Nebenjob Übersetzer - Den Einstieg schaffen / Sinnvoll?
Thread poster: NWeiand
NWeiand
Germany
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Jul 23

Hallo Forum,

ich hätte einige grundsätzliche Fragen zum oben genannten Thema. Ich bin Fremdsprachenkorrespondentin und in Vollzeit in einem E-Commerce Unternehmen als Übersetzerin (EN) angestellt. Die IHK-Prüfung zur Übersetzerin steht noch aus.

Ich spiele seit nunmehr einigen Jahren mit dem Gedanken, nebenbei kleine Übersetzungen im wirtschaftlichen Bereich anzufertigen. Man könnte es Zubrot nennen.

Gibt es hier jemanden der auch nebenberuflich, gelegentlich übersetzt? Ich würde gerne ein paar Stunden die Woche dafür aufwenden. Rechnen wir zum Beispiel einfach mal mit 200 Euro die ich Monatlich dazu verdiene. Hab ich am Ende mehr Ausgaben und Stress als die ganze Geschichte wert ist? Welche "Unternehmensform" wäre in diesem Fall am Sinnvollsten? Ich hatte mit Anfang 20 mal ein Kleinunternehmen (andere Branche), somit bin ich mir jedenfalls schon einmal sicher, dass ich den Aufwand für z.B ein Kleinunternehmen nicht überschreiten möchte. Je weniger Bürokratie, desto glücklicher wäre ich.

Mir fällt der Einstieg etwas schwer, da ich Zweifel habe dass sich der ganze Aufwand rechnet.


Wie sind eure Erfahrungen hierzu? Irgendwelche Tipps? Welche offiziellen Stellen könnte ich anlaufen?

Grüße, Natalie


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Rolf Keller
Germany
Local time: 04:52
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Wenn du gern übersetzt und Zeit hast, warum nicht? Wenn Geld der einzige Grund ist, dann lass es. Jul 24

NWeiand wrote:

Ich würde gerne ein paar Stunden die Woche dafür aufwenden. Rechnen wir zum Beispiel einfach mal mit 200 Euro die ich Monatlich dazu verdiene. Hab ich am Ende mehr Ausgaben und Stress als die ganze Geschichte wert ist?

Was Stress und Arbeitszeit wert sind, ist Ansichtssache, das kann dir niemand sagen, das musst du selbst wissen. Wenn du dich aber nicht wirklich als Unternehmerin fühlen willst, dann lass es.

Andererseits droht jedem Arbeitnehmer die Gefahr, arbeitslos zu werden. Da kann es vorteilhaft sein, wenn man schon mal in die andere Welt hineingerochen hat.

Was die Ausgaben angeht: Das hält sich in Grenzen, solange du nicht in fremde Erdteile telefonierst. Rechne mal grob mit 40 EUR/Monat für die technische Ausstattung einschl. Software. Einen brauchbaren Festnetz-Internetanschluss und für die Erreichbarkeit eine eigene Rufnummer brauchst du vermutlich auch. Wörterbücher, Zeitschriftenabos und Weiterbildung: Da geht es von null bis beliebig. Aber es kommt bei allem SEHR stark auf die näheren Umstände an, unter anderem auch darauf, was du für Kunden hast bzw. was für Aufträge die dir geben. Und darauf, wo du in 15 Jahren oder später stehen willst (deinen jetzigen Job wird es dann womöglich gar nicht mehr geben, den macht dann vielleicht Google Translate).

Welche "Unternehmensform" wäre in diesem Fall am Sinnvollsten?

Freiberufler, alles andere wäre unsinnig. Steuerlich als "Kleinunternehmer", dann fällt die Mehrwertsteuer-Geschichte weg.

Irgendwelche Tipps?


Ein Buch zum Thema "Ich mache mich selbstständig" kaufen.


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Steffen Walter  Identity Verified
Germany
Local time: 04:52
Member (2002)
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+ ...
Buchempfehlung / Genehmigung durch Arbeitgeber Jul 24

Hallo Natalie,

möglicherweise ist das im Fachverlag des BDÜ veröffentlichte Buch "Erfolgreich selbstständig als Dolmetscher und Übersetzer" ganz hilfreich: http://www.bdue-fachverlag.de/onlineshop/publikationen/detail_book/99

Da du dich derzeit in einem Anstellungsverhältnis befindest, müsstest du dir deine Nebentätigkeit eigentlich auch von deinem Arbeitgeber genehmigen lassen. Die Nebentätigkeit darf bei einer Vollzeit-Anstellung auch nur relativ wenig Zeit pro Woche "nebenher" in Anspruch nehmen. Dein Anstellungsvertrag kann z. B. auch eine Klausel mit dem ungefähren Wortlaut „Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Aufnahme einer Nebentätigkeit im Voraus schriftlich anzuzeigen. Die Ausübung einer Nebentätigkeit bedarf der Genehmigung des Arbeitgebers, auf deren Erteilung der Arbeitnehmer Anspruch hat, sofern dem nicht berechtigte, konkrete Belange und Interessen des Arbeitgebers entgegenstehen.“ oder eine Bestimmung enthalten, wonach du deine Arbeitskraft ausschließlich deinem Arbeitgeber zur Verfügung stellen musst - bitte prüfe das. Siehe dazu auch die Erläuterungen unter https://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Nebentaetigkeit.html#tocitem1

Viele Grüße
Steffen


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NWeiand
Germany
Local time: 04:52
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TOPIC STARTER
Arbeitgeber Jul 25

Guten Morgen und danke für die Antworten. Dass es bei meinem Arbeitgeber abgemeldet werden muss ist klar, wurde auch schon besprochen. Solange es sich in Grenzen hält ist es kein Problem. Das wird auch noch schriftlich festgehalten.

Zum Thema "Wie ein Unternehmer" fühlen: Mir ist bewusst dass es ganz ohne Aufwand und Bürokratie nicht funktioniert, ich möchte aber von vorne herein so wenig bürokratischen Aufwand wie möglich, denn wie schon gesagt, soll es zunächst nur ein Nebenjob sein. Wer weiß was die Zukunft bringt?

Internet, eigene Nummer sowie Arbeitsgerät sind vorhanden.

Vermutlich hilft nur der Gang zum Steuerberater um mal ganz genau aufzudröseln ab und bis zu welcher Summe es sich lohnt zu arbeiten.

Besonders interessant finde ich immer wie andere eingestiegen sind und welche Hürden gemeistert wurden.


Schönen Tag wünsche ich euch


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Rolf Keller
Germany
Local time: 04:52
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Konkrete Umstände des Einzelfalls Jul 25

NWeiand wrote:

Vermutlich hilft nur der Gang zum Steuerberater um mal ganz genau aufzudröseln ab und bis zu welcher Summe es sich lohnt zu arbeiten.

Der kann dir ganz genau sagen, wieviel Euro an Steuern du zusätzlich zahlen musst, wenn du X EUR an Einnahmen und Y EUR an Ausgaben hast. Genau das findest du in deinem einfachen Fall aber auch im Internet.

Aber wie hoch X und Y sein werden, wird er kaum wissen können.

Internet, eigene Nummer sowie Arbeitsgerät sind vorhanden.

Dein jetzt privater Internetzugang ist vielleicht zu langsam oder zu unzuverlässig für Recherchen.

Dein PC ist in einigen Jahren vielleicht nicht mehr leistungsfähig genug; oder er wird defekt und muss dann – koste es, was es wolle – vom Notdienst teuer repariert werden. Natürlich musst du auch für ein professionelles Backup sorgen, das gibt es auch nicht umsonst. Manche Kunden wolle auch unbedingt Telefaxe an dich schicken. Es gibt auch Kunden, die schicken dir Excel-Dateien, die man wegen der Breite auf einem normalen Monitor gar nicht anzeigen kann ...

Deine Software genügt vielleicht nicht, um die Dateien lesen und schreiben zu können, die dir ein Kunde schickt (CAT etc.). Oder du braucht teure Updates oder ein Abo.

U. s. w. u. s. f.

DAS ALLES hängt sehr stark von den Umständen des Einzelfalls ab (welche Kunden, welche Art von Aufträgen). Das kann dir weder ein Steuerberater noch jemand hier sagen. Das einzuschätzen, das ist unternehmerische Tätigkeit.


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