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Arbeiten für Agenturen (mehrere Fragen)
Thread poster: markusob
markusob
Local time: 18:42
English to German
Jun 9, 2015

Ich bin staatlich geprüfter Übersetzer Englisch / Deutsch (Muttersprache). Ich habe einen Hochschulabschluss und mehrere Jahre Berufserfahrung in dem Fachgebiet, in dem ich zukünftig als Übersetzer tätig sein möchte. Ich habe allerdings noch überhaupt keine Erfahrung im Übersetzen. Ich fand es wichtig, erst Berufserfahrung im Fachgebiet zu sammeln.

Mich würde eure Meinung zu folgenden Fragen interessieren:

* Mit welchem Preis pro Wort (Englisch => Deutsch) soll ich mich bei Agenturen bewerben? Ich bin formal schon ziemlich gut qualifiziert, habe allerdings keine Erfahrung im Übersetzen. Ich möchte mich jetzt am Anfang nicht mit einem zu hohen Preis aus dem Rennen werfen. Ich würde jetzt am Anfang auch lieber für wenige Auftraggeber regelmäßig zu einem niedrigeren Preis arbeiten, als sehr viel Zeit in die Kundenakquise zu investieren.

* Zahlen die Agenturen für Eilaufträge oder Aufträge über das Wochenende mehr oder wird das einfach vorausgesetzt?

* Kann man mit Agenturen auch nach einer gewissen Zeit einen höheren Preis vereinbaren oder nageln die einen auf den ursprünglichen Preis fest?

* Hat man schlechtere Chancen, von Agenturen beauftragt zu werden, wenn man an bestimmten Tagen in der Woche im ursprünglichen Beruf arbeitet?

* Braucht man als freier Übersetzer eigentlich einen Steuerberater?


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Andrea Halbritter  Identity Verified
France
Local time: 18:42
French to German
+ ...
Ein paar Antworten aus meiner Sicht... Jun 9, 2015

Hi!

Frage 1): Arbeite nicht in deiner Kombination, kann dazu nichts sagen. Hängt aber mit Sicherheit auch von deinem Fachgebiet ab. Am besten bei Kollegen mit deiner Sprachkombination informieren. Ein paar Angaben hierzu findest du auch auf Proz. Anfänger machen häufig den Fehler zu wenig zu verlangen, was dann insgesamt die Marktpreise drückt. Außerdem willst du ja wahrscheinlich nicht Tag und Nacht arbeiten, um ein bisschen Geld zu verdienen?

Frage 2): Die Agenturen, die ich kenne, erwarten das. Für Wochenendarbeit, Nachtschichten etc. wird selten mehr bezahlt. (Ich persönlich arbeite hauptsächlich mit Direktkunden.)

Frage 3): Den Preis nach oben zu setzen, ist oft schwierig. Zu dem Thema solltest du hier im Forum ein paar Diskussionen finden. Preiserhöhungen bieten sich dann an, wenn du zu viel zu tun hast und es dir leisten kannst, ein paar Kunden zu verlieren.

Frage 4): Wer nicht als Vollzeitübersetzer arbeitet, hat es schwer, an Projekte zu kommen. Zum einen kannst du größere Projekte nur schwer schultern, wenn du noch einer anderen Beschäftigung nachgehst, zum anderen antwortest du vermutlich nicht schnell genug. Viele Projekte sind ferner Eilaufträge.

Frage 5): Meiner Meinung nach nicht.


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Bernhard Sulzer  Identity Verified
United States
Local time: 12:42
English to German
+ ...
What's your worth? Jun 9, 2015

markusob wrote:

Ich bin staatlich geprüfter Übersetzer Englisch / Deutsch (Muttersprache). Ich habe einen Hochschulabschluss und mehrere Jahre Berufserfahrung in dem Fachgebiet, in dem ich zukünftig als Übersetzer tätig sein möchte. Ich habe allerdings noch überhaupt keine Erfahrung im Übersetzen. Ich fand es wichtig, erst Berufserfahrung im Fachgebiet zu sammeln.

Mich würde eure Meinung zu folgenden Fragen interessieren:

* Mit welchem Preis pro Wort (Englisch => Deutsch) soll ich mich bei Agenturen bewerben? Ich bin formal schon ziemlich gut qualifiziert, habe allerdings keine Erfahrung im Übersetzen. Ich möchte mich jetzt am Anfang nicht mit einem zu hohen Preis aus dem Rennen werfen. Ich würde jetzt am Anfang auch lieber für wenige Auftraggeber regelmäßig zu einem niedrigeren Preis arbeiten, als sehr viel Zeit in die Kundenakquise zu investieren.

* Zahlen die Agenturen für Eilaufträge oder Aufträge über das Wochenende mehr oder wird das einfach vorausgesetzt?

* Kann man mit Agenturen auch nach einer gewissen Zeit einen höheren Preis vereinbaren oder nageln die einen auf den ursprünglichen Preis fest?

* Hat man schlechtere Chancen, von Agenturen beauftragt zu werden, wenn man an bestimmten Tagen in der Woche im ursprünglichen Beruf arbeitet?

* Braucht man als freier Übersetzer eigentlich einen Steuerberater?



So you're a translator certified by the state, have a university degree and even a few years of experience working in a specific field.
And now you're ready to sell yourself for peanuts as a translator? So that agencies can make an indecent profit off you? Are you going to provide a shitty job? Or are you going to use all your knowledge and skills to the best of your ability, keep your common and develop some business sense and apply best practices in your new occupation as a freelance translator instead of taking jobs away from other professionals offering/accepting rock bottom rates?

You tell me.

Auf Deutsch oder Englisch.

If you're not ready to get paid for what you're worth as a translator, don't even try. My two cents.

[Edited at 2015-06-09 22:18 GMT]


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Tatjana Dujmic  Identity Verified
Germany
Local time: 18:42
Member (2006)
English to German
+ ...
Informationsquellen Jun 10, 2015

Hallo,

ich würde Dir raten, Dich zunächst mit der betriebswirtschaftlichen Seite zu beschäftigen und eine ordentliche Kalkulation zu machen. Selbst wenn Du nebenher weiter arbeitest, sollte Deine Grundlage die sein, dass Du voll selbstständig bist.

Was nutzt es Dir, jetzt für extrem niedrige Preise zu arbeiten, wenn Du damit dazu beiträgt, auch Dir selbst in Zukunft die Preise kaputt zu machen (und auch den anderen)?

Preise erhöhen bei Agenturen kannst Du aus meiner Sicht i.d.R. vergessen. Ich bin seit über 10 Jahren als Übersetzerin tätig (übrigens auch ENG/DEU, staatlich geprüft und vorher was anderes gemacht und auch nebenher eingestiegen) und kann Dir das aus Erfahrung sagen.

Bist Du Mitglied in einem Berufsverband, z.B. BDÜ? Würde ich Dir auch empfehlen, Dir das mal anzuschauen bzw. zu überlegen.
Für BDÜ-Mitglieder gibt es kostenlose Webinare zu betriebswirtschaftlichen Grundlagen zum Download und außerdem bei regionalen Stammtischen wunderbare Möglichkeiten, sich Netzwerke aufzubauen. Die Kollegen dort können Dir sicher viele gute Tipps geben (auch zu Agenturen) und man kann auch als Gast teilnehmen, je nach Bundesland.

Sonst schau mal noch hier:
http://www.akademie.de/wissen/stundensatz-kalkulation
http://www.wissenswinkel.com/

Ich persönlich würde einen Steuerberater empfehlen und hatte von Anfang an einen. Warum meine Zeit mit etwas vertun, das ein anderer besser kann? In der Zeit kann ich Geld verdienen oder Akquise machen

HDH und Grüße

Tatjana


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Rolf Keller
Germany
Local time: 18:42
English to German
Steuerberater? Jein. Jun 10, 2015

markusob wrote:

Braucht man als freier Übersetzer eigentlich einen Steuerberater?


Ja. Aber nur falls du nicht alle der folgenden Bedingungen erfüllst.

Du kannst abstrakt und logisch denken.
Du hast ein gutes Leseverständnis.
Du kannst beim Recherchieren im Internet erkennen, wer Blödsinn schreibt.
Du scheust dich nicht, Gehirnschmalz für Dinge aus anderen Fachgebieten zu opfern.
Du lernst gern auch ohne zwingenden Anlass.

Wenn du diese Bedingungen erfüllst, ist es kein Problem, dann kannst du dir ruck-zuck die paar Dinge im Web (oder in einem der vielen "Ich-mache-mich-selbstängig"-Bücher) anlesen, die du in den ersten Monaten brauchst. Eine Buchführungssoftware nimmt dir die Rechenarbeit fast komplett ab und kann auch den Jahresabschluss erstellen. Klar: Wenn dir die Übersetzungsarbeit über den Kopf wächst, dann kann eine fremde Buchführungshilfe sinnvoll sein; aber auch dann solltest du wissen, was da in puncto Berechnungen und Steuerpflicht eigentlich abläuft. Vermutlich wirst du aber zumindest anfangs eher unter Auftragsmangel leiden und genug Zeit haben, z. B. einen Text mit dem Titel "Umsatzsteuer für Übersetzer" zu lesen.

Wenn du eine der Bedingungen nicht erfüllst, hast du bei Fachübersetzungen (nur von solchen sprichst du ja offensichtlich) ohnehin ein Handikap.


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B. D. Laux  Identity Verified
Local time: 18:42
Member (2009)
German to Norwegian
+ ...
Erreichbarkeit Jun 10, 2015


Frage 4): Wer nicht als Vollzeitübersetzer arbeitet, hat es schwer, an Projekte zu kommen. Zum einen kannst du größere Projekte nur schwer schultern, wenn du noch einer anderen Beschäftigung nachgehst, zum anderen antwortest du vermutlich nicht schnell genug. Viele Projekte sind ferner Eilaufträge.



Das stimmt, und oft kommen Rückfragen oder kleinere Zusätze zur Übersetzung, die schnell beantwortet werden müssen. Dann muss man erreichbar sein und die Rückfrage bei Bedarf auch sofort bearbeiten können.


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Rolf Keller
Germany
Local time: 18:42
English to German
Preiserhöhung bei Agenturen Jun 10, 2015

Tatjana Dujmic wrote:

Preise erhöhen bei Agenturen kannst Du aus meiner Sicht i.d.R. vergessen.


Das geht dann, wenn du jemand bist, von dessen Art nicht 99 Konkurrenten vor der Tür warten. Also: seltene Sprachkombination (ok, fällt bei EN/DE weg), seltenes/anspruchsvolles Fachgebiet (z. B. Elektronik oder Fototechnik statt Handelskorrespondenz) und nicht zuletzt eine Zielsprachenkompetenz, die es der Agentur ermöglicht, ggf. das Geld und die Zeit für Korrektur/Lektorat einzusparen.


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markusob
Local time: 18:42
English to German
TOPIC STARTER
Danke für eure Antworten Jun 10, 2015

Ich habe natürlich schone eine Kalkulation gemacht. Allerdings hängen die Preise von einigen Faktoren ab, die ich am Anfang ohne praktische Erfahrung im Übersetzen schlecht einschätzen kann.

- Wie viele Wörter kann man pro Stunde übersetzen? Meine Recherchen haben hier ergeben, dass andere von ungefähr 330 Wörter pro Stunde ausgehen.

- Wie stark schwankt die Auftragslage? Wenn ich mit 100% Auslastung rechne, komme ich natürlich auf völlig andere Preise als wenn ich mit 68% rechne. Hier fehlt mir auch jede Erfahrung, was man von so einer Agentur an Auslastung erwarten kann.

- Von welchem Vergleichsgehalt für einen Festangestellten gehe ich aus? Hier stellt sich die Frage, wie man einen "Übersetzer", der im Homeoffice arbeitet, überhaupt einordnet. Meiner Erfahrung nach ist es so, dass die gut und sehr gut bezahlten Stellen fast immer intensive Auseinandersetzung mit dem Team oder mit Kunden voraussetzen. Will man nur seine Ruhe haben und "Sachbearbeitung" machen, stößt man beim Gehalt sehr schnell auf eine Mauer, egal wie viele "Diplome" man hat.

- Zürich hat völlig andere Gehälter / Lebenshaltungskosten als Rostock.

Im Endeffekt kann ich mit so einer Kalkulation fast jeden Preis rechtfertigen. Aus Sicht des Kunden stellt sich die Überlegung aber sowieso anders dar. Der Kunde vergleicht in Wirklichkeit ja Angebote.

Wenn ihr aber sagt, dass man die Preise bei der Agentur später nicht mehr erhöhen kann. Dann werde ich von Anfang an das verlangen, was ich dauerhaft bei der Agentur verdienen will. Das macht ja sonst keinen Sinn.


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Rolf Keller
Germany
Local time: 18:42
English to German
Erreichbarkeit Jun 10, 2015

B. D. Laux wrote:

Dann muss man erreichbar sein


Erreichbar sollte man als Freiberufler jeder Branche immer sein. Dafür haben wir ja doch alle ein Handy, das bei Anrufen auf die Festnetz-Büronummer klingelt?!

"Ach, der X nimmt nicht ab. Na, da rufe ich doch beser gleich den Y an: Wer weiß, wann ich den X erreiche."


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JanaB  Identity Verified
Germany
Local time: 18:42
English to German
Preise und Erreichbarkeit Jun 10, 2015

Bei Agenturen kommst Du sehr schlecht mit Preiserhöhungen durch. Leider geht die Tendenz sogar eher dahin, dass die ein oder andere Agentur dich im Laufe der Zeit nach Preissenkungen fragen wird.

Ich selbst arbeite für eine größere Agentur und kann darüber nichts schlechtes sagen. Die Bezahlung stimmt und Arbeit kommt so gut wie jeden Tag. Hängt vielleicht auch mit meinem Fachgebiet zusammen. Erreichbarkeit ist hierbei sehr wichtig. Wenn man von vornherein sagen muss, dass man an bestimmten Tagen nicht verfügbar ist, wird das sehr schwer.

Zwischen "Wochenarbeit" und "Wochenendarbeit" wird da nicht unterschieden, was ich persönlich auch nicht schlimm finde. Bei Agenturen ist es ganz normal, dass man freitags gefragt wird, ob man einen Auftrag bis Montag fertigbekommt.

Du kannst sicherlich auch erstmal versuchen, über Proz und andere Portale an einzelne Jobs zu kommen. Hab schon gesehen, dass Dein Profil noch nicht viel hergibt. Daran könntest Du erstmal arbeiten

Gibt es hier nicht irgendwo eine Tabelle mit "gängigen" Raten? Vielleicht helfen Dir folgende Links:

http://www.proz.com/forum/money_matters/151528-translation_prices_survey.html

http://wiki.proz.com/wiki/index.php/Determining_your_rates_and_fees_as_a_translator

Auf jeden Fall wünsch ich Dir viel Glück und Erfolg!...Nur Mut!


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Christel Zipfel  Identity Verified
Member (2004)
Italian to German
+ ...
Inwiefern? Jun 10, 2015

JanaB wrote:

Zwischen "Wochenarbeit" und "Wochenendarbeit" wird da nicht unterschieden, was ich persönlich auch nicht schlimm finde. Bei Agenturen ist es ganz normal, dass man freitags gefragt wird, ob man einen Auftrag bis Montag fertigbekommt.



Sicherlich kommen immer mal Wochenendaufträge, was ich auch ganz normal und nicht "schlimm" finde.

Wirklich schlimm finde ich nur, wenn die zum normalen Preis ohne Aufschlag erwartet werden und noch schlimmer, wenn ein Übersetzer diese dann auch annimmt. Jeder Kunde weiß, dass in diesem Fall ein Zuschlag auf ihn zukommt und die Agentur wird diesen auch prompt berechnen. Schließlich wollen wir uns ja nicht ausbeuten lassen, nicht wahr?


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Tatjana Dujmic  Identity Verified
Germany
Local time: 18:42
Member (2006)
English to German
+ ...
Stimmt Jun 10, 2015

Rolf Keller wrote:

Tatjana Dujmic wrote:

Preise erhöhen bei Agenturen kannst Du aus meiner Sicht i.d.R. vergessen.


Das geht dann, wenn du jemand bist, von dessen Art nicht 99 Konkurrenten vor der Tür warten. Also: seltene Sprachkombination (ok, fällt bei EN/DE weg), seltenes/anspruchsvolles Fachgebiet (z. B. Elektronik oder Fototechnik statt Handelskorrespondenz) und nicht zuletzt eine Zielsprachenkompetenz, die es der Agentur ermöglicht, ggf. das Geld und die Zeit für Korrektur/Lektorat einzusparen.



Das kann man genau so unterstreichen

Sie müssen einens schon unbedingt haben oder halten wollen, dann zahlen sie auch. Aber in der Sprachkombi EN/DE muss man dazu wirklich richtig mega-spezialisiert sein.


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Gabriele Demuth  Identity Verified
United Kingdom
Local time: 17:42
Member (2014)
English to German
Neue Kunden suchen Jun 10, 2015

Oder, wie manche hier schon vorgeschlagen haben, man könnte sich nach einigen Jahren und wenn man genügend Arbeit hat, einfach besser zahlende Klienten suchen.

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markusob
Local time: 18:42
English to German
TOPIC STARTER
Mehr zu meiner Situation Jun 10, 2015

Ich bin auf meinem Fachgebiet mittlerweile so gut qualifiziert, dass ich mit Übersetzungen nie den Stundensatz erreichen kann, den ich in meinem alten Job erreichen könnte. Deswegen wäre meine Hemmung, anfangs für wenig Geld zu übersetzen, gering. Kollegen würden wahrscheinlich auch bei etwas höheren Preisen pro Wort sagen, dass ich einen an der Klatsche habe, wenn ich jetzt so etwas mache.

Es geht mir hier eher um die langfristige Perspektive. Ich denke, ich habe als Freiberufler langfristig mehr Möglichkeiten, als wenn ich jetzt in einer Festanstellung bleibe und mein Profil vollkommen den Bedürfnissen eines Arbeitgebers anpasse. Ich könnte auch in meinem alten Beruf selbständig sein, aber dazu muss man Kunden haben... In meinem alten Beruf bin ich mittlerweile an einem Punkt, an dem ich um Teamleitung, Kundenakquise und ähnliches nicht mehr herumkomme. Was ist, wenn es mir in dem Team nicht gefällt? Was ist, wenn die Kunden nicht mein Fall sind? Ich kann jetzt nicht mehr so oft den Arbeitgeber wechseln. Daher ist jetzt der richtige Zeitpunkt, es als Freiberufler zu versuchen. Es wird mir keiner den Kopf abreißen, wenn ich jetzt eine "Orientierungsphase" mache. Wenn ich mich allerdings für viel Geld irgendwo fest anstellen lasse und dann nach einem halben Jahr abhaue, wird das sehr schlecht im Lebenslauf aussehen.

Ich habe auch nach meinem Studium nicht die am besten bezahlte Stelle angenommen, sondern die, die mir die besten Lernmöglichkeiten geboten hat. Ich habe die Entscheidung nie bereut. Deswegen hätte ich kein Problem, die ersten paar Übersetzungen für weniger Geld zu machen. Ich suche sowieso englische Texte aus meinem Fachgebiet. Ich möchte ja langfristig auch sicher in der englischen Fachsprache werden. Allerdings hätte ich keine Lust, dauerhaft für einen schlechten Preis zu übersetzen. Wenn es wirklich so ist, dass es bei Agenturen nur darum geht, dass man auf einen möglichst niedrigen Preis festgenagelt wird, dann verlange ich lieber gleich den üblichen Preis. Sonst wäre die Agentur für mich ja sowieso "verbrannt".

Direktkunden finde ich am Anfang schwierig. Die meisten Unternehmen in Deutschland benötigen ja Übersetzungen in die englische Sprache. Ich könnte mich aufgrund meiner formalen Qualifikation wahrscheinlich sogar super in dem Bereich verkaufen. Allerdings habe ich einen Qualitätsanspruch, der es nicht zulässt, in die Fremdsprache zu übersetzen, solange ich nicht wirklich gut mit der fremden Fachsprache vertraut bin. Für meinen alten Arbeitgeber habe ich zusammen mit Kollegen ein paar kleinere Texte übersetzt. Ich fand das nie befriedigend. Denn natürlich kann man verstehen, was wir da geschrieben haben. Aber ein kompetenter Leser merkt bestimmt, dass wir einfach keine Ahnung hatten, wie man das auf Englisch üblicherweise sagt (Wörterbücher helfen in dem Fachgebiet auch nur bedingt weiter). Deswegen möchte ich am Anfang nur für Agenturen übersetzen, da diese durch ihre internationale Vernetzung bestimmt mehr Übersetzungen in die deutsche Sprache benötigen.

Ich hätte evtl. die Möglichkeit, in meinem alten Beruf in Teilzeit zu arbeiten. Ich kann allerdings nicht abschätzen, wie sehr mich das in meiner Tätigkeit als Übersetzer behindert. Die Informationen im Internet sind zu dem Thema auch sehr widersprüchlich. Die einen sagen, dass sie bei zweihundert Agenturen eingetragen sind. Die anderen sagen, dass die Agentur fast täglich Aufträge für sie hat. Ich habe kürzlich eine Agentur angerufen und leider auch nur schwammige Aussagen bekommen. Die wollten einfach nur, dass ich ihnen möglichst schnell meine Bewerbung schicke.

Bevor ich meine USt-ID habe, kann ich mich aber sowieso noch nicht bewerben....

Noch eine Frage: Wie viel Aufwand in Stunden ist es pro Jahr, wenn ihr die Steuer selbst macht?


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