Rat auf Mastersstudiengänge in Deutschland
Thread poster: Matt Goldstein

Matt Goldstein
Local time: 23:27
German to English
Sep 15, 2013

Hallo Zusammen,

Was wäre besser, um ein Übersetzer im Bereich Technik zu werden. Dass ich mich an Uni Mainzs MA Translation Studiengang bewerbe, oder, dass ich mich an eine Fachhochschule bewerbe? Ich habe schon einige Menge Erfahrung mit Photovoltaik und ich könnte mich daran gewöhnen, mehr über Erneubare Energien zu lernen. Was sind ihre Vorschläge dazu? Welche Richtung stimmt mit dem bestem Weg überein, ein Technik-Übersetzer zu weden? Auch, habt ihr Vorschläge zu guten Mastersstudiengänge im Bezug auf meine Berufswahl? Ich kenne schon, dass TU Berlin und TU Leipzig hat Mehrfache, die um Solortechnik und Erneubare Energiesysteme gehen. Kennt ihr sie? Sind sie gut? Und ist es nötig, eventual einen Abschluss in Translation zu machen?

Vielen Dank im Voraus, und Herzliche Grüße aud den USA.icon_smile.gif


 

Matthias Brombach  Identity Verified
Germany
Local time: 08:27
Member (2007)
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+ ...
Praktikum im Bereich "Technik" bzw. "Technische Redaktion" Sep 21, 2013

Hallo Matt,

ich gehe davon aus, dass du aus dem Deutschen in deine eigene Muttersprache übersetzen möchtest (sogar solltest!) und dass dein passives Deutsch (lesen und verstehen) sehr gut ist.
Angesichts deines Alters und technischen Hintergrundes möchte ich dir dringend empfehlen, bevor du in Deutschland irgendein für dich als Ausländer teures Studium aufnimmst, deinen technischen Hintergrund weiter auszubauen. Das kann auch in deinem Heimatland geschehen oder in einer international aufgestellten Firma in Deutschland, z. B. in Form eines technischen Praktikums. Ob du noch eine komplette bis zu dreijährige Ausbildung, z. B. als Elektroniker, machen möchtest, bevor du versuchst, dich als technischer Übersetzer zu etablieren, musst du selbst entscheiden und hängt von deinem Grad der "Technikbegeisterung" ab und für welches Sachgebiet du dich entscheidest. Falls es dir darum geht, dich im Rahmen eines Hochschulstudiums weiter in die deutsche Sprache zu vertiefen, dann ist meiner Ansicht nach die Wahl der Hochschule zweitrangig, wenn du später hauptsächlich in deine eigene Sprache übersetzen möchtest.
Wahlweise könntest du auch in Deutschland zuerst ein Praktikum im Bereich der technischen Redaktion machen, um eingehender mit technischen Sachverhalten, wenn auch nur auf theoretischer Ebene, vertraut zu werden. Dort würde ich mich vorzugsweise bei einem produzierenden Unternehmen - und nicht bei einem Sprachdienstleister! - bewerben.
Dann, und nur wirklich dann, könntest du dich auf dem Weg machen und einen linguistischen Hochschulabschluss erwerben, falls der dann noch für dich notwendig ist. Es existieren zwar in Deutschland einige (Fach-)Hochschulen, die einen Abschluss zum technischen Übersetzer anbieten, aber lasse dich nicht täuschen und denke als Nicht-Techniker, dass du dort ein fundiertes technisches Verständnis gewinnen wirst, das Voraussetzung für eine Tätigkeit als technischer Übersetzer ist. Es werden dort meist z. T. nützliche Formalübungen angeboten, oftmals aber auch Dinge gelehrt, die mit dem eigentlichen Beruf eines technischen Übersetzers nichts mehr zu tun haben. So hat mir z. B. 2007 der Leiter des Studiengangs IFK der FH Flensburg in einem persönlichen Gespräch erläutert, dass "sein" Studiengang nicht (speziell) der Ausbildung von technischen Übersetzern diene, sondern sich im Allgemeinen auf alles rund um die technische Dokumentation bezieht.
Er hat mir (ausgebildeter Techniker mit Berufserfahrung) in dem Zusammenhang (während des 5. Semesters...) empfohlen, mich an das SDI in München zu wenden:
http://www.sdi-muenchen.de/hochschule/ba/ba-internationale-technik-und-medienkommunikation/aufbau-und-ablauf/
Vielleicht bist du dort ganz gut aufgehoben, aber der Studiengang ist nicht gebührenfrei.
Wenn du allerdings ganz hart drauf bist und vor allem in deutscher Grammatik regelrecht geschliffen werden möchtest, dann wende dich an den Studiengang IFK der FH Flensburg. Aber Vorsicht, wenn du kein deutscher Muttersprachler bist! Übrigens ist dort auch viel kollektive Gruppenarbeit angesagt, die nicht für jedermann motivierend ist. Für weitere Vor- und Nachteile sowie Erfahrungen mit der FH Flensburg wende dich gerne an mich, aber ich rate in deinem Fall, wenn du wirklich technikbegeistert bist und irgendwann Techniker sein solltest, vom Studiengang IFK an der FH Flensburg ab.
Schade übrigens, dass sich sonst hier keiner zu deiner Frage geäußert hat.

Schönen Gruß,

Matthias

[Bearbeitet am 2013-09-21 09:23 GMT]

[Bearbeitet am 2013-09-21 09:25 GMT]
PS: Im Übrigen wäre ein Bachelor-Abschluss völlig ausreichend, wenn die weiteren Voraussetzungen vorhanden sind, um als freiberuflicher technischer Übersetzer zu arbeiten.

[Bearbeitet am 2013-09-21 11:39 GMT]


 

Rolf Keller
Germany
Local time: 08:27
English to German
Dr. Faust (2013): "Habe nun ach, Translaterei und ... Sep 22, 2013

Matthias Brombach wrote:

Es existieren zwar in Deutschland einige (Fach-)Hochschulen, die einen Abschluss zum technischen Übersetzer anbieten, aber lasse dich nicht täuschen und denke als Nicht-Techniker, dass du dort ein fundiertes technisches Verständnis gewinnen wirst, das Voraussetzung für eine Tätigkeit als technischer Übersetzer ist.


Außer dem Verständnis benötigt man auch noch Grundlagenwissen. Gerade dieses Grundlagenwissen erwirbt man nicht in einem Fachkursus von wenigen Wochenstunden, jedenfalls nicht so, dass viel davon hängenbleibt.

Und da tritt nun ein Problem auf: Wenn man hinsichtlich des Grundlagenwissens unterhalb eines bestimmten Levels als Übersetzer anfängt, kommt man trotz aller Anstrengungen nie mehr weiter und wird bestenfalls zum Fachidioten.

Und ganz wichtig: Lebenslanges Lernen ist Pflicht, darf aber nicht als Pflichtübung angesehen werden, sondern muss Spaß machen. Und Spaß macht es sicher nicht, wenn man immer nur Bahnhof versteht und bestenfalls mit Auswendigpauken weiterkommt.

Und noch ein Punkt: Die Fachgebiete verzahnen sich immer mehr: Wer nur ein einziges Gebiet kennt, steht oft genug völlig ahnungslos da. Vor 45 Jahren konnte jeder interessierte 12-jährige Bastler verstehen, wie ein Telefon funktioniert. Heute, beim Handy, hat selbst ein Diplomingenieur (wenn er NUR Kenntnisse der Elektrotechnik hat) keine Chance, z. B. die höhere Mathematik zu verstehen, dank derer die Übertragungsverfahren funktionieren. Und um zu wissen, wie diese Mathematik in ein reales Gerät umgesetzt wird, benötigt man obendrein Kenntnisse in Softwaretechnik. In anderen Fachgebieten ist es ähnlich. Wer da kein breites Grundlagenwissen hat, scheitert an der Weiterbildung, ob er nun Entwicklungsingenieur oder Übersetzer ist.

Wenn du allerdings ganz hart drauf bist und vor allem in deutscher Grammatik regelrecht geschliffen werden möchtest, dann wende dich an den Studiengang IFK der FH Flensburg. Aber Vorsicht, wenn du kein deutscher Muttersprachler bist!


icon_smile.gif Tja, die sogenannte muttersprachliche Kompetenz, das unbekannte Wesen. Das Schleifen alleine genügt aber nicht: Sprachkompetenz geht über Grammatik und Rechtschreibung hinaus. Wer das nicht schon mit 25 in der Schreibhand hat, der hat es schwer, das nachzuholen. Der große Rest erwirbt später lediglich Kompetenz in der gesprochenen Sprache.


 

Matthias Brombach  Identity Verified
Germany
Local time: 08:27
Member (2007)
Dutch to German
+ ...
Vielleicht prägen ja auch folgende Artikel... Sep 22, 2013

...das Bild von der ach so unbeschwerten Leichtigkeit des Seins als (technischer) Übersetzer und man möchte es ihnen gleichtun:

http://www.spiegel.de/karriere/ausland/traumjob-in-thailand-uebersetzerin-macht-den-strand-zum-buero-a-842611.html

Ganz am Ende des Artikels auch einige diesmal wirklich interessante Kommentare "aus dem Netz".


 

Rolf Keller
Germany
Local time: 08:27
English to German
Populistisches Politainment gibts auch ohne Politik Sep 24, 2013

Matthias Brombach wrote:

http://www.spiegel.de/karriere/ausland/traumjob-in-thailand-uebersetzerin-macht-den-strand-zum-buero-a-842611.html

Ganz am Ende des Artikels auch einige diesmal wirklich interessante Kommentare "aus dem Netz".


Na ja, mancher nennt manche Zeitungen "B***-Zeitungen für Abiturienten" und fragt sich, warum manche Leser manche Sommerlochfüller-Geschichten Ernst nehmen.icon_smile.gif


 

Matthias Brombach  Identity Verified
Germany
Local time: 08:27
Member (2007)
Dutch to German
+ ...
Der Manche... Sep 24, 2013

...darf jetzt auch gerne mit mir einen anderen Thread in einem anderen Forumsflügel aufmachen, um über manche elitären Ansichten zu flamen, wahlweise auch in einem Leserforum einer Zeitung, hinter der angeblich so kluge Köpfe stecken icon_wink.gif

Rolf Keller wrote:

Na ja, mancher nennt manche Zeitungen "B***-Zeitungen für Abiturienten"



...den Master(s)ratsuchenden hat´s hier eh´schon vertrieben, seit die Themen "Grundlagenwissen" und "FH Flensburg" ins Spiel kamen...

[Bearbeitet am 2013-09-24 22:19 GMT]


 

Bernd Müller
Germany
Local time: 08:27
German to Romanian
+ ...
My 2 cts Sep 26, 2013

Ausgehend davon, dass Du Dich auf Technik spezialisieren möchtest- und wohl kein/ kaum einen anderen Bereich für Übersetzungen mit einbeziehst- was schon OK ist, denn Technik ist ja äußerst vielseitig, und es wird viel exportiert:

1. Ich halte ein Übersetzerstudium für weniger sinnvoll als ein Technik- Studium. Bachelor reicht wohl aus, da es um Terminologie- und Grundlagenkenntnisse geht.

Dass Du allerdings schon den Bachelor in Sprachen gemacht hast, sollte dabei berücksichtigt werden- bzgl. der optimalen Lösung bin ich hier überfragt!

Mechatronik wäre wohl am sinnvollsten- Elektrotechnik & Mechanik & Informatik. Vielleicht schreibt ein studierter Mechatroniker mal einige Details dazu- oder, Du siehst Dir einige Studienpläne an, im Internet.

Kenntnisse nur in Photovoltaik & Solartechnik reichen bei weitem nicht aus. Was dann, wenn in diesem *s. engen * Bereich für ein paar Monate keine Aufträge kommen? Oder wenn mal eine ganz andere technische Thematik Hochkonjunktur bekommt?

Lassen sich, neben dem technischen Studium, nicht auch einige Fächer aus dem Bereich Translation belegen? Es wäre daher wohl sinnvoll, eine FHS oder Uni auszusuchen, die beides anbietet; Technik & Übersetzen/ Traduktologie.

2. Meines Erachtens wäre ein Studium in Deutschland schon sinnvoll- gerade um Dein Deutsch insgesamt zu verbessern, aber auch um die deutsche Terminologie kennenzulernen. Wenn Du die Feinheiten der deutschen Sprache nicht kennst, kannst Du auch in Übersetzungen in die EN- Sprache gravierende Fehler machen!

3. CAT- Tools sind im Technik- Bereich wohl Pflicht. Welche die gebräuchlichsten sind, hängt ggf. auch von dem Land ab, oder?
Dieselben lassen sich aber auf den Lehrgängen der Anbieter erlernen.

4. Letztendlich hängt es vermutlich auch z.T. davon ab, in welchem Land Du wohnen willst.

Ich selbst habe nur Technik studiert, das Übersetzen kam dann irgendwann dazu- und die Übersetzerprüfung, als Externer, in München- die mir erlaubt, auch beglaubigte, d.h. Rechts-, Urkunden- u.a. Übersetzungen anzufertigen.--

Und das Übersetzen kann man auch via Teilnahme an Übersetzergruppen im Wohnort, falls es da welche gibt), bei Yahoo, bei U-Forum etc.pp. lernen, im Laufe der Zeit, Selbststudium in schlauen Büchern, in den Übersetzer- Fachzeitschriften etc. Gerade für EN/ DE gibt es da s. viele Möglichkeiten, wohl mit die meisten in der Welt, wie auch bei Wörterbüchern!
Wobei ein Studium/ eine Fremdsprachenschule (letztere gibt es in München auch, wohl 3 Jahre) sicherlich gezielter und schneller zu umfassenden Kenntnissen im Übersetzen (& auch Dolmetschen!) führt, als das Selbststudium.

Letztendlich, eine Frage der Zeit, die zur Verfügung steht!

Meine pers. Meinung!

[Bearbeitet am 2013-09-26 07:08 GMT]


 


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