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Berufshaftpflichtversicherung?
Thread poster: Christian

Christian
Local time: 17:33
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Nov 29, 2005

Hallo allerseits!

Es kann ja mal vorkommen, dass man in einer Übersetzung einen mehr oder minder schweren Fehler macht, wofür dann der Übersetzer u. U. aufkommen muss. Wenn ich richtig informiert bin, könnte man sich gegen Regressansprüche des Kunden mit einer so genannten Berufshaftpflichtversicherung absichern.

Was kostet so eine Versicherung eigentlich im Jahr (nur so ungefähr). Gibt es da so eine Art Gruppenversicherung für BDÜ-Mitglieder? Und was genau deckt eine solche Versicherug eigentlich ab? Kennt sich da von euch jemand aus? Wäre nett, wenn mir jemand hierzu einige Informationen geben könnte.

Viele Grüße
Christian


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Katrin Lueke  Identity Verified
Germany
Local time: 17:33
Member (2006)
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AGBs ? Nov 29, 2005

Zur Berufshaftpflichtversicherung kann ich dir leider keine Auskunft geben, aber ist es nicht so, dass man sich durch AGBs vor solchen Regressanforderungen schützen kann ? Ich habe zwar selber noch keine, aber ich glaube, man weist seine Kunden auf seine AGBs hin, und in denen steht dann u.a. sowas wie: "Übersetzungen werden nach bestem Wissen und Gewissen angefertigt, etwaige Schadenersatzansprüche aus eventuellen fehlerhaften Übersetzungen können jedoch nicht gestellt werden."

Was meinen die Profis ?

Viele Grüße,
Katrin


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dieter haake  Identity Verified
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Local time: 17:33
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Tipp Nov 29, 2005

Gib mal oben rechts in "search forums" den Begriff Berufshaftpflicht ein - da gibt es schon einige Diskussionen

schönen Tag

didi


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Christian
Local time: 17:33
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Haftung trotz AGB? Nov 29, 2005

@ Dieter Haake:
Deinen Rat hatte ich bereits befolgt, allerdings wurden in den Beiträgen, die ich gefunden habe, meine Fragen nicht oder nur teilweise beantwortet.

@ Katrin Lueke:
Ich weiß es nicht genau, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es genügt, einfach in den AGBs zu schreiben, dass man für Übersetzungsfehler grundsätzlich nicht haftet. Ich bin der Meinung, dass der Übersetzer dennoch nach dem BGB haftbar gemacht werden kann, aber ich bin mir da wirklich nicht sicher, da ich von der ganzen Sache keine Ahnung habe. Mich würden auch die Kommentare der Profis hier interessieren. Kann hier jemand Licht ins Dunkel bringen?

Viele Grüße
Christian


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Sonja Tomaskovic  Identity Verified
Germany
Local time: 17:33
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Kein Profi... Nov 29, 2005

... aber es stimmt, dass ein einfacher Eintrag in den AGB nicht ausreicht, um "alle Schuld von sich zu weisen". Jeder ist für seine Arbeit verantwortlich, insofern auch für Fehler, die einem unterlaufen.

Eine Berufshaftpflichtversicherung ist sicherlich keine schlechte Sache. Jeder muss sich selber überlegen, ob sie für seine persönliche Situation notwendig ist. Jemand, der tagtäglich technische Dokumentationen übersetzt, und dem ein Fehler unterläuft, der u.U. dazu führt, dass es nachher zu Anwenderfehlern kommt, mit welchen Folgen auch immer, muss wohl oder übel eine solche Versicherung abschließen damit er nicht am Ende ohne Haus und Hof dasteht.

Wenn ein Übersetzer, auf der anderen Seite, immer mal wieder eine Übersetzung anfertigt und dies nicht hauptberuflich tut, dann könnte man überlegen, ob eine solche Versicherung unbedingt sein muss. Der Monatsbeitrag hängt sicherlich wie bei jeder Versicherung vom zu erwartenden Risiko ab. Wenn man sich lediglich ein Zubrot durch die Übersetzungen verdient, dann ist der monatliche Versicherungsbeitrag wirtschaftlich vermutlich nicht zu rechtfertigen.

Sonja


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Christian
Local time: 17:33
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Nebenberufler Nov 29, 2005

Hallo Sonja,

ich übersetze nur als "Nebenberufler". Da stimmt es natürlich, dass Versicherungsprämie und Einnahmen nicht unbedingt in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen. Jedoch kann auch einem Gelegenheitsübersetzer ein Fehler machen, der möglicherweise schwer wiegende finanzielle Folgen haben könnte. Da ist es möglicherweise doch ratsam, sich für eine solche Versicherung zu entscheiden. Die Einnahmen wären zwar dann noch geringer, als sie es ohnehin schon sind, aber lieber weniger Einnahmen als möglicher finanzieller Ruin. Was meinen die anderen Profis?

Viele Grüße
Christian


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Aleksandra Kwasnik  Identity Verified
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Local time: 17:33
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Berufshaftpflicht vs. Vermögensschadenhaftpflicht Nov 29, 2005

Hallo Christian,

ich habe mich vor kurzem bei einem Berater ausführlich darüber informiert und habe unter anderem erfahren, dass in dem von dir beschriebenen Fall nicht die Berufshaftpflichtversicherung, sondern eben eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung erforderlich wäre.

Die Berufshaftpflichtversicherung greift, wenn zum Beispiel ein Kunde in dein Büro kommt und über ein Kabel stolpert.

Ich habe mir anschließend Angebote von einigen Versicherungen zusenden lassen, habe aber bisher keine Zeit gehabt, sie zu vergleichen.


HTH -
Aleksandra

[Edited at 2005-11-29 10:08]


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Christian
Local time: 17:33
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Vermögensschadenhaftpflichtversicherung Nov 29, 2005

Hallo Aleksandra,

dann benötige ich wohl doch eher eine Vermögensschadenhaft-pflichtversicherung, die für den Fall der Fälle m. E. durchaus nützlich sein kann. Hat jemand von euch eine solche Versicherung bereits abgeschlossen? Lohnt sich das auch für Gelegenheitsübersetzer? Wie denkt ihr darüber?

Viele Grüße
Christian


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Sonja Schuberth-Kreutzer  Identity Verified
Local time: 17:33
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150 Euro für beides Nov 29, 2005

Hallo Christian,

ich habe sowohl eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung als auch eine Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen.
Die Vermögensschadenhaftpflicht springt bei Schäden ein, die am Vermögen deines Kunden entstehen, z.B. wenn aufgrund eines Übersetzungsfehlers ein Katalog mit einer Auflage von 10.000 Stück noch einmal gedruckt werden muss. Die Berufshaftpflicht wurde schon erläutert.

Für beide Versicherungen zusammen zahle ich rund 150 Euro im Jahr. Ich habe über den BDÜ relativ günstige Policen abgeschossen.
Infos gibt es auf der Homepage des BDÜ (www.bdue.de)
und direkt bei den Versicherungspartnern (http://www.ralfvonderheiden.de/bdue.htm und http://www.mg-denzer.de/startN.htm)

Viele Grüße
Sonja


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Aleksandra Kwasnik  Identity Verified
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Local time: 17:33
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Keine Präzedenzfälle Nov 29, 2005

Einer der Versicherungsherren, mit denen ich anschließend telefoniert habe, hat aus dem Nähkästchen geplaudert und verriet, dass er während seiner 20-jährigen Tätigkeit in der Versicherungsbranche noch nie von einem Fall gehört hätte, in dem ein Übersetzer für einen Übersetzungsfehler haftbar gemacht worden wäre, und dass es für die Versicherungen deswegen schwierig sei, die Beitragshöhe festzulegen.
War sicher nett gemeint, anscheinend war ihm aber nicht ganz klar, dass diese Information nicht gerade förderlich für einen Versicherungsabschluss ist

Hat jemand von euch von einem solchen Fall gehört?

A.

[Edited at 2006-01-20 08:41]


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Christian
Local time: 17:33
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TOPIC STARTER
Präzedenzfälle? Nov 29, 2005

Hallo Sonja,
hallo Aleksandra,

vielen Dank für eure Hinweise. Ich habe auch inzwischen erfahren, dass man weitaus höhere Versicherungsprämien zahlen muss, wenn man solche Versicherungen als "Nicht-Mitglied" abschließen möchte. Na ja, 150 EUR als Kombipaket wäre ja vielleicht noch zu verkraften. Muss ich mir mal überlegen.

Aleksandra, du hast einen sehr interessanten Punkt angesprochen: Mich würde auch interessieren, inwiefern Übersetzer schon von ihrer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung Gebrauch machen mussten. Kennt jemand von euch einen solchen Fall oder handelt es sich hier um eine Versicherung, die man als Übersetzer nicht unbedingt benötigt, weil es in der Praxis höchst selten vorkommt, dass man mit Regressansprüchen konfrontiert wird?

Ich kann mir andererseits schon vorstellen, dass der Kunde sich an den Übersetzer wenden würde, wenn auf Grund eines Fehlers 100.000 Prospekte neu gedruckt werden müssen; an schlimmere Fehler und die Folgen, die daraus entstehen könnten, mag ich gar nicht denken ... Ein Übersetzungsfehler kann ja unter Umständen richtig böse Folgen nach sich ziehen.

Viele Grüße
Christian


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xxxMarc P  Identity Verified
Local time: 17:33
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Berufshaftpflichtversicherung? Nov 29, 2005

Aleksandra Kwasnik wrote:

Einer der Versicherungsherren, mit denen ich anschließend telefoniert habe, hat aus dem Nähkästchen geplaudert und verriet mir, dass er während seiner 20-jährigen Tätigkeit in der Versicherungsbranche noch nie von einem Fall gehört hätte


Solche Fälle sind zwar äußerst selten. Aber:

1. Es gibt sie.
2. Es kommt auch schon mal vor, dass der Versicherer selbst den Schadensanspruch abwehren kann. Dadurch kommen solche "Fälle" gar nicht erst zustande. Insofern kann der Haftfplichtversicherer auch als Rechtschutzversicher fungieren (muss aber nicht). Man könnte sogar meinen, die Rechtschutzverischerungsfunktion sei noch wichtiger als die Haftpflicht selbst.

Marc

P.S. Ich halte die Versuche, jegliche Verantwortung schon im Vorfeld von sich zu weisen, als grundsätzlich falsch. Wenn Übersetzer als vollwertige Fachleute gelten wollen, müssen sie auch lernen, für ihre Arbeit gerade zu stehen.

[Edited at 2005-11-29 11:45]


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Aleksandra Kwasnik  Identity Verified
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Local time: 17:33
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+ ...
Missverstanden Nov 29, 2005

MarcPrior wrote:

P.S. Ich halte die Versuche, jegliche Verantwortung schon im Vorfeld von sich zu weisen, als grundsätzlich falsch. Wenn Übersetzer als vollwertige Fachleute gelten wollen, müssen sie auch lernen, für ihre Arbeit gerade zu stehen.

[Edited at 2005-11-29 11:45]


Marc,
ich weiß nicht, ob sich dein PS auf mich bezog, aber falls es dem so war, dann hast du mich möglicherweise missverstanden, denn ich bin ganz deiner Meinung: es war sicherlich nicht mein Anliegen, vom Abschluss einer solchen Versicherung, die ich für äußerst sinnvoll und angemessen halte, abzuraten (ich habe ja geschrieben, dass ich mir Angebote von diversen Versicherern habe zukommen lassen und vorhabe, eine solche abzuschließen) - ich habe mich lediglich über den Versicherungsmenschen mokiert; gleichzeitig interessiert es mich natürlich auch, ob jemand diese unangenehme Erfahrung machen musste.

A.


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xxxMarc P  Identity Verified
Local time: 17:33
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+ ...
Berufshaftpflichtversicherung? Nov 29, 2005

Aleksandra,

Meine Anmerkung bezog sich auf keinen der bisherigen Beiträge in dieser Rubrik, auch nicht auf Deinen, nicht einmal auf den von Katrin. Ob Katrins Vorstellung durchzusetzen sei, würde ich zunächst mit meinem Versicherer klären wollen.

Marc


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Peter Bouillon  Identity Verified
Germany
Local time: 17:33
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+ ...
Der springende Punkt liegt ganz woanders Nov 29, 2005

Aleksandra Kwasnik wrote:
Einer der Versicherungsherren
rriet mir, dass er während seiner 20-jährigen Tätigkeit in der Versicherungsbranche noch nie von einem Fall gehört hätte, in dem ein Übersetzer für einen Übersetzungsfehler haftbar gemacht worden wäre
War sicher nett gemeint, anscheinend war ihm aber nicht ganz klar, dass diese Information nicht gerade förderlich für einen Versicherungsabschluss ist[/quote]

Das ist auch nicht der springende Punkt. Für die Frage, ob sich eine Versicherung lohnt, ist es ziemlich egal, wie wahrscheinlich der Schadensfall ist.

Die spannenden beiden Fragen sind folgende:

  • Habe ich beim Eintreffen des Schadensfalls genug Geld, um für die Folgen aufzukommen?
  • Zahlt die Versicherung im Schadensfall?


Wenn die Antworten Ja/Nein lauten, brauche ich die Versicherung nicht wirklich. Lauten sie Nein/Ja, brauche ich sie unbedingt.

Eine Reisegepäckversicherung ist typisch für Versicherungen, die kein Mensch braucht. Erstens hat man normalerweise genug Geld, um sich im schlimmsten Fall einen geklauten Koffer nachzukaufen. Und zweitens zahlen die Versicherungsgesellschaften für Reisegepäck so gut wie nie, weil sie alle beliebigen Umstände als schlimme Fahrlässigkeit des Versicherungsnehmers werten.

Eine Haftpflichtversicherung dagegen braucht fast jeder Mensch. Die Schadensfolgen, für die man haftet, können in die Millionen gehen, und so viel Geld hat keiner. Außerdem sind die Haftpflichtversicherungen nicht dafür verrufen, dass sie nie zahlen.

P.


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