Pages in topic:   [1 2] >
These: ├ťbersetzer die alleine zu Hause arbeiten verursachen ├Âfters Reklamationen ?
Thread poster: RWSTranslation

RWSTranslation
Germany
Local time: 13:48
Member (2007)
German to English
+ ...
Aug 2, 2005

Hallo,

kleine Frage zum Abend:

Bei uns hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass ├ťbersetzungen von ├ťbersetzern die alleine zu Hause arbeiten, signifikant h├Âufiger Grund zur Beanstandung geben als die ├ťbersetzungen von ├ťbersetzern die im Team im B├╝ro arbeiten.

Hat jemand vergleichbare Erfahrungen ? Falls ja, wurde das mal untersucht, warum dieses denn sein k├Ânnte?

Viele Gr├╝├če

Hans


Direct link Reply with quote
 

Jan Vano  Identity Verified
Local time: 13:48
German to Czech
+ ...
Grund Aug 2, 2005

DSC wrote:

Hallo,

kleine Frage zum Abend:

Bei uns hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass ├ťbersetzungen von ├ťbersetzern die alleine zu Hause arbeiten, signifikant h├Âufiger Grund zur Beanstandung geben als die ├ťbersetzungen von ├ťbersetzern die im Team im B├╝ro arbeiten.

Hat jemand vergleichbare Erfahrungen ? Falls ja, wurde das mal untersucht, warum dieses denn sein k├Ânnte?

Viele Gr├╝├če

Hans


Das ist ganz klar, das Vier-Augen-Prinzip.


Direct link Reply with quote
 
xxxBrandis
Local time: 13:48
English to German
+ ...
Ein sehr interessantes Thema Aug 3, 2005

Hi! Danke f├╝r die Vorstellung. Ich glaube, dass es wirklich daran liegt, da├č die von zu Hause arbeitende ├ťbersetzer keinen Gegenst├╝ck haben, und neigen daher die ├ťbersetzungen fehlerhafte / mangelnder Qualit├Ąt zu erstellen. Dies ist mir vor einiger Zeit aufgefahllen, aber da der Ego im Einzelfall soooo gro├č war, hat es lediglich zu unn├Âtigen auf pers├Ânlicher Ebene mit meinen Freunden und Bekannten gef├╝hrt, so habe ich es dann sein gelassen. Gruss Brandis

Direct link Reply with quote
 

Alexandra Kyaw  Identity Verified
Local time: 13:48
French to German
+ ...
Wissen es die ├ťbersetzer? Aug 3, 2005

Hallo,

ich arbeite extern (zu Hause) f├╝r eine Agentur und ich ├╝bernehme f├╝r diese Agentur den Proofread der meisten ├ťbersetzungen DE>FR f├╝r einen Kunden.

Seit wir letztes Fr├╝hjahr ein gro├čes Projekt f├╝r diesen Kunden hatten, schicken mir die ├ťbersetzer direkt ihre Arbeit, um den Umweg ├╝ber die Agentur zu sparen.

Und Ihr werdet es kaum glauben, aber seitdem finde ich viel mehr Fehler in den ├ťbersetzungen - und oft kleine Fehler, die beim Durchlesen sicher aufgefallen w├Ąren.

Also ist meine Theorie dazu: wenn der ├ťbersetzer wei├č, dass er sowieso nochmal lektoriert wird dann macht er sich selbst auch gar nicht erst die M├╝he, 2 Mal oder 3 Mal durchzulesen!

Viele Gr├╝├če,
Alexandra





[Edited at 2005-08-03 07:44]


Direct link Reply with quote
 

Herbert Fipke  Identity Verified
Germany
Local time: 13:48
English to German
+ ...
Es gibt solche ... und solche... Aug 3, 2005

DSC wrote:

...dass ├ťbersetzungen von ├ťbersetzern die alleine zu Hause arbeiten, signifikant h├Ąufiger Grund zur Beanstandung geben als die ├ťbersetzungen von ├ťbersetzern die im Team im B├╝ro arbeiten.


Zun├Ąchst ist das nat├╝rlich eine Frage, um welche Beanstandungen es geht (inhaltlich /formal).
Bei inhaltlichen Beanstandungen greift nat├╝rlich das "Vier-Augen-Prinzip" bzw. die M├Âglichkeit, in einem Team "mal schnell" den/die KollegIn fragen, wenn man etwas nicht wei├č. Auch das Korrekturlesen ist im Team nat├╝rlich einfacher zu bewerkstelligen.
Ein gewissenhafter und professioneller "Einzelk├Ąmpfer" wird aber in der Regel ├╝ber ausreichend "virtuelle" Kontakte verf├╝gen, um diesen Nachteil auszugleichen.

Bei formalen Fehlern kann ein Grund sein, dass aus naheliegenden Kostengr├╝nden nicht jeder Kollege eine umfangreiche Softwaresammlung betreibt, um f├╝r jeden m├Âglichen Auftrag ger├╝stet zu sein. Ein Team erg├Ąnzt sich oft in der Auswahl der eingesetzten CAT- und Standardprogramme.


...wurde das mal untersucht, warum dieses denn sein k├Ânnte?


Ich glaube kaum, dass dies bislang untersucht wurde.
Abschlie├čend muss man nat├╝rlich sagen, dass unter den Einzelk├Ąmpfern zuhause wesentlich mehr Anf├Ąnger und "Hobby"-├ťbersetzer zu finden sind, als in einem Team, das bei Bedarf auch die Unerfahrenheit eines Anf├Ąngers eher bemerkt und ausgleichen kann.
Es gibt nat├╝rlich auch durchaus einsame "alte Hasen", die gewisse Dinge "schon immer so" gemacht haben, und aufgrund des fehlenden Anregungsmilieus eines Teams (besonders, wenn es generations├╝bergreifend ist) gewisse Schw├Ąchen und Fehler ├╝ber Jahre immer wieder machen, ohne dass diese einem Kunden aufgefallen w├Ąren.
Es fehlt schlicht eine erste, interne Kontrollinstanz.

Auf der anderen Seite sind wohl die gewieften Einzelk├Ąmpfer, die seit Jahren allein arbeiten und dennoch keine Fehler machen (oder kaum, denn niemand kann ohne Fehler arbeiten), in der Regel eher nicht (mehr) teamf├Ąhig, weil sie offensichtlich ihre eigene Taktik entwickelt haben "ohne st├Ârende Kollegen" (Unruhe, Getratsche, Kaffeeklatsch, Raucher/Nichtraucher, Krankheits-/Urlaubsvertretung, Antipathien, und was ein Team sonst noch so an Widrigkeiten mit sich bringt) hervorragende Ergebnisse zu liefern.

Die Ursachen f├╝r Fehler sind bekannterma├čen vielschichtig und m├╝ssen eher von Fall zu Fall individuell analysiert werden. Faktoren wie Termindruck, Formtiefs, privater Stress, unzureichendes Briefing durch Kunden und dergleichen mehr treten bei Einzelk├Ąmpfern wie Teams gleicherma├čen auf und m├╝ssten ausgefiltert werden, um sagen zu k├Ânnen: "Das liegt nur daran, dass er/sie allein zuhause arbeitet".

Es bleibt schwierig. Der Faktor Mensch wird sich - wie meistens - einer wirklich objektiven Untersuchung entziehen.

Frohes Schaffen!
Gru├č
Herbert

[Edited at 2005-08-03 08:24]


Direct link Reply with quote
 

Stephanie Wloch  Identity Verified
Germany
Local time: 13:48
Member (2003)
Dutch to German
Checkliste zur Qualit├Ątskontrolle vom B├╝ro? Aug 3, 2005

Die Frage ist doch inwieweit ein ├ťbersetzungsb├╝ro dem externen ├ťbersetzer entgegenkommt.
- Wird vorher schon ganz deutlich angegeben, welcher Stil eingehalten werden soll? Welches die Zielgruppe ist?
Da muss ich immer selber nachhaken.
- Gibt es f├╝r ihn eine ausf├╝hrliche Checkliste zum Korrekturlesen?
Ich bekam letztens zum ersten Mal so eine von einem ├ťbersetzungsb├╝ro zugeschickt. War sehr hilfreich.
- Bekommt er ein Feedback zu seinem ├╝bersetzten Text?
Ich arbeite mit einigen B├╝ros, die das machen, da w├Ąre
ich doch schr├Ąg drauf, wenn ich meinen Text nicht ├Âfter und
sehr genau checken w├╝rde, wenn ich von den Leuten
noch mal einen Auftrag bekommen m├Âchte, oder?

Immerhin suche ich mir ja die ├ťbersetzungsb├╝ros ganz zielgerichtet aus und ein Kriterium bei mir ist dabei die Qualit├Ątssicherung.
Also hier alle externen ├ťbersetzer ├╝ber einen Kamm zu scheren wird der Sache wirklich nicht gerecht.
Zumal ja jedes B├╝ro auch einen bestimmten Stil bevorzugt, den die
internen Mitarbeiter automatisch bedienen k├Ânnen. Auch deshalb ist es unfair externe und interne ├ťbersetzer gnadenlos miteinander zu vergleichen.

Alexandra:
Lektorat (review) bedeutet ja streng genommen die ├ťberpr├╝fung der Fachrichtigkeit des Zieltextes von einem Fachmann (z.B. Arzt) ohne Ber├╝cksichtigung des Ausgangstextes.
Meinst du das wirklich?


[Edited at 2005-08-03 08:26]


Direct link Reply with quote
 
Steffen Pollex  Identity Verified
Local time: 13:48
English to German
+ ...
Zum Teil mag es ja zutreffen,... Aug 3, 2005

...dass "Einzelk├Ąmpfer von zu Hause" etwas schlechtere Qualit├Ąt abliefern, da man dort so gut wie keinen lebendigen Austausch hat und seine Kenntnisse gezwungenerma├čen gr├Â├čtenteils ├╝ber das Internet erweitert, und auch nur insofern, als es die Auftr├Ąge, die man gerade bekommt, erfordern. Da hat man nicht so viel Zugriff auf lebendiges Wissen lebendiger Kollegen, das ja meistens weiter ist, als B├╝cher und sonstige Quellen. Ehrlich gesagt, wenn es nicht die M├Âglichkeit g├Ąbe, hier bei ProZ.com die Kollegen zu befragen, w├Ąre ich, auch ein "Einzelk├Ąmpfer von zu Hause", oft ganz sch├Ân aufgeschmissen in der Wahl der richtigen Nuancen und Begriffe und k├Ânnte wohl zumachen.

Daf├╝ran dieser Stelle einen herzlichen Dank an alle, die versuchen zu helfen, und das meist erfolgreich!

Ich denke aber, der Ausdruck "schlecht" hat eine sehr subjektive Seite: es hat doch jeder seinen eigenen Stil und fachlichen und sonstigen Hintergrund, und was der ├ťbersetzer beim Anfertigen der ├ťbersetzung auf Grund seiner Erfahrungen und sonstigen Quellen als richtig beurteilt, kann ein eventueller Proofreader oder QA Manager in der Agentur ganz anders sehen. Mit rundheraus "schlecht" w├Ąre ich also vorsichtig.

Drittens denke ich, dass die "schlechte Qualit├Ąt" der ├ťbersetzungen zum Gro├čteil von den Agenturen selbst verschuldet ist, weil sie, aus verst├Ąndlichen wirtschaftlichen Erw├Ągungen, immer versuchen, die ├ťbersetzungen m├Âglichst kosteng├╝nstig (ich sage hier bewusst nicht "billig") anfertigen zu lassen. Aus meiner Erfahrung heraus endet das dann oft so, dass die ├ťbersetzung oft wirklich schlecht ist und der sogenannte (und in der Regel schlechter bezahlte) "Proofreader" von der Sache her 80-90% der Arbeit machen darf und dabei nicht die Butter aufs Brot verdient.

(Aus meiner Sicht logische) Folge: auf Grund ihres "Geizes" bekommen die Agenturen eben nur schlechte ├ťbersetzer und schlechte oder gar keine Proofreader, weil es sich schlicht und ergreifend icht lohnt, f├╝r angebotene 4 oder "sogar" 7 Cent pro Wort hier in Deutschland den PC anzuwerfen.

Proofreading ist ├╝berhaupt f├╝r die Katz, wie ich festgestellt habe. Ich bekomme die auf Grund obiger Preispolitik von den Agenturen gelieferten grottenschlechten Vor├╝bersetzungen (die meist die Bezeichnung "├ťbersetzung" kaum verdienen)und soll nun Feuerwehr spielen und f├╝r einen noch l├Ącherlicheren Preis den M├╝ll ausb├╝geln, den andere verzapft haben.

Frage: Ist das logisch, muss ich mir das antun?!

Antwort ganz klar: nur wenn ich kurz vorm Verhungern bin, und so weit ist es noch nicht (ganz ).

Noch ein Wort zum Proofreading: es wird allgemein (auch und vor allem von Endkunden) als "leichter" eingestuft (man hat ja schlie├člich schon eine "Vor├╝bersetzung", nicht wahr...), nimmt abertats├Ąchlich (auch v├Âllig logisch, wenn man es aus der Sicht des "Arbeiters" betrachtet) meist viel mehr Zeit in Anspruch und ist anstrengender, als die ├ťbersetzung selbst, da man in Wirklichkeit nicht weniger, sondern mehr arbeitet als der ├ťbersetzer selbst.

Ablauf beim ├ťbersetzer:

Ausgangstext ansehen>>├ťbersetzen (eventuell auch nur maschinell - wird ja dann korrigiert - ist egal, wenn Mist drin steht)>> (vielleicht - kann ja der Proofreader machen!!!) automatische Rechtschreibpr├╝fung>>(vielleicht - kann ja der Proofreader machen!!!) Korrekturlesen und stilistische Korrekturen.

Ablauf beim Proofreader:

Ausgangstext ansehen>>Zieltext ansehen>>Vergleichen und Nachdenken>>Unklarheiten entweder beseitigen oder zur Nachfrage erfassen (das kostet auch Zeit)>> (UNBEDINGT!!!) automatische Rechtschreibkontrolle>>(UNBEDINGT!!!) Korrekturlesen und stilistische Korrekturen.

Fazit: vom Proofreader wird also am Ende ein perfekter und lupenreiner Text bei h├Âherem Arbeitsaufwand f├╝r weniger Geld verlangt.

Die (gewissenlosen) ├ťbersetzer wissen das, nehmen billige Auftr├Ąge an, ├╝berlassen das Gros der Arbeit den Proofraedern und k├Ânnen (├╝berspitzt gesagt fast ohne Arbeit) gut leben.

So sind jedenfalls meine pers├Ânlichen Erfahrungen, die nicht auf alle hier (aber wohl doch auf einige) zutreffen werden. Und die Hauptschuld an dieser Situation tragen aus meiner Sicht ganz klar die Agenturen, die dieses Missverh├Ąltnis zwischen Aufwand und bezahlung f├╝r die verschiedenen Bearbeitungsstufen entweder nicht verstehen, um es zu ├Ąndern, oder (stillschweigend bzw. bewusst) mittragen.

Ich lehne daher Proofreading-Angebote mittlerweile einfach ab und versuche stattdessen, die Kunden zu ├╝berzeugen, gleich anst├Ąndig zu bezahlen und daf├╝r auch gleich anst├Ąndige Arbeit zu bekommen, also: "Was ich abliefere, ist unter Ausnutzung aller betehenden M├Âglichkeiten und Quellen fachlich recherchiert und f├Ârmlich auf Vordermann gebracht. Proofreading brauchen Sie da nicht, wenn Sie nicht wollen. Daf├╝r m├Âchte ich aber einen Preis, von dem ich leben kann. Am Ende sparen Sie was dabei."

Das dauert etwas l├Ąnger, aber immer mehr Kunden begreifen's inzwischen und kommen wieder. Gr├Â├čere Beanstandungen hatte ich noch nie (au├čer wenn ich selber outgesourct habe und Kollegen mich haben aufsitzen lassen - das riskiere ich inzwischen auch nicht mehr - mache nur noch was ich selbst bew├Ąltigen kann).

Und wenn man mal,daneben gehauen hat - na mein Gott - eine L├Âsung findet sich immer, auch und vor allem ├╝ber preisliches Entgegenkommen - wenn man Fehler gemacht hat, sollte man das auch anerkennen und kommentarlos alles tun, um dem Kunden bei der Schadensbegrenzung zu helfen. Es gibt nur wenige Kunden, die das nicht honorieren und einen bei Schnitzern total fallenlassen oder sich bis aufs Messer streiten.

Bis jetzt bin ich mit diesem Ansatz gut gefahren.

Die Sicht "aus dem B├╝ro ist besser als von zu Hause" kann sich nat├╝rlich bei Agenturen einschleichen, da sie den mann zu Hause gar nicht kontrollieren k├Ânnen und erst am Endresultat bei der Deadline sehen, ob wirklich was Geschheites rauskommt, w├Ąhrend man beim ├ťbersetzen im B├╝ro ohne gr├Â├čeren Aufwand eine unmittelbarere Kontrolle aus├╝ben kann - UND sofort eingreifen, wenn was aus dem Ruder zu laufen droht.

Insofern ist das Arbeiten mit Freelancern aus dem heimischen B├╝ro nat├╝rlich, zumindest bei den ersten 2-3 Auftr├Ągen fpr├╝r eine Agentur riskanter, als mit eigenen Mitarbeitern, die man erst f├╝r sich arbeiten l├Ąsst, wenn sie ├╝berpr├╝ft wurden. Aber das ist normales Risiko.

Bei den meisten Freelancern sollte man doch als Agentur nach dem ersten Auftrag merken, ob sie was drauf haben oder nicht. Dann gibt's eben keine Auftr├Ąge mehr und ich vergesse, dass ich diesen Mann ├╝berhaupt kenne - fertig. Ich sehe die Riesigkeit des Problems nicht.

Vielleicht solltet Ihr mal eine Analyse machen, wie sich Euer Outsource-Volumen auf Eure Freelancer-Basis verteilt und bei welchen ├ťbersetzern sich Auftr├Ąge ohne bzw. mit Beanstandungen konzentrieren? Dann werdet Ihr wahrscheinlich schnell merken, dass nur etwa 10-20% Eurer Auftragnehmer gut sind, und den Rest kannst Du vergessen. Haut sie einfach raus aus dem Stamm , oder f├╝hrt eine Gruppierung ein nach "Best" und absteigend bis "nur bei Engp├Ąssen zur├╝ckgreifen". Damit hilfst Du wieder Deinen Mitarbeitern, die die Aufträge verteilen.

Vielleicht seid Ihr zu schnell gewachsen in den letzten Jahren und habt Eure internen Steuerungs- und Kontrollmethoden dem nicht angepasst? Dieses Problem haben alle Unternehmen, die wachsen, nur ein Auge drauf haben sollte man.

Die Frage ist also nicht so sehr, ob "von zu Hause (= in der Regel schlechter)oder "aus dem B├╝ro" (= in der Regel besser), sondern, wie ├╝berall, eine Frage der Einstellung und Gewissenhaftigkeit jedes einzelnen, und man kann m.E.die Frage sopauschal gar nicht aufwerfen und umsomehr ein genberelles Urteil f├Ąllen.

Ich für mich lehne es jedenfalls ab, zu akzeptieren, dass ich "schlechter" sein soll, nur weil ich keine Festanstellung mit Büro hab.

Wenn ich unter den ersten 20-100 (je nach Sprachpaar) bei Proz bin, kann ich ja so schlecht auch nicht sein, oder?

Ich würde mittlerweile kaputt gehen (wie von Herbert weiter oben angemerkt), wenn ich jeden Tag iregend welche Bürostunden und Riten ("Mittagspause") einhalten sollte, nur um irgend welchen Leuten gerecht zu werden, die ich eigentlich nicht brauche, um anständige Arbeit zu machen. Das wäre in meinem Fall der Qualität eher abträglich, habe icn letztens erst wieder drei Wochen probiert. Es geht mir einfach auf den Geist, jeden Tag in ein Büro latschen und da herumsitzen zu müssen, wenn man den gleichen Job auch zu Hause erledigen kann und dabei die Zeit selbst planen.


Direct link Reply with quote
 

RWSTranslation
Germany
Local time: 13:48
Member (2007)
German to English
+ ...
TOPIC STARTER
Hmmm Aug 3, 2005

Steffen Pollex wrote:

...
Ich denke aber, der Ausdruck "schlecht" hat eine sehr subjektive Seite: es hat doch jeder seinen eigenen Stil und fachlichen und sonstigen Hintergrund, und was der ├ťbersetzer beim Anfertigen der ├ťbersetzung auf Grund seiner Erfahrungen und sonstigen Quellen als richtig beurteilt, kann ein eventueller Proofreader oder QA Manager in der Agentur ganz anders sehen. Mit rundheraus "schlecht" w├Ąre ich also vorsichtig.


Ich denke hier weniger an Formulierungen als eher an Vollst├Ąndigkeit der ├ťbersetzung, Eklatatante Fehler wie Einschalten als Ausschalten ├╝bersetzt, Falsche Zahlen, ....
Das ein externer ├ťbersetzer nicht immer den gleichen Stil hat wie interne ├ťbersetzer ist klar und kann auch nicht direkt ein Anlass zu einer Beanstandung sein.

Drittens denke ich, dass die "schlechte Qualit├Ąt" der ├ťbersetzungen zum Gro├čteil von den Agenturen selbst verschuldet ist, weil sie, aus verst├Ąndlichen wirtschaftlichen Erw├Ągungen, immer versuchen, die ├ťbersetzungen m├Âglichst kosteng├╝nstig (ich sage hier bewusst nicht "billig") anfertigen zu lassen. Aus meiner Erfahrung heraus endet das dann oft so, dass die ├ťbersetzung oft wirklich schlecht ist und der sogenannte (und in der Regel schlechter bezahlte) "Proofreader" von der Sache her 80-90% der Arbeit machen darf und dabei nicht die Butter aufs Brot verdient.


Ist denn das ├╝berhaupt ein sinnvolles Konzept, dass ├ťbersetzung und Proofreading getrennt werden ?

...
Ich lehne daher Proofreading-Angebote mittlerweile einfach ab und versuche stattdessen, die Kunden zu ├╝berzeugen, gleich anst├Ąndig zu bezahlen und daf├╝r auch gleich anst├Ąndige Arbeit zu bekommen, also: "Was ich abliefere, ist unter Ausnutzung aller betehenden M├Âglichkeiten und Quellen fachlich recherchiert und f├Ârmlich auf Vordermann gebracht. Proofreading brauchen Sie da nicht, wenn Sie nicht wollen. Daf├╝r m├Âchte ich aber einen Preis, von dem ich leben kann. Am Ende sparen Sie was dabei."


Sehe ich auch so.

...
Die Sicht "aus dem B├╝ro ist besser als von zu Hause" kann sich nat├╝rlich bei Agenturen einschleichen, da sie den mann zu Hause gar nicht kontrollieren k├Ânnen und erst am Endresultat bei der Deadline sehen, ob wirklich was Geschheites rauskommt, w├Ąhrend man beim ├ťbersetzen im B├╝ro ohne gr├Â├čeren Aufwand eine unmittelbarere Kontrolle aus├╝ben kann - UND sofort eingreifen, wenn was aus dem Ruder zu laufen droht.


Ja.

Insofern ist das Arbeiten mit Freelancern aus dem heimischen B├╝ro nat├╝rlich, zumindest bei den ersten 2-3 Auftr├Ągen fpr├╝r eine Agentur riskanter, als mit eigenen Mitarbeitern, die man erst f├╝r sich arbeiten l├Ąsst, wenn sie ├╝berpr├╝ft wurden. Aber das ist normales Risiko.


Dementsprechend vergibt man an Newcomer halt auch nur Auftr├Ąge mit entsprechend ausreichendem Termin.

Bei den meisten Freelancern sollte man doch als Agentur nach dem ersten Auftrag merken, ob sie was drauf haben oder nicht. Dann gibt's eben keine Auftr├Ąge mehr und ich vergesse, dass ich diesen Mann ├╝berhaupt kenne - fertig. Ich sehe die Riesigkeit des Problems nicht.


Nicht ein riesengrosses Problem, sondern eher eine unangenehme Feststellung.

Vielleicht solltet Ihr mal eine Analyse machen, wie sich Euer Outsource-Volumen auf Eure Freelancer-Basis verteilt und bei welchen ├ťbersetzern sich Auftr├Ąge ohne bzw. mit Beanstandungen konzentrieren? Dann werdet Ihr wahrscheinlich schnell merken, dass nur etwa 10-20% Eurer Auftragnehmer gut sind, und den Rest kannst Du vergessen. Haut sie einfach raus aus dem Stamm , oder f├╝hrt eine Gruppierung ein nach "Best" und absteigend bis "nur bei Engp├Ąssen zur├╝ckgreifen".


Haben wir nat├╝rlich, wobei eh nur ein sehr geringer Teiul der ├ťbersetzung an externe ├ťbersetzungen geht. Unangenehm ist da eher die Schwankung in der Qualit├Ąt der ├ťbersetzungen. Wir haben da ein paar Kandidaten, die ├╝ber l├Ąngere Zeit sehr gute ├ťbersetzungen erledigt haben, dann aber pl├Âtzlich immer wieder ├ťbersetzungen mit erheblichen M├Ąngeln geliefert haben. So als wenn pl├Âtzlich jemand sich nicht mehr konzentrieren kann.

Vielleicht seid Ihr zu schnell gewachsen in den letzten Jahren und habt Eure internen Steuerungs- und Kontrollmethoden dem nicht angepasst?


Unwahrscheinlich, wir merkens ja vor der Lieferung.

Die Frage ist also nicht so sehr, ob "von zu Hause (= in der Regel schlechter)oder "aus dem B├╝ro" (= in der Regel besser), sondern, wie ├╝berall, eine Frage der Einstellung und Gewissenhaftigkeit jedes einzelnen, und man kann m.E.die Frage sopauschal gar nicht aufwerfen und umsomehr ein genberelles Urteil f├Ąllen.


Sollte ja auch kein Urteil werden sondern der Versuch mal die Meinung anderer zu h├Âren.

Eine Sache die mir im ├ťbrigen aufgefallen ist:
├ťbersetzer, die die ├ťbersetzungen (und das Original) am Ende auch in gedruckter Form korrekturlesen, liefern mit weniger M├Ąngeln (├ťbersetzen z.B. auch Kopf- und Fusszeilen).

Viele Gr├╝├če
Hans


Direct link Reply with quote
 
Steffen Pollex  Identity Verified
Local time: 13:48
English to German
+ ...
Da bin ich aber froh,... Aug 3, 2005

dass Du Dein Gesch├Ąft so gut im Griff hast, Hans.

Ich habe meine Ausf├╝hrungen auch nicht allzu scharf gemeint und schon gar nicht pers├Ânlich.

War einfach interessant mal dieses Thema aufzugreifen.

Wenn einer aber, wie Du schreibst, auf einmal gar nichts Vern├╝nftiges mehr liefert, nachdem es jahrelang OK war, ist sicher was faul.

Entweder drum k├╝mmern oder rauskicken, denke ich. Schlie├člich muss man sehen wo man bleibt.


Direct link Reply with quote
 

RWSTranslation
Germany
Local time: 13:48
Member (2007)
German to English
+ ...
TOPIC STARTER
Ich auch Aug 3, 2005

Steffen Pollex wrote:

dass Du Dein Gesch├Ąft so gut im Griff hast, Hans.


Zumindest w├╝rde ich doch nichts gegenteiliges in der ├ľffentlichkeit behaupten, oder ?

Ich habe meine Ausf├╝hrungen auch nicht allzu scharf gemeint und schon gar nicht pers├Ânlich.


Schon klar und kein Problem.

War einfach interessant mal dieses Thema aufzugreifen.


Fide ich auch, denn letztendlich stellt sich nat├╝rlich f├╝r uns schon die Frage, ob das Konzeot das wir derzeit vertreten (m├Âglichst viel intern zu bearbeiten) das optimale Konzept ist.
Man muss seine Verfahren halt immer wieder hinterfragen.

Wenn einer aber, wie Du schreibst, auf einmal gar nichts Vern├╝nftiges mehr liefert, nachdem es jahrelang OK war, ist sicher was faul.

Entweder drum k├╝mmern oder rauskicken, denke ich. Schlie├člich muss man sehen wo man bleibt.


Nun ja, so hart m├Âchte ich es eigentliuch nicht sehen, denn schliesslich arbeitet man hier ja mit Menschen und nicht mit Maschinen. Ich glaube nicht, dass es f├╝r ein Unternehmen langfristig positiv ist, wenn man einen Menschen gleich rauskickt, wenn er mal nicht optimal funktioniert. Auf der anderen Seite habe ich halt bei einem externen ├ťbersetzer deutlich weniger Ansatzpunkte. Klar ich kann meine Beanstandungen durchdiskutieren und werde wahrscheinlich ein "Passiert nie wieder" h├Âren. Aber ich bin nicht sicher ob es angemessen ist, dann doch anzurufen und mal so einfach den den m├Âglicherweise privaten Problemen zu fragen, die vielleicht ein Grund f├╝r Qualit├Ątsm├Ąngel sein k├Ânnten.

Die hier zuvor angef├╝hrten Checklisten zur Qualit├Ątssicherung sind sicher interessant. Vielleicht w├Ąre es ne gute Idee, wenn hier bei Proz an so etwas gearbeitet werden k├Ânnte, dieses dann auch eingestellt werden w├╝rde und bei Angeboten ├╝ber Proz (oder auch woanders) dann vereinbart werden k├Ânnte: "Qualit├Ątssicherung gem├Ą├č Proz Richtline 007".

Viele Gr├╝├če

Hans


Direct link Reply with quote
 

Harry Bornemann  Identity Verified
Mexico
English to German
+ ...
Vielleicht ist es umgekehrt? Aug 3, 2005

Die Korrelation sagt ja nichts dar├╝ber aus, was Ursache und was Wirkung ist.
Vorausgesetzt, dass euer Ergebnis wirklich signifikant ist, k├Ânnte es auch bedeuten, dass die ├ťbersetzer, die oft Reklamationen verursachen, bevorzugt allein zu Hause arbeiten.

Ich sage nicht, dass das so ist, aber f├╝r St├Ârungen gibt es ja mehr m├Âgliche Ursachen, als man sich denken geschweige denn auflisten kann.

Die Gegenmittel sind schon weniger zahlreich, deshalb finde ich, dass Steffis Ansatz hier ins Schwarze trifft:

Checkliste/Styleguide und fr├╝hzeitiges sowie h├Ąufiges Feedback sind unabh├Ąngig davon, ob der ├ťbersetzer fr├╝her gute Leistungen erbracht hat, meiner Erfahrung nach bei jedem neuen Projekt erforderlich, damit Fehler vermieden werden k├Ânnen statt korrigiert werden zu m├╝ssen.

Im Team bekommt man das h├Ąufig m├╝ndlich, nebenbei und in kleinen Portionen, so dass es einem kaum bewusst wird.

Als Agentur (oder als gelegentlich outsourcender Freelancer) muss man dagegen so vorausschauend kommunikativ sein, dass die kommunikativ (und emotional) relativ gro├če Entfernung der Web-Zusammenarbeit dadurch ausgeglichen wird.


Direct link Reply with quote
 

Herbert Fipke  Identity Verified
Germany
Local time: 13:48
English to German
+ ...
Layout-Wahn Aug 3, 2005

DSC wrote:

Eine Sache die mir im ├ťbrigen aufgefallen ist:
├ťbersetzer, die die ├ťbersetzungen (und das Original) am Ende auch in gedruckter Form korrekturlesen, liefern mit weniger M├Ąngeln (├ťbersetzen z.B. auch Kopf- und Fusszeilen).



Selbstredend und ├╝berhaupt nicht erstaunlich. Es ist eben erheblich einfacher, einen Text gedruckt vor sich zu sehen, ohne sich um manchmal 100e von Textfeldern, Makros, Grafiken (oft editierbar, oft auch nicht, je nach Format) und dergleichen von programmier- und technikverliebten Spinnern produzierten Schwachsinn k├╝mmern zu m├╝ssen.

Ich lehne solche Vorlagen rundweg ab. Ich bin ├ťbersetzer und weder Programmierer noch Layouter oder Grafiker. Ich werde au├čerdem auch nur f├╝rs ├ťbersetzen bezahlt und dazu geh├Ârt nicht, irgendwelche versteckten Texte zu suchen oder Bilder aufzul├Âsen und neu zu formatieren.

Ich verlange von einer professionellen Agentur, dass sie diesen haneb├╝chenen Unsinn an ├╝berlagerten und oft bis zur Kotzgrenze formatierten Originalvorlagen von Kunden f├╝r mich so aufl├Âsen, dass ich eine einfache Textdatei bearbeiten kann.

Es zeugt von hoher Unprofessionalit├Ąt, wenn jemand behauptet, "sowas" m├╝sse ein ├ťbersetzer "eben auch" k├Ânnen. Muss er nicht. Layouter, Grafiker, fr├╝her Schriftsetzer, Programmierer, sind alles nicht umsonst eigene Berufe, die alle ihr eigenes, hohes Fachwissen erfordern.

Wer einen F├╝hrerschein hat, kann deswegen ja auch noch lange keine Z├╝ndkerzen wechseln. Ja die meisten wissen nicht einmal, wo K├╝hlwasser, ├ľl oder Scheibenwaschwasser nachgef├╝llt wird.

Im ├ťbrigen ist es ziemlich blau├Ąugig, damit zu argumentieren, wer z.B. mit "Word" arbeitet, muss auch alle dessen Funktionen beherrschen. Die Funktionen von Word beinhalten alle vorgenannten Berufe und sind dort vorhanden, damit das Programm m├Âglichst vielseitig eingesetzt werden kann. Ich kenne niemanden unter "normalen" Anwendern, der ├╝berhaupt nur sagen k├Ânnte, WELCHE Optionen ein Programm wie Word ├╝berhaupt bietet, geschweige denn, diese beherrscht.

Alles Vorgenannte bietet zahlreiche Fehlerquellen, die nicht sein m├╝ssen. Eine Agentur hat mE. wesentlich mehr Aufgaben, als nur Geld mit ihrer Kundenkartei zu verdienen. ├ťber die unversch├Ąmte Forderung vieler Agenturen, nur bestimmte CAT-Tools zu akzeptieren, haben wir an anderer Stelle ja schon gestritten. Die Agentur hat sich nach dem ├ťbersetzer zu richten und ihm ein m├Âglichst einfach zu bearbeitendes Format anzubieten. Welches Format letztlich der Kunde urspr├╝nglich vorgelegt hat, darf auf ├ťbersetzerebene keine Rolle spielen. Er wird nur bezahlt, um eine ├ťbersetzung zu liefern. Er wird nicht bezahlt, um ein bestimmtes Dateiformat oder Layout zu liefern. Wenn dies gefordert wird, muss es auch bezahlt werden.

Werden Fu├č- und Kopfzeilen nicht mit ├╝bersetzt, liegt es meist am ungen├╝genden Briefing. Einfach zu sagen: "alles ├╝bersetzen" zeugt von extremer Denkfaulheit und/oder Service-Unwilligkeit des Agenturmitarbeiters.
Wird im Briefing gesagt, dass es Fu├čzeilen gibt, die ├╝bersetzt werden sollen, dann werden sie auch in der Regel ├╝bersetzt. Ob sie auch in der oft gew├╝nschten TM enthalten sind (oft nicht), sehe ich nicht als mein Problem an. Das f├Ąllt schon wieder in den Programmierbereich und ist nicht meine Aufgabe.

Von mir erh├Ąlt eine Agentur eine ungecleante und/oder gecleante Word-Datei sowie eine TM im TMX-Format. Wie sie das weiter verarbeitet, ist allein ihre Angelegenheit. Beides ist in jedes andere Programm integrierbar. Bevorzugt die Agentur ein bestimmtes Programm, dann wird der Herr Agenturmitarbeiter die Dateien eben dort einlesen m├╝ssen. Daf├╝r ist der Overhead da, den Kunden an die Agentur bezahlen.


Direct link Reply with quote
 

Peter Bouillon  Identity Verified
Germany
Local time: 13:48
French to German
+ ...
Ärger in Eurem Büro ist vermutlich seltener als Ärger in manchem Haus Aug 3, 2005

Vermutlich habt Ihr ein relativ ruhiges B├╝ro, in dem man sich gut konzentrieren kann, und in dem nicht der eine den anderen (oder dudelnde Telefone) beim Denken st├Ârt. In einem B├╝ro kann man bei gutem Willen relativ gut kontrollieren, dass eine produktive Arbeitsatmosph├Ąre herrscht und dass die Truppe somit was geschafft kriegt.

Freelancer, die zuhause arbeiten, k├Ânnen dagegen junge M├╝tter sein, deren Baby sie die ganze Nacht wach gehalten haben, und die eine h├Âlzerne Kopfst├╝tze brauchen, damit sie vor dem Rechner nicht einpennen.

Oder der Freund bzw. die Freundin kommt alle paar Minuten herein und macht eine Szene.

Schulkinder m├╝ssen aufgepa├čt werden; Hausaufgabenfragen sind zu beantworten; Verwandte und Bekannte sind der Meinung, der Freelancer habe nix zu tun, weil er ja schlie├člich den ganzen Tag ├╝ber zuhause sitzt. Der Fernseher dudelt ununterbrochen MTV, um die ├╝brigen Familienmitglieder zu unterhalten.

Das ist m.E. vermutlich alles viel st├Ąrker daf├╝r verantwortlich, dass sich der ausw├Ąrts Arbeitende mehr Fehler einf├Ąngt als der vor Ort Arbeitende.

Und das ist der Grund, warum die Arbeitsleistung mancher Freelancer sporadisch mal einbricht, mal nicht.

Umgekehrt geht es aber auch: wenn in einem Gro├čraumb├╝ro in der linken Ecke heftig akquiriert wird, in der rechten Ecke ein verbittert gefl├╝sterter Streit der Gesch├Ąftsf├╝hrer ausgelebt wird, alle f├╝nf Minuten jemand rein- raus- oder durchgeht und alle Nase lang ein anderer Hansel r├╝berkommt und mit irgendeiner Frage unterbricht -- dann garantiere ich eine Produktivit├Ąt nahe Null und eine astronomisch hohe Fehlerquote -- trotz der ach so produktiven Teamatmosph├Ąre und dem Vieraugenprinzip.

[Edited at 2005-08-03 16:45]


Direct link Reply with quote
 

Peter Bouillon  Identity Verified
Germany
Local time: 13:48
French to German
+ ...
Papier endkorrigieren Aug 3, 2005

├ťbersetzer, die die ├ťbersetzungen (und das Original) am Ende auch in gedruckter Form korrekturlesen, liefern mit weniger M├Ąngeln (├ťbersetzen z.B. auch Kopf- und Fusszeilen).


Das geht mir genauso. Unabh├Ąngig wie sorgf├Ąltig ich am Bildschirm korrigiere; und unabh├Ąngig wie sehr ich darauf achte, alle "gelben" und "gr├╝nen" ├ťbersetzungsvorschl├Ąge meines CAT-Systems noch mal extra sorgf├Ąltig zu pr├╝fen, bevor ich sie "abschicke": bei der Endkorrektur des endg├╝ltigen, gecleanten und ausgedruckten Word-Dokuments f├Ąllt mir immer wieder was auf.

Somit nehme ich die Totenschreie der sterbenden B├Ąume in Kauf und drucke f├╝r die Endkorrekturphase sowohl das Original als auch die "polierte" ├ťbersetzung auf Papier.

Bis jetzt hat sich das bei mir fast immer ausgezahlt.


Direct link Reply with quote
 

Herbert Fipke  Identity Verified
Germany
Local time: 13:48
English to German
+ ...
Das M├Ąrchen vom ruhigen Zuhausearbeiten Aug 3, 2005

Peter Bouillon wrote:

Freelancer, die zuhause arbeiten, k├Ânnen dagegen junge M├╝tter sein, deren Baby sie die ganze Nacht wach gehalten haben, und die eine h├Âlzerne Kopfst├╝tze brauchen, damit sie vor dem Rechner nicht einpennen.

Oder der Freund bzw. die Freundin kommt alle paar Minuten herein und macht eine Szene.

Schulkinder m├╝ssen aufgepa├čt werden; Hausaufgabenfragen sind zu beantworten; Verwandte und Bekannte sind der Meinung, der Freelancer habe nix zu tun, weil er ja schlie├člich den ganzen Tag ├╝ber zuhause sitzt. Der Fernseher dudelt ununterbrochen MTV, um die ├╝brigen Familienmitglieder zu unterhalten.



Sch├Âner kann man das M├Ąrchen vom ungest├Ârten Zuhausearbeiten nicht entlarven.

Auch die praktischen Auswirkungen auf das "Immer Zuhausesein" k├Ânnen sich sehen lassen:

"Du bist doch den ganzen Tag zuhause. Da wird es ja wohl m├Âglich sein, mal...
...den Rasen zu m├Ąhen
...die Kinder zum Sport zu fahren
...die Post des Nachbarn entgegenzunehmen
...endlich die Kellertreppe zu streichen
...die M├╝lleimer rauszustellen
...eben einkaufen zu fahren
...auf den Kleinen aufzupassen...
...und noch 100 weitere "mal ebens"...

Alles Dinge, die ein "verst├Ąndnisvoller" Partner von einem niemals verlangen w├╝rde, wenn man exakt dieselbe T├Ątigkeit in einem B├╝ro aus├╝ben w├╝rde, von dem man abends nach Hause kommt.


Direct link Reply with quote
 
Pages in topic:   [1 2] >


There is no moderator assigned specifically to this forum.
To report site rules violations or get help, please contact site staff »


These: ├ťbersetzer die alleine zu Hause arbeiten verursachen ├Âfters Reklamationen ?

Advanced search






BaccS ÔÇô Business Accounting Software
Modern desktop project management for freelance translators

BaccS makes it easy for translators to manage their projects, schedule tasks, create invoices, and view highly customizable reports. User-friendly, ProZ.com integration, community-driven development ÔÇô a few reasons BaccS is trusted by translators!

More info »
CafeTran Espresso
You've never met a CAT tool this clever!

Translate faster & easier, using a sophisticated CAT tool built by a translator / developer. Accept jobs from clients who use SDL Trados, MemoQ, Wordfast & major CAT tools. Download and start using CafeTran Espresso -- for free

More info »



Forums
  • All of ProZ.com
  • Term search
  • Jobs
  • Forums
  • Multiple search