Nachweis der freiberuflichen Tätigkeit für Frankreich
Thread poster: svenfrade

svenfrade  Identity Verified
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Dec 29, 2012

Gestern bekam ich von einem in Frankreich ansässigen Kunden die Mitteilung, ich solle meine freiberufliche Tätigkeit nachweisen. Dieser Nachweis sei in Form einer Gewerbeanmeldung (für Übersetzer bekanntlich völlig überflüssig) oder durch die Kopie einer Steuererklärung, aus der Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit hervorgeht, zu erbringen.

Ich bin darüber einigermaßen verwundert, denn keiner meiner anderen französischen Kunden hat bisher einen solchen Nachweis von mir verlangt. Vielleicht ist es auch eine Neuerung, die – was ich nicht ausschließen will – völlig an mir vorbeigegangen ist, da die letzte Zeit recht hektisch war und ich mich recht wenig um das „Drumherum“ kümmern konnte. Möglicherweise trudeln weitere Anfragen dann im neuen Jahr ein ...

Ich war bisher immer davon ausgegangen, dass eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer als Nachweis ausreichend sein müsste, aber möglicherweise sehe ich das falsch.

Falls jemand informierter ist als ich, wäre ich für Aufklärung dankbar.


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Babette Schrooten  Identity Verified
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Nachweis der freiberuflichen Tätigkeit Dec 29, 2012

Hallo Inkweaver,

ich habe diese Anfrage auch bekommen und ja, die Ust.-IdNr. reicht eigentlich aus. Das habe ich dem Kunden auch so geschrieben und noch einmal die Erklärung zur Ust-IdNr. hinzugefügt. Bin mal gespannt, ob das dann ausreicht.

Ich könnte mir vorstellen, das die sich evtl. zertifizieren lassen wollen und deshalb diese Nachweise benötigen.


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Rolf Keller
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Manche Kunden ... Dec 29, 2012

inkweaver wrote:
in Form einer Gewerbeanmeldung (für Übersetzer bekanntlich völlig überflüssig)


In D überflüssig nur für solche Übersetzer, die wirklich keine gewerbliche Tätigkeit ausüben. Das Weitervergeben von Aufträgen ist je nach dem Umständen bekanntlich eine gewerbliche Tätigkeit. Und: Französische Kunden denken natürlich in ihren Rechtskategorien, nicht in den deutschen.

die Kopie einer Steuererklärung, aus der Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit


Ich würde nicht im Traum daran denken, einem Kunden meine Steuererklärung zu zeigen. Abgesehen davon wäre nicht die Erklärung relevant, sondern nur der zugehörige Bescheid.

Ich war bisher immer davon ausgegangen, dass eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer als Nachweis ausreichend sein müsste


Mit der Nummer kannst du lediglich nachweisen, dass du sie hast - jeder kann sich so eine Nummer zuteilen lassen, auch wenn er sie nicht braucht/benutzt.

Aber: Anhand der Nummer kann ein Kunde per Internet abfragen, ob dein Name, deine Adresse usw. zu dieser Nummer gehört. Zu dieser Kontrolle ist er je nach Land verpflichtet, zu mehr aber - falls keine besonderen Umstände vorliegen - aber wohl kaum, er ist ja kein Detektiv. Und bekäme er eine Kopie des Steuerbescheids, wie wäre es dann mit Übersetzung, Beglaubigung, Apostille, ...?

Ich tippe eher darauf, dass irgendeine (evtl. neu gefasste) Regel über die Methode "Stille Post" von einem Unwissenden zum anderen verbreitet worden ist. Das hatte ich im Laufe der Jahre schon mehrfach. "Unser Steuerberater hat gesagt, Sie müssen ..." und später dann "Sie haben recht, Sie müssen nicht, war ein Irrtum."


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nordiste  Identity Verified
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In Frankreich "URSSAFF" Dec 29, 2012

In Frankreich müssen freiberufliche Arbeiter sich bei "URSSAF" anmelden. Sie bekommen eine sogennante "SIREN", das ist eine ID-Nummer und auch jedes Jarhr ein "attestation de vigilance".

Outsourcer müssen bei jedem Freelancer prüfen, das er richtig angemeldet ist und dafür bitten sie um diese Anmeldung. Das ist das normale Verfahren, um gegen Schwarzarbeit zu kämpfen.
Sonst könnte der Outsourcer selbst steuerschuldig werden, wenn der Freelancer nicht angemeldet wäre.

Irgend eine Anmeldung vom Steueramt sollte genug sein. Sie können es auf französisch kurz übersetzen für bessere Erklärung.


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svenfrade  Identity Verified
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TOPIC STARTER
Danke Dec 31, 2012

Danke für die bisherigen Antworten ... und die unvermeidlichen Belehrungen.

Selbstverständlich meinte ich den Steuerbescheid, da ich in Gedanken aber bereits mit der Steuererklärung für dieses Jahr beschäftigt war, hat sich da wohl ein Freud'scher Verschreiber eingeschlichen.

Und natürlich hätte ich schreiben sollen „für freiberufliche Übersetzer, die nicht regelmäßg Aufträge weitervergeben und somit keine gewerbliche Tätigkeit ausüben“. Auch hier bitte ich für meine schlampige Ausdrucksweise kniefälligst um Verzeihung.

Ich gelobe Besserung, damit sich sich der Herr Kollege zukünftig nicht mehr zur Erbsenzählerei gezwungen fühlen muss.


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Ansgar Knirim  Identity Verified
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Nachgefragt... Dec 31, 2012

Hallo,
auch ich habe diese Anfrage bekommen und nachgehakt, dass ich kein Gewerbetreibender bin und die USt-Nummer ja eigentlich ausreichen müsse.
Die Antwort aus FRankreich:
"...Unsere Verwaltung, die sich mit den Begebenheiten in Deutschland nicht auskennt, will von jedem Übersetzer ein „Nachweisdokument“. Deswegen wäre es super, wenn Du uns einen Scan des Steuerbescheids schicken könntest."
Können sie gerne bekommen, die Zahlen und sonstige vertrauliche Inhalte kann man ja schwärzen.
Allen Kolleginnen und Kollegen einen guten Rutsch!
Ansgar


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Rolf Keller
Germany
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Was sagt ein Steuerbescheid? Jan 1, 2013

Ansgar Knirim wrote:

"...Unsere Verwaltung, die sich mit den Begebenheiten in Deutschland nicht auskennt, will von jedem Übersetzer ein „Nachweisdokument“. Deswegen wäre es super, wenn Du uns einen Scan des Steuerbescheids schicken könntest."
Können sie gerne bekommen, die Zahlen und sonstige vertrauliche Inhalte kann man ja schwärzen.


Neugierig: Welchen Steuerbescheid nimmst du denn dann? ESt, USt oder beide? Und steht in einem davon, dass du als Übersetzer arbeitest?

Wenn du alles schwärzt, was vertraulich ist, was bleibt dann eigentlich noch? Dein Name, deine Adresse und ggf. deine USt-ID. Selbst die Steuernummer müsstest du ja schwärzen.


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Ansgar Knirim  Identity Verified
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... Jan 4, 2013

Rolf Keller wrote:

Ansgar Knirim wrote:

"...Unsere Verwaltung, die sich mit den Begebenheiten in Deutschland nicht auskennt, will von jedem Übersetzer ein „Nachweisdokument“. Deswegen wäre es super, wenn Du uns einen Scan des Steuerbescheids schicken könntest."
Können sie gerne bekommen, die Zahlen und sonstige vertrauliche Inhalte kann man ja schwärzen.


Neugierig: Welchen Steuerbescheid nimmst du denn dann? ESt, USt oder beide? Und steht in einem davon, dass du als Übersetzer arbeitest?

Wenn du alles schwärzt, was vertraulich ist, was bleibt dann eigentlich noch? Dein Name, deine Adresse und ggf. deine USt-ID. Selbst die Steuernummer müsstest du ja schwärzen.


Das ist doch in diesem Zusammenhang gänzlich unerheblich. Wie aus der Nachfrage hervorgeht, will der Kunde offensichtlich lediglich einen Nachweis haben, dass man bei der eigenen Steuerbehörde geführt wird. Und warum sollte ich der französischen Agentur nicht meine inländische Steuernummer mitteilen?


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Rolf Keller
Germany
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Steuernummer ... Jan 4, 2013

Ansgar Knirim wrote:

Das ist doch in diesem Zusammenhang gänzlich unerheblich. Wie aus der Nachfrage hervorgeht, will der Kunde offensichtlich lediglich einen Nachweis haben, dass man bei der eigenen Steuerbehörde geführt wird.


Irgendwie geführt sind dort viele Leute. Ich hätte aber gedacht, dass es darum geht, als was man geführt wird. Oder genügt auch ein Erbschaftssteuerbescheid? Und auch wenn die Antwort deiner Meinung nach unerheblich ist, hättest du ja die Frage einfach beantworten können.

Und warum sollte ich der französischen Agentur nicht meine inländische Steuernummer mitteilen?


Weil du sie besser niemandem unnötig mitteilen solltest, zu dem du eine persönliche oder geschäftliche Beziehung hast. Warum, das werde ich hier nicht coram publico erläutern, um keine schlafenden Hunde zu wecken.

Nur so viel: Vor Jahren hat man in D die Pflicht eingeführt, in Rechnungen die eigene Steuernummer anzugeben. Sofort gab es große und IMHO berechtigte Proteste, weil es viele Leute gibt, die wissen, was man mit der Nummer einer einem bekannten Person anstellen kann. Deshalb wurde das Gesetz ganz schnell in der Form nachgebessert, dass man stattdessen wahlweise seine USt-ID angeben kann.


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