Literaturübersetzung, Hilfe bei Berechnung der Normseiten
Thread poster: BCNHAM

BCNHAM
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Mar 24

Hi Leute,

ich habe derzeit folgendes Problem. Ich habe in den letzten 2 Monaten einen Roman für einen Verlag von Englisch nach Deutsch übersetzt. Laut Vertrag werde ich pro Normseite (1.500 Anschläge) bezahlt. Der Autor hat eine Formatierung benutzt in der eine Seite 1.650 Anschläge hat. Das Buch hat insgesamt 311 Seiten. Meine Rechnung wäre jetzt also: 1.650 Anschläge * 311 Seiten geteilt durch 1.500 Anschläge um auf die Anzahl der vertraglichen Normseiten zu kommen (die Sum
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Hi Leute,

ich habe derzeit folgendes Problem. Ich habe in den letzten 2 Monaten einen Roman für einen Verlag von Englisch nach Deutsch übersetzt. Laut Vertrag werde ich pro Normseite (1.500 Anschläge) bezahlt. Der Autor hat eine Formatierung benutzt in der eine Seite 1.650 Anschläge hat. Das Buch hat insgesamt 311 Seiten. Meine Rechnung wäre jetzt also: 1.650 Anschläge * 311 Seiten geteilt durch 1.500 Anschläge um auf die Anzahl der vertraglichen Normseiten zu kommen (die Summe wäre also 342 Normseiten). Mein Auftraggeber kommt jedoch auf eine Normseitenanzahl von 284, weil der die Anzahl an Zeichen durch 1.500 teilt anstatt die Anzahl der Seiten, was meines Erachtens nicht richtig ist, da jede Seite, egal ob vollgeschrieben oder nicht, als ganze Seite gezählt werden sollte. Was ist eure Meinung dazu?

Vielen Dank schonmal!

Lg
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ibz  Identity Verified
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Zeichenzahl geteilt durch 1500 Mar 25

Hallo Tobias

Wenn ich das richtig verstanden habe, diviert dein Kunde die gesamte Zeichenzahl durch 1500 und kommt dann auf die Seitenzahl. Das ist meiner Ansicht nach absolut richtig und auch üblich, da ja von Normseiten ausgegangen wurde. Gerade weil eine Seite nicht immer vollgeschrieben ist und auch unterschiedlich viele Zeichen umfassen kann, rechnet man ja mit Normseiten.

LG


BCNHAM
Thayenga
Christel Zipfel
Endre Both
 

Rolf Keller
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Der Arbeitsaufwand hängt von der Anzahl der Zeichen bzw. Anschläge ab Mar 25

Tobias Eckerlein wrote:

da jede Seite, egal ob vollgeschrieben oder nicht, als ganze Seite gezählt werden sollte.

Dass das so nicht gehen kann, sagt dir eine ganz einfache Überlegung: Es würden ja dann sämtliche Leerräume bezahlt, die am Seitenende/Kapitelende und auch die zwischen Absätzen.

Selbst wenn man das wirklich so vereinbaren würde, wäre es nicht sinnvoll.
Denn: Würde der Autor oder Setzer morgen ein anderes Layout wählen, ergäben sich ja andere Leerräume und somit ein anderes Honorar - obwohl sich an der Übersetzungsarbeit null Komma nichts nichts geändert hat.


BCNHAM
 

BCNHAM
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RE: Zeichenanzahl geteilt durch 1500 Mar 25

Hi ibz,

danke für die Antwort. Genau, so habe ich das gemeint. Ich bin jedoch davon ausgegangen, dass eine nicht vollgeschriebene Seite hierbei als ganze Seite gezählt wird, weil ich das hier so gelesen habe:

https://literaturuebersetzer.de/berufspraktisches/rechtliches/normseite/

"Da wir nicht einzelne Zeichen, sondern ganz
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Hi ibz,

danke für die Antwort. Genau, so habe ich das gemeint. Ich bin jedoch davon ausgegangen, dass eine nicht vollgeschriebene Seite hierbei als ganze Seite gezählt wird, weil ich das hier so gelesen habe:

https://literaturuebersetzer.de/berufspraktisches/rechtliches/normseite/

"Da wir nicht einzelne Zeichen, sondern ganze Texte übersetzen, folgen wir beim Schreiben in der Regel dem Zeilenfall des Originals. Das heißt: Wo der Autor einen Absatz macht, machen wir ebenfalls einen, und wenn dann Zeilen „nicht vollgeschrieben“ sind, betrachten (und berechnen) wir sie trotzdem als vollwertige Zeilen. Das gleiche gilt für nicht vollgeschriebene Seiten (besonders am Kapitelende) und für Leerzeilen, die der Autor eingefügt hat."

Lg
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BCNHAM
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Macht Sinn Mar 25

Jo, danke euch. Jetzt macht es absolut sinn

 

ibz  Identity Verified
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Normseite Mar 25

Hallo Tobias

Ich habe mehrere Bücher übersetzt und das Honorar wurde immer nach Normseiten, das heisst als Gesamtzahl der Zeichen geteilt durch 1500 (oder 1800) berechnet. Alles andere wäre willkürlich und würde, wie Rolf ebenfalls ausgeführt hat, je nach Layout ein anderes Honorar ergeben. Darum heisst das Ding ja auch «Normseite»


 

Rolf Keller
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Meinungen gibt es vlele Mar 25

Tobias Eckerlein wrote:

weil ich das hier so gelesen habe

Der dortige Autor hat keinerlei Beleg dafür geliefert, dass "man" das so macht. Er hat gesagt "wir machen das so wie früher in der Schreibmaschinen-Ära", ohne zu sagen, wer "wir" überhaupt ist. Dem Stil nach zu urteilen hat er lediglich eine Meinung darüber geäußert, wie er persönlich es gern hätte. Tatsächlich steht das von ihm Gesagte überhaupt nicht in dem von ihm zitierten Normvertrag.

In dem zitierten Normvertrag steht "pro Normseite (30 Zeilen zu 60 Anschlägen) des übersetzten Textes". Wie viele Anschläge braucht man denn für eine halbe leere Seite?


 

Michael Wetzel  Identity Verified
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Local time: 16:22
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Ich kenne zahlreiche verschiedene Normzeilen Mar 25

Ursprünglich gab es Normseiten mit 30 Zeilen à maximal 60 Anschläge (= Zeichen und Leerzeichen). (Man findet heute noch Word-Vorlagen im Internet, um Originaltexte als Normseiten zu formatieren.) Die von Ihnen zitierte Stelle vom VdÜ bezieht sich auch auf solche Seiten à "maximal 1800" Anschläge. Dabei werden Leerzeilen mitbezahlt und nach dem Zieltext berechnet. Das ergibt viel Sinn, wenn man mit einer Schreibmaschine von einem gedruckten Buch übersetzt und dann die Länge der Übersetzu... See more
Ursprünglich gab es Normseiten mit 30 Zeilen à maximal 60 Anschläge (= Zeichen und Leerzeichen). (Man findet heute noch Word-Vorlagen im Internet, um Originaltexte als Normseiten zu formatieren.) Die von Ihnen zitierte Stelle vom VdÜ bezieht sich auch auf solche Seiten à "maximal 1800" Anschläge. Dabei werden Leerzeilen mitbezahlt und nach dem Zieltext berechnet. Das ergibt viel Sinn, wenn man mit einer Schreibmaschine von einem gedruckten Buch übersetzt und dann die Länge der Übersetzung schnell und nachvollziehbar bestimmen will.

Da das heutzutage eigentlich keinen Sinn mehr hat, sind seitdem viele Variationen in Umlauf gebracht worden. Es wird auch manchmal nach Zieltext und manchmal nach Originaltext bezahlt. Manche haben anscheinend auch versucht, ein 1800 aus einem "maximal 1800" zu machen, d. h., sie haben versucht, dasselbe Honorar für eine deutlich längere Seite zu bezahlen. An sich ist es aber auch kein Problem, Seiten als 1800 Anschläge zu bestimmen, wenn man das Honorar anpasst. Normseiten à 1650 Anschläge und à 1500 Anschläge gibt es als Versuche, aus "maximal 1800" eine feste, runde Zahl zu machen.

Das Fazit: Es gibt keine Normseite und man muss im Vertrag festlegen, was genau damit gemeint ist.

In deinem Fall scheint der Verlag eindeutig Recht zu haben und ganz normal zu handeln: Im Vertrag steht, dass du XX,XX EUR pro 1500 Anschläge bekommst. So sollte alles klar sein, und es ist eigentlich egal, wie der Originaltext formatiert wird. Zeilen à 1500 oder 1650 Anschläge plus "Leerzeile-Bonus" gibt es eigentlich nicht.

PS: Wenn man aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt, ist natürlich auch wichtig, dass man beim selben Honorar mehr verdient, wenn nach Zieltext berechnet wird. Wie sieht das aus im Vertrag?
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