile bei V. 11.5 gelandet. Diesen Umstieg habe ich nie bereut, es war meine beste Investition. Mit Trados Studio 2009 funktioniert DNS einwandfrei, wobei ich fast ausschließlich die Diktierfunktion nutze. Die Leute von MemoQ haben mir zugesichert, dass auch memoQ zu 100 % mit DNS kompatibel ist.

Einige Punkte scheinen mir bei Spracherkennungsprgrammen für den Erfolg ausschlaggebend zu sein:

1 - ausgiebiges "Training" der Software. Kann an in einer halben Stunde erledigen.
2 - ordentliche Hardware (Mikrofon) und Soundkarte. Gelegentliche Erfolge mit preiswertem Gerät werden schnell zum Ärgernis, wenn sich die Umgebungseinflüsse (Lärm im Hintergrund) ändern. Dann steigt die Fehlerquote rasant an.
3 - Diktierbefehle nicht überstrapazieren. In vielen Fällen geht eine Korrektur per Maus/Tastatur schneller, man darf jedoch nicht vergessen, dass die Software unter Umständen durch diktierte Korrekturen auch "lernt".
4 - Es gibt Texte, bei denen sich Diktieren nicht lohnt. Da die Programme keine gesprochenen "Buchstaben" erkennen, sondern die Spracherkennung ein sehr komplexer Prozess ist, steigen die Spracherkennungsprogramme häufg aus, wenn man lediglich einzelne Wörter diktiert.
5 - Wortschatz erweitern/Programm anpassen: jedes Programm weist Lücken im Wortschatz auf, die man zumindest bei DNS sehr rasch während des Diktats schließen kann. Auch Abkürzungen (ggfs., z.B., usw.) lassen sich bequem und schnell einrichten.

DNS hat für die KollegInnen, die aus dem Englischen arbeiten, einen weiteren Vorteil: man kann immer einen englischen Benutzer einrichten und auch auf Englisch diktieren. Das ist dann besonders nützlich, wenn man ein fünfmal kopiertes Dokument zur Übersetzung erhält, an dem jede OCR scheitert. Man diktiert das Ding einfach und hat dann eine perfekte Vorlage zur Verarbeitung über das CAT-Tool seiner Wahl. Auch englische E-Mails sind schnell erledigt.

Ganz zu schweigen vom Gewinn an Geschwindigkeit...


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Steffen Walter  Identity Verified
Germany
Local time: 17:57
Member (2002)
English to German
+ ...
Volle Zustimmung Jul 31, 2012

LegalTrans D wrote:

Meine ersten Schritte mit Spracherkennung machte ich mit VoicePro/ViaVoice. Das war etwa 2005. Das Produkt war nicht perfekt, aber immerhin. Gelegentlich war ein Tempogewinn zu notieren. Das größte Problem war (und ist) das Zusammenspiel mit CAT-Tools.

Später bin ich auf Dragon Naturally Speaking (DNS) umgestiegen und mittlerweile bei V. 11.5 gelandet. Diesen Umstieg habe ich nie bereut, es war meine beste Investition. Mit Trados Studio 2009 funktioniert DNS einwandfrei, wobei ich fast ausschließlich die Diktierfunktion nutze. Die Leute von MemoQ haben mir zugesichert, dass auch memoQ zu 100 % mit DNS kompatibel ist.

Einige Punkte scheinen mir bei Spracherkennungsprgrammen für den Erfolg ausschlaggebend zu sein:

1 - ausgiebiges "Training" der Software. Kann an in einer halben Stunde erledigen.
2 - ordentliche Hardware (Mikrofon) und Soundkarte. Gelegentliche Erfolge mit preiswertem Gerät werden schnell zum Ärgernis, wenn sich die Umgebungseinflüsse (Lärm im Hintergrund) ändern. Dann steigt die Fehlerquote rasant an.
3 - Diktierbefehle nicht überstrapazieren. In vielen Fällen geht eine Korrektur per Maus/Tastatur schneller, man darf jedoch nicht vergessen, dass die Software unter Umständen durch diktierte Korrekturen auch "lernt".
4 - Es gibt Texte, bei denen sich Diktieren nicht lohnt. Da die Programme keine gesprochenen "Buchstaben" erkennen, sondern die Spracherkennung ein sehr komplexer Prozess ist, steigen die Spracherkennungsprogramme häufg aus, wenn man lediglich einzelne Wörter diktiert.
5 - Wortschatz erweitern/Programm anpassen: jedes Programm weist Lücken im Wortschatz auf, die man zumindest bei DNS sehr rasch während des Diktats schließen kann. Auch Abkürzungen (ggfs., z.B., usw.) lassen sich bequem und schnell einrichten.

DNS hat für die KollegInnen, die aus dem Englischen arbeiten, einen weiteren Vorteil: man kann immer einen englischen Benutzer einrichten und auch auf Englisch diktieren. Das ist dann besonders nützlich, wenn man ein fünfmal kopiertes Dokument zur Übersetzung erhält, an dem jede OCR scheitert. Man diktiert das Ding einfach und hat dann eine perfekte Vorlage zur Verarbeitung über das CAT-Tool seiner Wahl. Auch englische E-Mails sind schnell erledigt.

Ganz zu schweigen vom Gewinn an Geschwindigkeit...


Ich kann allen genannten Punkten nur voll zustimmen (ich nutze auch Dragon 11.5). Auch mit Studio 2011 funktioniert die Software reibungslos. Der Geschwindigkeitszuwachs ist deutlich spürbar, was aber auch erfordert, dass man quasi druckreife Sätze diktieren kann und im nachfolgenden Lektoratsgang nur noch die bereits angesprochenen typischen Dragon-Fehler ausbügeln muss.


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MOS_Trans  Identity Verified
Germany
Local time: 17:57
German to French
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TOPIC STARTER
Das hört sich gut an, Jul 31, 2012

danke für die zusätzlichen Kommentare.
Ich habe gelesen, dass Dragon NaturallySpeaking 11.5 als CD erhältlich ist oder zum Downloaden. Was ist besser? Außerdem diktiere ich in zwei Sprachen, Deutsch und Französisch. Ist das möglich? Es gibt eine Version mit Englisch (brauche ich nicht), oder eine holländische Version mit Französisch (brauche kein Holländisch). Kann man zu der deutschen Version Französisch hinzuladen? Und wo kauft man das am Besten, Amazon oder Nuance?
Das sind viele Fragen, wenn jemand noch Lust hat, zu antworten, vielen Dank dafür.


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