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Agenturen - wieviel verlangen?
Thread poster: Anne Koth

Anne Koth  Identity Verified
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Oct 5, 2005

Hallo allerseits,

ich möchte mich bei einer (deutschen) Agentur bewerben und soll schreiben, wieviel ich pro Zeile verlange. Sollte ich den normalen Preis schreiben, den ich bei Endkunden verlange? Muss man bei Agenturen damit rechnen, dass man weniger als sonst bekommt, weil sie auch ihren Profit machen möchten, oder ist es eher anders herum - die Preise der Agenturen sind höher als die normalen Preise der Freiberufler, damit die Agenturen auch daran verdienen?

Ich frage deshalb, weil ich gehört habe, hier würde man von einer Agentur nicht mehr als 0,65 EUR pro Zeile bekommen.


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Steffen Walter  Identity Verified
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Agenturpreise generell niedriger als Direktkundenpreise Oct 5, 2005

Hallo Anne,

grundsätzlich ist es schon so, dass Agenturpreise niedriger liegen als Direktkundenpreise. Insofern sollte man bei der Angebotskalkulation für eine Agentur wohl eher keinen Direktkundenpreis ansetzen.

Davon abgesehen sind EUR 0,65 pro Zeile m.E. für eine deutsche Agentur extrem niedrig, und es steht vorsichtig ausgedrückt zu befürchten, dass sich auch die sonstige Kundenbeziehung nicht optimal gestaltet.

Ich habe bei Agenturen auch schon mal 1,00 oder 1,10 bekommen - alles eine Frage des Verhandelns und natürlich auch abhängig von Art und Schwierigkeitsgrad des Ausgangstextes. Im übrigen kalkulieren Agenturen i.d.R. gegenüber ihren Endkunden so, dass ihnen eine entsprechende Gewinnspanne bleibt (Minimum 30-35 %).

Siehe auch http://www.proz.com/topic/37526

Viele Grüße

Steffen

[Edited at 2005-10-05 08:47]


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xxxMarc P  Identity Verified
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Agenturen - wieviel verlangen? Oct 5, 2005

Kompliziertes Thema, denn es wirft die Frage auf, welche Vorteile es bringt, für Büros zu arbeiten.

Ich sehe darin Marketingvorteile (muss ich nicht machen) und Disponierungsvorteile (weniger Druck, jeden Auftrag anzunehmen). Diese Vorteile honoriere ich mit ca. 20% Rabatt gegenüber meinen Endkundenpreisen.

(Das heißt wiederum nicht, dass ich eine Marge von 20% bei einem Büro für angemessen halte. Von mir aus kann das Büro 100% draufschlagen. Maßgeblich für mich ist, dass ich mit meinem Honorar zufrieden bin.)

Viele Kollegen sehen einen Vorteil darin, dass die Arbeit vom Büro lektoriert wird. Das sehe ich nicht so: nicht alle Büros lektorieren, unter meinen Kunden sind es eher die Endkunden, die lektorieren, die Büros nicht. Ich lasse auch nicht eine Korrekturstufe raus, weil die Arbeit für ein Büro bestimmt ist.

Ich frage deshalb, weil ich gehört habe, hier würde man von einer Agentur nicht mehr als 0,65 EUR pro Zeile bekommen.


Das ist natürlich reiner Quatsch (oder vermutlich eher Verhandlungstaktik). Bei seriösen Büros in Deutschland ist 1,00 EUR/NZ durchaus drin. Siehe auch den Beitrag von Stefan Walter hier:

www.proz.com/topic/37526

(Äh, 7 Minuten zu spät. )

Marc

[Edited at 2005-10-05 08:53]


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Peter Bouillon  Identity Verified
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Und was ist "normal"? Oct 5, 2005

Anne Koth wrote:
Sollte ich den normalen Preis schreiben, den ich bei Endkunden verlange?
h frage deshalb, weil ich gehört habe, hier würde man von einer Agentur nicht mehr als 0,65 EUR pro Zeile bekommen.[/quote]
Nun, nach meiner Schätzung gehen ca. sieben Quellwörter auf die Zielzeile. Deine 9 Cent pro Quellwort (das ist für Dich doch der Preis, auf den Du kommen willst?) rechnen sich meiner Meinung nach also in ca. 65 Cent pro Zeile um.

Agenturen gibt es von allen Sorten, und die Preise, die sie zahlen, gibt es auch von allen Sorten. Du könntest Dich auf den Webseiten derjenigen Agenturen umschauen, die Dich interessieren. Wenn sie ihren Kunden für Deine Sprachkombination einen Euro oder weniger pro Zeile anbieten, dann sind sie kein geeigneter Geschäftspartner für dich, wenn Du mehr als 65 Cent verdienen willst. Denn wie Du richtig bemerkst, wollen und müssen die Agenturen auch ihren Schnitt machen.

Bei manchen Leuten gilt ProZ als ein "Billigheimer"-Forum. Diesen Leuten zufolge sei es bei hier erfaßten Agenturen wahrscheinlicher, auf einen besonders billigen Preis gedrückt zu werden, als sonstwo, da sowohl der hier erwartete Standard als auch die hier gebotenen Honorare niedriger liegen würden. Das wird man sicherlich unterschiedlich sehen können. Zudem gibt es wohl auch einen Unterschied zwischen solchen Agenturen, die Aufträge "ausschreiben" und solchen, die lieber passende Übersetzer über das Directory suchen und dann persönlich ansprechen.

Die Zielzeile ist ein etwas dehnbares Maß. Ich habe schon Angebote für Zielzeilen je 59 Zeichen gesehen; andere Angebote beziehen sich auf 50 Zeichen. Das sind fast 20% Unterschied, also Vorsicht.

P,

[Edited at 2005-10-05 12:07]


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Anne Koth  Identity Verified
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wieso wird das nicht öfter diskutiert? Oct 5, 2005

MarcPrior wrote:

Ich frage deshalb, weil ich gehört habe, hier würde man von einer Agentur nicht mehr als 0,65 EUR pro Zeile bekommen.


Das ist natürlich reiner Quatsch (oder vermutlich eher Verhandlungstaktik).


Naja, wenn sie auf gutgläubige Anfänger wie mich treffen, ist es klar, dass sie sowas ausprobieren

Ich frage mich nur, wieso dieser Unterschied nicht öfter in Diskussionen über Preise auftaucht. Viele schreiben hier im Forum, dass sie z.B. nie für weniger als 1,10 EUR pro Zeile arbeiten würden, weil sie ihre Kosten decken müssen, aber wie Marc es sagt, fällt einiges ja bei einer Agentur aus. Eigentlich müsste man immer dazu schreiben, ob es sich um Agenturpreise oder um Direktkundenpreise handelt, besonders weil es meistens unwissende Anfänger sind, die nach Preisen fragen.

Peter Bouillon wrote:
Nun, nach meiner Schätzung gehen ca. sieben Quellwörter auf die Zielzeile. Deine 9 Cent pro Quellwort (das ist für Dich doch der Zielpreis?) rechnen sich meiner Meinung nach also in ca. 65 Cent pro Zeile um.


Ich hatte eigentlich an 10 Wörter auf einer Zeile gedacht - vielleicht müsste ich das ändern! Bis jetzt habe ich immer nur pro Zeile à 55 Anschläge gerechnet.


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xxxMarc P  Identity Verified
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Agenturen - wieviel verlangen? Oct 5, 2005

Anne Koth wrote:

Viele schreiben hier im Forum, dass sie z.B. nie für weniger als 1,10 EUR pro Zeile arbeiten würden, weil sie ihre Kosten decken müssen, aber wie Marc es sagt, fällt einiges ja bei einer Agentur aus.


Das eine schließt das andere nicht aus. Man kann großzügig Rabatt gewähren und immer noch bei 1,10 landen...

Eigentlich müsste man immer dazu schreiben, ob es sich um Agenturpreise oder um Direktkundenpreise handelt, besonders weil es meistens unwissende Anfänger sind, die nach Preisen fragen.


Ja; wobei es KollegInnen gibt, die Büros keinen Rabatt gewähren (bzw. Endkunden nicht mit einem Zuschlag belasten, je nachdem, wie man's sieht), und die "unwissenden Anfänger" andererseits eher ausschließlich für Büros arbeiten.

Ich hatte eigentlich an 10 Wörter auf einer Zeile gedacht - vielleicht müsste ich das ändern!


Für reine Planungszwecke setze ich für Deutsch 6,5 und Englisch 8,5 Wörter/Normzeile an. Am besten eigene Texte heranziehen und vergleichen.

Marc


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Michaela Müller
Germany
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Krumme Rechnung? Oct 5, 2005

Peter Bouillon wrote:

Nun, nach meiner Schätzung gehen ca. sieben Quellwörter auf die Zielzeile. Deine 9 Cent pro Quellwort (das ist für Dich doch der Zielpreis?) rechnen sich meiner Meinung nach also in ca. 65 Cent pro Zeile um.


Ich weiß nicht, aber hier scheint etwas nicht ganz zu stimmen. Ich kann doch keine Quellwörter in der Zielzeile anrechnen?!
Quellwörter stehen im Ausgangstext/source text, Zielzeilen im Zieltext/target text.

Es kommt also auch darauf an, wie du sonst abrechnest: pro Zeile im Ausgangs- oder Zieltext? Das hängt wiederum von der Sprachrichtung ab.

Muss man bei Agenturen damit rechnen, dass man weniger als sonst bekommt, weil sie auch ihren Profit machen möchten, oder ist es eher anders herum - die Preise der Agenturen sind höher als die normalen Preise der Freiberufler, damit die Agenturen auch daran verdienen?


Hier wird auch etwas vermischt. Die eine Aussage bezieht sich auf den Erhalt von Geld als Übersetzer, die andere auf den Erhalt von Zahlungen als Agentur.
Die meisten auf Agenturseiten angegebenen Preise sind natürlich höher als die von Einzelübersetzern, da andere Ausgaben einkalkuliert werden müssen.
Nach meiner Erfahrung liegt der Preis, den Übersetzer von Agenturen erhalten, meist wirklich um ca. 20 % niedriger als der niedrigste Preis, den der Übersetzer von Direktkunden erhält.
Wenn du aber vom Agenturpreis (=das, was du von der Agentur haben möchtest) ausgehst und daraus deinen Endkundenpreis kalkulierst (so habe ich das gemacht, weil ich mit Agenturen angefangen habe), dann sind nach oben hin natürlich keine Grenzen gesetzt.

In der parallel laufenden Diskussion über Wort-/Zeilenpreise für EN>DE wird eine Wortanzahl zur Zeilenberechnung herangezogen. Ich denke, so kommt man nicht weiter (wie Marinus schon sagte, hängt das von der Zeichenzahl ab) und wird vielleicht auch deprimiert, wenn herauskommt, daß man z.B. "nur" für 0,60 oder 0,80 Cent pro Ausgangszeile arbeitet. Wenn du bisher also mit deinem Preis zufrieden warst, dann zieh für die Agentur etwa 20 % ab.
Wenn die Agentur, die deine Preise wissen möchte, eine Preisliste hat, dann kannst du ja vergleichen, wie du preislich liegst. Wenn sie also von ihren Endkunden den gleichen Preis verlangen wie du von deinen, dann werden sie aus betriebswirtschaftlichen Gründen wohl jemanden mit einem niedrigeren Preis suchen müssen, es sei denn, du kannst noch Abstriche machen.

Michaela


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Aniello Scognamiglio  Identity Verified
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Hallo! Oct 5, 2005

Anne Koth wrote:

Hallo allerseits,

ich möchte mich bei einer (deutschen) Agentur bewerben und soll schreiben, wieviel ich pro Zeile verlange. Sollte ich den normalen Preis schreiben, den ich bei Endkunden verlange? Muss man bei Agenturen damit rechnen, dass man weniger als sonst bekommt, weil sie auch ihren Profit machen möchten, oder ist es eher anders herum - die Preise der Agenturen sind höher als die normalen Preise der Freiberufler, damit die Agenturen auch daran verdienen?

Ich frage deshalb, weil ich gehört habe, hier würde man von einer Agentur nicht mehr als 0,65 EUR pro Zeile bekommen.


Hallo Anne!
Erlaube mir bitte ein paar Fragen, denn darin liegen auch schon die Antworten.
a) Siehst du dich als Bewerberin oder als Geschäftspartner?
b) Bist du Anfängerin oder erfahrene Übersetzerin?
c) Bist du eine hochqualifizierte Übersetzerin oder hast du einen zweimonatigen Sprachkurs belegt?
c) Bist du Profi (Vollzeit) oder Gelegenheitsübersetzerin?
...
Die Liste ließe sich fortsetzen...

Darüber hinaus sind Begriffe wie "viel" und "wenig" immer relativ.
1 Euro kann viel sein, 1 Euro kann wenig sein. Kommt drauf an!
Selbst wenn du 2 Euro bekommst, aber doppelt so lange für die Übersetzung brauchst, kommt am Ende doch nur 1 Euro raus.
Beispiel Literatur: du verhandelst 0,80 Euro/Zeile.
Wenn du nur 1/4 mehr Zeit in die Übersetzung investieren musst, damit die Sache schön rund wird, dann hast du nur noch 0,60 Euro/Zeile verdient.
Wollte nur ein paar Denkanstöße geben.

hth, Aniello

[Edited at 2005-10-05 10:12]


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Peter Bouillon  Identity Verified
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Die Preispolitik ist nun mal von Natur aus ein heikles Thema Oct 5, 2005

Anne Koth wrote:
Ich frage mich nur, wieso dieser Unterschied nicht öfter in Diskussionen über Preise auftaucht.


Nun, die Preispolitik gehört traditionell in fast allen Branchen zu den ziemlich geheimen Angelegenheiten.

  • Nehmen wir an, Du würdest Dich als Agentur in einer Sondersituatio auf einen besonders hohen Preis einlassen müssen - dann willst Du bestimmt nicht, dass morgen gleich alle Übersetzer mit genau dieser Honorarvorstellung bei Dir anrücken, nicht wahr?
  • Oder stell Dir vor, Du bist als Übersetzerin ganz knapp bei Kasse und nimmst daher einen ganz niedrig bezahlten Auftrag an. Möchtest Du in den Ruf eines "Billigfritzen" geraten und nie wieder Dein Normalniveau erreichen?
  • Gesetzt, Du veröffentlichst: "Meine Preise beginnen bei 4 Cent pro Wort; ich möchte normalerweise aber 9 Cent". Für Dich sind 4 Cent vielleicht der niedrigste Niedrigpreis für absolute Sondersituationen. Aber frag Dich selbst: wird eine Agentur, die diesen Preis weiss, mit 9 Cent in die Verhandlungen gehen, oder wird sie Dir nicht eher die 4 Cent anbieten, die Du ja selber genannt hast? Und Du musst dann verzweifelt versuchen, von dieser schlechten Ausgangsposition aus auf höhere Honorare zu kommen...

Also sprechen viele Geschäftsleute über hohe Preise, niedrige Preise, Aufschlagpreise und Sonderangebote möglichst nicht und lassen die Welt darüber im Unklaren, was man tut, häufig tut, immer tut oder nie tut. Das Beste, was ich da empfehlen kann, ist Dich mit einer Kollegin eng zu befreunden, die nicht mit Dir in Konkurrenz steht, und sie dann um Einblick zu bitten.

Ich schrieb:
Nun, nach meiner Schätzung gehen ca. sieben Quellwörter auf die Zielzeile.

Das gilt aber wirklich nur für den Vergleich Quellwort/Zielzeile und beruht auf meinen persönlichen Erfahrungen. Deutsche Wörter sind oft länger als englische; zudem flicken wir manchmal im Deutschen Füllwörter ein, die kein direktes Äquivalent im Englischen haben; und schließlich verlangen Auftraggeber bei deutschen Fachausdrücken oft den englischen Originalausdruck in Klammern hinterher. Zumindest in meinen eigenen Übersetzungen entsprechen daher deutlich weniger als zehn Quellwörter einer Zielzeile.

Bis jetzt habe ich immer nur pro Zeile à 55 Anschläge gerechnet.

Das ist wohl auch einer der häufigsten Fälle.

P.


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Peter Bouillon  Identity Verified
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Local time: 01:26
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Umrechnen muss ich nun einmal! Oct 5, 2005

Michaela Müller wrote:
Ich weiß nicht, aber hier scheint etwas nicht ganz zu stimmen. Ich kann doch keine Quellwörter in der Zielzeile anrechnen?!
Quellwörter stehen im Ausgangstext/source text, Zielzeilen im Zieltext/target text.


Was willst Du denn sonst machen statt Umrechnen?

Für mich persönlich kalkuliere ich intern ausschließlich mit dem Quellwort. Fast alle meine Kennzahlen sind ebenfalls auf das Quellwort bezogen. Wenn der Kunde aber nun einmal einen Preis pro Zielzeile genannt haben will, muss ich ihm einen nennen können. Ich muss somit irgendwie den einen Wert in den anderen umrechnen, auch wenn ich genau weiss, dass Quellwörter nicht in der Zielzeile stehen.

Was hilft's also? Man nimmt seine alten Übersetzungen zur Hand und kalkuliert Durchschnittswerte: So und so viel Original-Wörter entsprachen bei mir bisher so und so viel übersetzten Wörtern; so und so viel Originalzeichen entsprechen so und so viel übersetzten Zeichen und so weiter. Und dann leitet man halt weitere Umrechnungsfaktoren ab: So und so viel Quellwörter entsprechen ungefähr so und so viel Zielzeichen usw., oder eben auch, so und so viel Quellwörter entsprechen im Schnitt so und so viel Zielzeilen.

Das mag nicht "schön" sein, und es ist natürlich auch nicht exakt, und es variiert auch von Textsorte zu Textsorte; aber gibt es irgendwelche besseren Alternativen?

P.

[Edited at 2005-10-05 10:41]


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Anne Koth  Identity Verified
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Preise bei ProZ nach Quelltext? Oct 5, 2005

Peter Bouillon wrote:

Also sprechen viele Geschäftsleute über hohe Preise, niedrige Preise, Aufschlagpreise und Sonderangebote möglichst nicht und lassen die Welt darüber im Unklaren, was man tut, häufig tut, immer tut oder nie tut.


Das kann ich auch verstehen, aber es würde keinem schaden, wenn die Übersetzer, die über Preise reden möchten, auch schreiben, dass der Preis bei einer Agentur anders ist als bei einem direkten Kunden. Darum ging es mir eigentlich.

Peter Bouillon wrote:
Ich schrieb:
Nun, nach meiner Schätzung gehen ca. sieben Quellwörter auf die Zielzeile.

Das gilt aber wirklich nur für den Vergleich Quellwort/Zielzeile und beruht auf meinen persönlichen Erfahrungen.


Jetzt begreife ich das (hoffentlich) - ich habe an Deinem Posting völlig vorbeigelesen, entschuldigung! Aber sind die Preise bei ProZ also pro Wort im *Quelltext*? Ist das so in den Vereinigten Staaten üblich? Oder steht das irgendwo auf den Seiten von ProZ? Meine Preise sind pro Zeile im Zieltext.


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Ralf Lemster  Identity Verified
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Nicht durch ProZ.com definiert. Oct 5, 2005

Hallo Anne,
Aber sind die Preise bei ProZ also pro Wort im *Quelltext*? Ist das so in den Vereinigten Staaten üblich? Oder steht das irgendwo auf den Seiten von ProZ? Meine Preise sind pro Zeile im Zieltext.

ProZ.com trifft keinerlei Festlegung - das geht auch gar nicht, da ProZ.com keine Vertragspartei ist (siehe hierzu die Jobs-FAQ).

Wir (=ProZ.com-Jobs-Moderatoren) hatten beim Neudesign der Job-Formulare auch überlegt, die Unterscheidung nach Quell- oder Zieltext als Option aufzunehmen. Letztendlich haben wir's aber verworfen, weil die Formulare eh' schon komplex genug sind.

Ein sauber ausformuliertes Angebot enthält auch die entsprechenden Konventionen (Zählweise, Quelle/Ziel, Termine, Zahlung, etc.) - Gleiches gilt auch für die Auftragsbestätigung. Im Zweifel einfordern.

Gruß Ralf


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Peter Bouillon  Identity Verified
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Wort = meist Quelltext; Zeile = meist Zieltext Oct 5, 2005

Anne Koth wrote:
Aber sind die Preise bei ProZ also pro Wort im *Quelltext*? Ist das so in den Vereinigten Staaten üblich? Oder steht das irgendwo auf den Seiten von ProZ? Meine Preise sind pro Zeile im Zieltext.


Ich mag da zwar falsch liegen; aber ich fasse Wortpreise im Zweifelsfall als Quelltextpreise auf; wogegen ich Zeilenpreise im Zweifel als Zieltextpreise auffasse.

Bevor das ungeklärt zur Vertragsbasis wird, sollte man selbstverständlich nachfragen. Sonst wird der Vertragspartner todsicher diejenige Variante erzwingen wollen, die für ihn günstiger ist.

P.


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hpi
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Preise Oct 5, 2005

Hallo,

das mit den Preisen ist tatsächlich eine schwierige Sache.

Zum einen sind die Preise je nach Übersetzungsbreich doch stark unterschiedlich.

Bei technischen Gebrauchstexten (eher Massenware) wird eine Agentur heute vom grösseren Industriekunden je nach Sprachrichtung so zwischen 0,80 EUR und 1,50 erhalten können. Wobei für die "Standardsprachen" wie Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch (jeweils als Zielsprache) eher der untere Spannenwert anzutreffen sein dürfte. Kompensiert wird der niedrige Preis durch die Menge von immer gleichartigen Texten, die realistisch gesehen auch scchneller übersetzt werden können. Ein Übersetzer sollte in dieser Textsorte so ca. 300- 400 Zeilen/Tag schaffen können. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt ist hierbei natürlich auch die Berücksichtigung von Redundanzen zu einem Translation Memory. Je stärker hier eine Staffel angesetzt wird, desto höher muss der Basiszeilenpreis angesetzt werden um auf einen vernünftigen Stundensatz zu kommen.

In anderen Bereichen, wie z.B. bei wirtschaftlichen Berichten, medizinischen Texten, ... wird der übliche Zeilensatz deutlich höher liegen, aber wie auch schon gesagt dürfte hier auch der Übersetzungsaufwand höher sein.

Bei der Überlegung für eine Agentur zu arbeiten sollte neben den Ersparnissen im Bereich Marketing auch der Aspekt Erfahrungssammlung eine Rolle spielen. Eine gute Agentur wird Dir vor allem solche Aufträge geben, die Du auch bewältigen kannst. Eine gute Agentur wird Dir die Aufträge so aufbereiten, dass Du Dich nicht mit technischen Problemen wie Dateiformate, ... rumschlagen musst. Eine gute Agentur zahlt zum vereinbarten Zahlungstermin (im Gegensatz zu Endkunden, die i.d.R. wesentlich später zahlen).

Als Anfänger findest ggf. ein Büro, wo Du mit anderen Kollegen zusammenarbeiten kannst.

Letzlich steht es Dir immer frei, einen Preis neu zu verhandeln, auch wenn Du erstmal einen niedrigeren angegeben hattest (für folgende Aufträge zumindest). Letztlich wirst Du aber feststellen, dass Du umso weniger Aufträge von einem Kunden bekommst, je weiter Du aus dem von dieser Agentur üblicherweise gezahlten Preisrahmen herausragst. Schau Dir die Texte an, die Du übersetzen sollst. Schätze den Aufwand ab und versuche einen Preis auszuhandeln, von dem Du leben kannst. Je mehr Erfahrung Du sammelst, desto leichter wird es Dir fallen, Deinen Preis bei Deinen Kunden zu ermitteln.

Alles Gute

P.S.: Wer sagt eigentlich, dass wir hier immer die Wahrheit sagen. Vielleicht geben wir an die Fragenden immer bewußt zu hohe Zeilenpreise an, damit die dann bei den Endkunden nicht zu einer unangenehmen Konkurrenz werden.
Besser nicht gleich alles glauben, nur sehr vorsichtig jemandem sein Vertrauen schenken sondern selber denken und handeln.

[Edited at 2005-10-05 22:49]


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Aniello Scognamiglio  Identity Verified
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Guter Punkt! Oct 6, 2005

hpi wrote:

P.S.: Wer sagt eigentlich, dass wir hier immer die Wahrheit sagen.


Schade, hpi, dass dein Profil so "gähnend leer" ist. Jetzt wollte ich gerade kurz nachsehen, von wem diese Zeilen stammen. Schade.

Freundliche Grüße, Aniello

Anmerkung zu deiner Äußerung: Wo wird im Leben am meisten gelogen?
Richtig! Beim Geld und beim Sex! Das ist Fakt!


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