schutz gegen schlechte zahlungsmoral
Thread poster: georg kania
georg kania  Identity Verified
Local time: 06:58
Czech to German
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Jun 9, 2005

hi allerseits,

ich habe in meiner noch nicht so langen übersetzerkarriere schon mehrmals schlechte erfahrungen mit menschen gemacht, die ungern oder gar nicht für getane arbeit zahlen.
Mehr oder weniger zufällig fiel mir heute beim winword die möglichkei auf, dass es möglich ist ein dokument gegen bearbeitung zu schützen. Man könnte doch ein hinweis auf der titelseite anbringen "noch nicht bezahlt" (oder so) und dem kunden mitteilen, dass er das password für die änderung nach dem begleichen der rechnung bekommt.
Kann man diesen schutz evtl. sehr leicht aushebeln? Ist sowas verpönt? Gibt es ausser auf vorschussbasis zu arbeiten noch andere möglichkeiten? Wie ist es z.b. mit einer "blacklist"?
Wie denkt Ihr darüber?

gruß

georg


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nettranslatorde
Russian to German
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Viele Möglichkeiten Jun 9, 2005

Wie ist es z.b. mit einer "blacklist"?


Hallo.

Es gibt etliche Möglichkeiten sich vor Nichtzahlern zu schützen. Eine Möglichkeit ist das BlueBoard auf ProZ, wo man auch selbst Bewertungen von Agenturen vornehmen kann.
Daneben gibt es verschiedene Zahlungspraxis-Listen wie
die von Laura Hastings moderierte TCR-Liste (www.tcrlist.com), die "Payment Practices" von Ted R. Wozniak unter www.trwenterprises.com und die WPPF-Liste (anmelden mit einer leeren E-mail an WPPF-subscribe@yahoogroups.com) und die Liste Zahlungspraxis (anmelden mit einer leeren E-Mail an
zahlungspraxis-subscribe@yahoogroups.de) sowie eine "Black List" von Serhy Onoshko, die man unter www.TranslationDirectory.com abonnieren kann.

Wenn man diese vor Annahme eines Auftrags von einer unbekannten Firma konsultiert, ist das Risiko schon merklich reduziert.

Hoffe, das hilft Dir weiter.
Kerstin


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Heike Behl, Ph.D.  Identity Verified
United States
Local time: 21:58
Member (2003)
English to German
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Nicht praktikabel Jun 9, 2005

Ich kann Deine Frustration gut verstehen, aber ich glaube nicht, dass solche Maßnahmen praktikabel sind.

Denn es würde ja voraussetzen, dass der Kunde entweder sofort nach Erhalt der Übersetzung zahlt oder dass die Übersetzung erst in ein paar Wochen gebraucht wird.
Beide Situationen sind nicht sehr wahrscheinlich. Zum einen werden die Übersetzungen normalerweise schon gestern benötigt, und zum anderen hoffen vor allem Agenturen, zuerst ihr Geld vom Endkunden zu erhalten, bevor sie selbst Tausende ausgeben müssen.

Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Kunde, nachdem er einmal mit solchen "Erpressermethoden" konfrontiert wurde, Dich noch einmal als Übersetzer anheuern würde. Eine gute Kundenbeziehung muss auch auf gegenseitigem Vertrauen aufgebaut werden.

Man muss halt versuchen, so viel Informationen wie möglich über neue Kunden einzuziehen. Manchmal lässt sich ein gewisses Risiko vielleicht nicht vermeidgen und gehört gewissermaßen zum Geschäft. Man selbst muss entscheiden, ob es das Risiko wert ist.


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xxxMichaelRS
Local time: 06:58
Das wäre wahrscheinlich der letzte Auftrag von dem Kunden ... Jun 9, 2005

Es gibt auch (Shareware- oder Freeware-)Programme die Passwörter von Word, Excel usw. sehr leicht knacken.

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Harry Bornemann  Identity Verified
Mexico
English to German
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Auch technisch nicht praktikabel Jun 9, 2005

Erstens können sämtliche Office-Kennwörter für ca. 20 € von diversen Anbietern geknackt werden (password recovery),
und zweitens stimme ich Heike zu, dass Übersetzer als Selbständige auch ein Restrisiko tragen müssen.

Welchen Schutz haben denn Auftraggeber vor unbrauchbaren Übersetzungen? Außer dem Ansatz, bei jedem neuen Projekt mit ganz kleinen Dateien anzufangen, fällt mir dazu nichts (mehr) ein.

Schließlich ist es viel wichtiger, das Kind erst gar nicht in den Brunnen fallen zu lassen, als hinterher darum zu zanken, wer die Arzt- oder Beerdigungskosten tragen soll..

[Edited at 2005-06-10 00:29]


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xxxTekkie
English to German
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Aus aus rein technischer Sicht nicht praktikabel Jun 10, 2005

georg kania wrote:

Mehr oder weniger zufällig fiel mir heute beim winword die möglichkei auf, dass es möglich ist ein dokument gegen bearbeitung zu schützen.

Dieser Schutz kann dadurch zunichte gemacht werden, indem man die geschützte Datei mit einem Texteditor öffnet, den Formatierungsschrott vor und nach dem eigentlichen Text löscht, und die Datei (sie ist nun eine reine Textdatei) wieder in Word öffnet.

Hierbei geht lediglich jede Formatierung verloren, die aber unter Umständen schnell wieder hergestellt werden kann. In vielen Fällen ist der Endkunde ohnehin nicht an einer Formatierung interessiert, nämlich wenn der Text mit einem DTP-Programm nachbearbeitet (gesetzt) wird.


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RWSTranslation
Germany
Local time: 06:58
Member (2007)
German to English
+ ...
Word Passwort Jun 11, 2005

Hallo,

bei Word ist es am leichtesten das Passowrt zu entfernen.
Wenn man die Datei als RTF Datei speichert, wird das Passwort dabei gelöscht, da die RTF Spezifikation keine Passwörter unterstützt.

Danach wieder als Word Datei speichern und Passwort ist weg.

Des weiteren schliesse ich mich den anderen hinsichtlich der Konsequenzen einer solchen Massnahme an.

Viele Grüße

Hans


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georg kania  Identity Verified
Local time: 06:58
Czech to German
+ ...
TOPIC STARTER
danke für Euere coments Jun 11, 2005

das es sich beim passwortgeschützter übersetzung um kein besonders freundschaftliches mittel handelt war mir schon klar. Auch, dass es warscheinlich sehr einfach zu umgehen ist. Das mit dem RTF format haut mich aber schlicht um. Wozu denkt sich microsoft dann ein passwortschutz aus?
Übrigens bin ich der meinung, dass die, die übersetzungsaufträge vergeben, schon besser geschützt sind als die übersetzer - auch gegen miserable übersetzungen - es gibt ja noch die möglichkeit des korrekturlesens, befor man bezahlt. Kann ich denn meine rechnung, oder meinetwegen die auftragsbestätigung jemanden zur kontrolle schicken? Wohl kaum...
Wo bleibt das restrisiko für die agentur, oder den auftraggeber?

Ist aber z.b. das mittel - nur gegen vorleistung zu übersetzen - genauso verpönt, oder unüblich? Oder ist man dort von vorne herein weg?

gruß

georg

[Edited at 2005-06-11 13:50]


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Ruta Peter  Identity Verified
Germany
Local time: 06:58
Member (2004)
German to Lithuanian
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absolute Sicherheit gibt es nicht Jun 11, 2005

georg kania wrote:

Wozu denkt sich microsoft dann ein passwortschutz aus?


Das ist eben M$ Schutz gegen DAU´s gibt´s da reichlich, naja, kein Schloss ist absolut sicher, aber M$ suggeriert im Gegensatz zu Linux eben recht oft, dass etwas sehr einfach zu sichern ist, obwohl das nicht stimmt.

Übrigens bin ich der meinung, dass die, die übersetzungsaufträge vergeben, schon besser geschützt sind als die übersetzer....


Bei ebay ist eben Vorkasse üblich, im normalen Geschäftsleben eben nicht. Das Risiko liegt somit immer bei einem von beiden.

Ist aber z.b. das mittel - nur gegen vorleistung zu übersetzen - genauso verpönt, oder unüblich? Oder ist man dort von vorne herein weg?

Wir wenden es inzwischen konsequent bei neuen Privatkunden an, zu oft kam da sonst garnix. Bei geschäftlichen eigentlich nur, wenn in den entsprechenden Listen viel negatives steht. Da kommt dann aber meistens auch nichts zustande. Die genannten Listen sind eine große Hilfe bei der Beurteilung, ich möchte noch für internationale Übersetzungsbüros http://groups.yahoo.com/group/pp_dist/ hinzufügen
Ansonsten gilt es zumindest bei größeren Aufträgen, einigermaßen wasserfeste Vereinbarungen zu treffen, die man sich mit Stempel und Unterschrift wenigstens per Fax oder auch per Post betätigen läßt.

viel Erfolg

Joachim Peter



gruß

georg

[Edited at 2005-06-11 13:50][/quote]


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