Die übliche Vorgehensweise?
Thread poster: Anne Wosnitza

Anne Wosnitza  Identity Verified
Netherlands
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Jan 8, 2007

Hallo zusammen

Mir kommt da was spanisch vor:

Ich habe Kontakt zu einer amerikanischen Agentur, die für ein größeres Projekt (Technik) ein virtuelles Team zusammenstellen will. Nun haben sie folgendes gefragt:

"Do you have references you can send me who can tell me in English about your work for them translating English to German? If so, I will also be sending a small translation sample for you to do, in the next couple of days."

Nachdem ich sagte, dass ich in der Regel keine Kundendaten Preis geben würde kam als Antwort, dass ja nicht nach Daten gefragt würde, sondern ich sollte meinen Kunden fragen, ob er damit einverstanden sei, dass besagte Agentur ihnen eine Mail zum Nachfragen schickt.

Wird klar, was ich meine?

Jedenfalls kam mir dass doch komisch vor und ich frage mich, ob das eine übliche Vorgehensweise ist. Ich bin noch nicht all zu lange im Geschäft und eine solche Anfrage ist mir zum ersten Mal untergekommen...
Hinzu kommt, dass mir erst nach dem Einholen von Referenzen ein Probetext zugeschickt werden würde...

Über eure Meinung hierzu würde ich mich sehr freuen


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Andy Lemminger  Identity Verified
Canada
Local time: 23:21
Member (2002)
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Üblich, aber... Jan 8, 2007

Es ist im Prinzip schon üblich, d.h. manche Agenturen fragen nach Kontaktpersonen.

Dass du darauf nicht eingehen musst, ist auch klar. Meist sind solche Agenturen dann darüber sehr verblüfft oder folgern, dass du noch keine Kunden hast oder deine Kunden mit deiner Arbeit nicht zufrieden waren.

Ich sehe es aber wie du:
Als Dienstleister ist mir nicht daran gelegen, meinen Kunden zusätzliche Arbeit zu schaffen, im Gegenteil, meine Aufgabe besteht darin, meinen Kunden Arbeit abzunehmen. Meine Kunden sind mit Sicherheit nicht daran interessiert, Anfragen über meine Arbeit zu beantworten. Das ist der erste Grund, weshalb ich keine Referenzen mitteile.

Der zweite Grund besteht darin, dass es auch so genannte Agenturen gibt, die nur nach neuen Kunden Ausschau halten und daher auch an Kontaktpersonen interessiert sind.

Viele Grüße

Andy

www.interlations.com


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Anne Wosnitza  Identity Verified
Netherlands
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TOPIC STARTER
Da stimm' ich zu Jan 8, 2007

Andy Lemminger wrote:

Dass du darauf nicht eingehen musst, ist auch klar. Meist sind solche Agenturen dann darüber sehr verblüfft oder folgern, dass du noch keine Kunden hast oder deine Kunden mit deiner Arbeit nicht zufrieden waren.


Hallo Andy!

Nun, ich bin eben immer davon ausgegangen, dass Probetexte dazu dienen, dass sich eine Agentur/ein Kunde ein Bild von meinem Können machen kann. Schließlich besteht ja die Möglichkeit, einen Probetext nach ganz bestimten Kriterien auszusuchen. Dass natürlich der Gedanke auftauchen kann, dass ich gar keine Referenzen habe ist eigentlich fast schon unverschämt, schließlich frage ich bei einer verstopften Toilette auch nicht erst vorherige Kunden des Klempners, ob er das Problem lösen konnte oder nicht - der Vergleich hinkt vielleicht ein bisschen, aber ich fand ihn recht anschaulich


Ich sehe es aber wie du:
Als Dienstleister ist mir nicht daran gelegen, meinen Kunden zusätzliche Arbeit zu schaffen, im Gegenteil, meine Aufgabe besteht darin, meinen Kunden Arbeit abzunehmen. Meine Kunden sind mit Sicherheit nicht daran interessiert, Anfragen über meine Arbeit zu beantworten. Das ist der erste Grund, weshalb ich keine Referenzen mitteile.


Richtig!

Der zweite Grund besteht darin, dass es auch so genannte Agenturen gibt, die nur nach neuen Kunden Ausschau halten und daher auch an Kontaktpersonen interessiert sind.


Das mit dem Abwerben war auch eine Idee, die mir kam, aber ich will ja nicht gleich alle über einen Kamm scheren...

Jedenfalls werde ich wohl ablehnen. Entweder Probetext oder gar nichts...

Anne

[Bearbeitet am 2007-01-08 18:34]


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Herbert Fipke  Identity Verified
Germany
Local time: 07:21
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Der Versuch ist ja nicht strafbar... Jan 8, 2007

... ich sehe es wie Andi.

Eine Agentur, die Referenzen von mir haben möchte - was durchaus legitim ist - wird sich damit begnügen müssen, wenn ich ihr mitteile, für welche Unternehmen ich in der angefragten Thematik bereits tätig war. Auf mehr hat sie keinen Anspruch, schließlich bewerbe ich mich nicht als Angestellter...

So viel Vertrauen sollte schon möglich sein - sonst ist die Kooperation ohnehin über kurz oder lang zum Scheitern verurteilt.
Als Auftragnehmer muss ich ja auch darauf vertrauen, dass ich nach Abschluss der Arbeit bezahlt werde. Denn auch ein Blue Board - so geschätzt und hilfreich diese Einrichtung auch ist - gibt mir keine Garantie, dass tatsächlich bezahlt wird.

Natürlich versucht jeder Marktteilnehmer, sein Risiko möglichst zu minimieren. Aber letztlich werden wir alle immer wieder dazu gezwungen sein, einen Vertrauensvorschuss zu leisten, wenn wir mit einem neuen Partner zusammengehen. Und was für uns gilt, gilt uneingeschränkt auch für die Auftraggeber - ob Agentur oder Direktkunde.


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Annette Heinrich  Identity Verified
Local time: 07:21
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Länderspezifisch? Jan 9, 2007

Ich habe in meiner Bewerbungszeit vor allem mit britischen Agenturen die Erfahrung gemacht, dass nach Referenzpersonen gefragt wurde. Daher denke ich, dass dies in gewissen Ländern durchaus üblich ist - aber nicht in denen, wo meine Kunden sich hauptsächlich befinden. Daher habe ich solche "Nachforschungsversuche" abgelehnt. Wie Andy schreibt, würden sich meine guten Kunden durch solche Anfragen wohl eher belästigt fühlen oder sogar den Eindruck gewinnen, ich müsse händeringend neue Kunden suchen.

Mit dem Zusenden von Referenztexten bin ich ebenfalls vorsichtig (Stichwort Geheimhaltung). Allerdings habe ich gute Erfahrungen gemacht, wenn ich stattdessen das Anfertigen einer kurzen (!) Probeübersetzung angeboten habe. Damit wird garantiert niemandem auf den Schlips getreten und ich konnte über diese Schiene so manchen treuen Kunden gewinnen.


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Anne Wosnitza  Identity Verified
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TOPIC STARTER
Da stimm' ich auch zu Jan 9, 2007

Mit dem Zusenden von Referenztexten bin ich ebenfalls vorsichtig (Stichwort Geheimhaltung). Allerdings habe ich gute Erfahrungen gemacht, wenn ich stattdessen das Anfertigen einer kurzen (!) Probeübersetzung angeboten habe. Damit wird garantiert niemandem auf den Schlips getreten und ich konnte über diese Schiene so manchen treuen Kunden gewinnen.


Ich denke auch, dass das die beste Methode ist. Wie gesagt, die Agentur hat hat die Möglichkeit, einen Probetext nach solchen Kriterien auszusuchen/zu erstellen, dass sie aus der Übersetzung breits ersehen kann, ob ich qualifiziert bin oder nicht. Ich persönlich halte das auch für sinnvoller...

[Bearbeitet am 2007-01-09 14:15]


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