Akademische Übersetzerprüfung
Thread poster: Senator E.h. Reinold Skrabal
Senator E.h. Reinold Skrabal
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May 1, 2007

Hallo allerseits,

die Zahl derjenigen, die mit BWL „nichts am Hut“ haben und die akademische Übersetzerprüfung am liebsten nur in ihrem Wunschfachgebiet (z.B. Medizin / Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Psychologie, Jurisprudenz, Technik, Politik etc.) absolvieren wollen, steigt.

Die Staatl. Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) bietet diesem Interessentenkreis deshalb ab dem Prüfungstermin Februar 2008 die Möglichkeit, die akademische Fachübersetzerprüfung in den Sprachen En – Fr – Sp und Ital. o h n e BWL und nur in e i n e r (Wunsch-)Fachrichtung abzulegen, in der eine mehrjährige intensive translatorische Tätigkeit nachgewiesen werden kann. Die Prüfungsordnung wird entsprechend ergänzt. Die zwei allgemeinsprachlichen Teile (hin und her) bleiben bestehen.

Wer z.B. „Medizin“ wählt, wird im schriftlichen und mündlichen Teil je zweimal (hin und her) in diesem Fach geprüft und kann seine Fachgebiets-Qualifikation mit vier einschlägigen Teilprüfungen eindeutig unter Beweis stellen. Die Abschlussbezeichnung lautet in diesem Fall: „Akademisch geprüfte(r) Fachübersetzer/in HfWU, Fachrichtung Medizin“. Das Siegel der Hochschule trägt das Hoheitszeichen (Landeswappen) von Baden-Württemberg!

Möglich sind natürlich auch zwei Fachgebietskombinationen wie z.B. Jus/Technik, Medizin/Technik, Recht/Medizin, Medizin/Biochemie, Chemie/Pharmakologie, Medizin/Biologie, Europäische Sozialpolitik/Geisteswissenschaften, Chemie/Technik, Recht/Politik oder in anderen Kombinationen (jeweils ohne BWL), aber auch – nach wie vor - BWL mit einem der vorgenannten Gebiete. In der akademischen Prüfungsurkunde werden dann z w e i Fachrichtungen bescheinigt. Die Außenwirkung wird dadurch erhöht, die Fachgebietskompetenz erweitert dargestellt.

Bei den Staatlichen Prüfungsämtern kann z.B. das Fachgebiet „Naturwissenschaften“ nur „global“ gewählt werden. Sonderwünsche bzw. Vertiefungsrichtungen wie Biochemie, Medizin, Pharmakologie, Chemie, Biologie etc. werden in der Regel nicht berücksichtigt. Auch hier geht die HfWU neue Wege.

Wird die akademische HfWU-Prüfung vom BDÜ anerkannt? Ja, das Zulassungsverfahren durch die Bundesaufnahmekommission des BDÜ (Prof. Dr. Daum) und den BDÜ-Vorstand ist bereits seit längerer Zeit abgeschlossen. Die erfolgreichen HfWU-Absolventen werden vom BDÜ als Mitglieder aufgenommen!

Absolventinnen und Absolventen, die sich nach bestandener Prüfung als Übersetzer/in für gerichtliche Zwecke beeidigen bzw. ermächtigen lassen wollen, bieten wir zusätzlich ein „Fachzertifikat Gerichts- und Behördenterminologie für Übersetzer/innen, Dolmetscher/innen und Mitarbeiter/innen in Anwaltskanzleien“ zum Nachweis einschlägiger Kenntnisse an, unterzeichnet von einem Prof. Dr. jur. und Richter am Landgericht. Vorbereitungsliteratur im Zivil- und Strafrecht zum Selbststudium (!) wird von uns benannt (siehe Merkblatt unter Nr. 5 – Rubrik „Akademische Sprachenzeugnisse“ der nachfolgenden Website).

Gruß
Senator E.h. Univ.-Lektor Reinold Skrabal
Vorsitzender der akademischen Fachsprachen-Prüfungsausschüsse
www.reinoldskrabal.de - reinold.skrabal@t-online.de


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Endre Both  Identity Verified
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Member (2002)
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Ein Hoch auf die Innovation May 1, 2007

»Akademische Prüfung« (mit Landeswappen), »Fachzertifikat« (mit echter Richterunterschrift) – Hut ab.

Endre

[Bearbeitet am 2007-05-01 20:39]


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Karin R  Identity Verified
Peru
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Member (2006)
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Ûbersetzerprûfung May 2, 2007

Klingt ja recht interessant.
Wie sieht es denn da mit den Prûfungsvoraussetzungen aus.
z.B. fûr externe Prûflinge.
Und gibt es eine web-Seite mit weiteren Details.

Viele Grûsse

Karin


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Senator E.h. Reinold Skrabal
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Übersetzerprüfung May 2, 2007

Hallo Karin,

als ausgebildete Ärztin mit einer translatorischen Berufserfahrung von mindestens 5 Jahren werden Sie zur externen Prüfung mit den Fachgebieten "Medizin" und "Recht" in Spanisch oder Englisch zugelassen.

Details finden Sie auf meiner Website www.reinoldskrabal.de unter "Akademische Sprachenzeugnisse" (Merkblatt, Zeugnismuster und Prüfungsordnung).

Freundliche Grüße nach Peru
Reinold Skrabal


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Ralf Lemster  Identity Verified
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Kein Hinweis auf der Website der HfWU? May 2, 2007

Guten Abend, Herr Skrabal,
auf der Website der HfWU Nürtingen-Geislingen konnte ich keinen Hinweis auf die genannten Prüfungen feststellen. Wo finde ich dort bitte detailliertere Informationen?

Danke und Gruß
Ralf Lemster


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Stephanie Wloch  Identity Verified
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Member (2003)
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Weiterbildung Kurse : der Link May 2, 2007

Ralf Lemster wrote:
Guten Abend, Herr Skrabal,
auf der Website der HfWU Nürtingen-Geislingen konnte ich keinen Hinweis auf die genannten Prüfungen feststellen. Wo finde ich dort bitte detailliertere Informationen?Danke und Gruß
Ralf Lemster

Hi Ralf, mehr Infos und PRüfungsgebühren stehen hier:
http://www.hfwu.de/weiterbildung/kurse/sp_auto_20193.shtml
Ganz unten steht dann:
Informationen und Beratung (vorzugsweise telefonisch) oder “Studien- und Prüfungsmerkblatt“ mit FAQ’s anfordern bei: (siehe dort)
Schönen Abend noch!
Steffi


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Ralf Lemster  Identity Verified
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Danke! May 2, 2007


Hi Ralf, mehr Infos und PRüfungsgebühren stehen hier:

Danke, Steffi - hatte mich gewundert, warum die Infos "nur" auf einer privaten Site verfügbar waren.

Merci & LG Ralf


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Senator E.h. Reinold Skrabal
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Akademische Übersetzerprüfung May 3, 2007

Hallo allerseits,

nachstehend noch einige Hintergrundinformationen:

Mit der Durchführung der akademischen Fachübersetzerprüfung hat die HfWU Nürtingen (derzeit 4000 Studierende, 22 wissenschaftliche Studiengänge, staatliche Hochschule) ihre 2003 gegründete Weiterbildungsakademie WAF (An-Institut der Hochschule) beauftragt, die mich als Prüfungskoordinator und Vorsitzenden der akademischen Fachsprachen- und Außenwirtschafts-Prüfungsausschüsse einsetzte.

Aus Platzgründen bat man mich, die sehr umfangreiche Dokumentation auf meiner privaten Website zu platzieren (ich bin seit 15 Jahren Lehrbeauftragter an der HfWU und im Besitz eines wissenschaftlichen Lehrgutachtens einer deutschen Universität, Fakultät für Pädagogik).

Als vom Rektor der HfWU (University of Applied Sciences – Université des Sciences Appliquées) bestellter Lehrbeauftragter im Rahmen des gesetzlich vorgeschriebenen Weiterbildungsauftrags der Hochschule „bereite ich ordnungsgemäß auf berufsqualifizierende, fachsprachlich und außenwirtschaftsorientierte Abschlüsse vor“ (Wortlaut der Urkunde). Diese Prüfungen stehen unter der wissenschaftlichen Leitung des Prorektors Prof. Dr. oec. Dipl.-Kfm. Werner Ziegler.

Die HfWU-Fachübersetzerprüfung ist 2006 vom BDÜ (Bundesaufnahmekommission, Prof. h.c. Dr. jur. Daum) und vom Vorstand anerkannt und von der Vizepräsidentin Antje Kopp (München) ausdrücklich begrüßt worden. Die erfolgreichen HfWU-Absolventinnen und –Absolventen werden vom BDÜ als Vollmitglieder mit dem Recht zur Führung des Verbandsemblems aufgenommen.

Hier eine Stimme aus der Praxis (Französisch-Absolventin mit 10-jähriger Berufspraxis Fachr. Medizin):

Sehr geehrter Herr Senator Skrabal,

nach Abschluss meiner akademischen Fachübersetzerprüfung Französisch an der Fakultät III der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen möchte ich mich nochmals für die professionelle und zügige Abwicklung bedanken. Auch mit den Noten bin ich sehr zufrieden.

„Wichtig für mich war, dass eine akademische Prüfung dieser Art nun überhaupt angeboten wird, denn die von mir bereits im Vorfeld absolvierte staatliche Übersetzerprüfung beim Staatl. Prüfungsamt Saarbrücken ist in Frankreich leider nicht aussagefähig genug und kann – im Gegensatz zu dieser neuen akademischen Prüfung – abschlussmäßig schlecht eingeordnet werden. Direktkunden sind daher häufig verunsichert und französische Agenturen akzeptieren inzwischen leider oft nur noch Hochschulabsolventen. Auch die Möglichkeit, bei dieser Prüfung eine Fremdsprache mit zwei Fachgebieten zu verbinden, erschien mir von Anfang an interessant und überaus praxisnah.

Staatlich geprüften Übersetzern, die gerne noch einen Schritt weiter gehen möchten, hat diese Prüfung also selbst nach mehrjähriger Berufserfahrung noch etwas zu bieten.

Mit der Einführung des akademischen Prüfungsangebots ist es Ihnen gelungen, eine Lücke zu schließen, und Sie haben dabei die Wirkung von Abschlüssen auch auf internationaler Ebene sehr wohl bedacht.

Die Kommentare, auch von Seiten meiner Kunden, fallen durchweg positiv aus, und ich selbst bin froh, dass ich diesen Weg gegangen bin, auch wenn die Prüfung alles andere als leicht war.“

Freundliche Grüße
G. L.
Akademisch geprüfte Fachübersetzerin (HfWU) Französisch, Fachr. Wirtschaft und Medizin (Staatl. Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen“ – März 2006)

< = Diplôme d’Université de Traducteur Spécialisé de l’Université des Sciences Appliquées de Nürtingen-Geislingen, Allemagne>


Mail-Nachtrag der Absolventin G.L. (30.04.07), Fachübersetzerabschluss Französisch 2006

Sehr geehrter Herr Skrabal,

zuerst einmal eine kurze Rückmeldung, die Sie vielleicht freuen wird: Ich bin nun seit einem Jahr beruflich wirklich ausgelastet und habe das unter anderem wohl auch Ihrer Fachübersetzerprüfung zu verdanken, die ich letztes Jahr in Geislingen und Nürtingen abgelegt habe. Es hat sich also zumindest in meinem Fall gelohnt, und das wollte ich Ihnen nicht vorenthalten!

Eigentlich hatte ich ja nicht geplant, weitere Prüfungen abzulegen, aber da ich gerne noch meinen Horizont etwas erweitern und als Übersetzerin auch eine gewisse Polyvalenz nachweisen möchte, überlege ich mir schon seit einiger Zeit, ob sich nicht doch noch das Zertifikat "Gerichts- und Behördenterminologie" für mich lohnen würde und ob es mir gelingt, das Ganze nebenberuflich durchzuziehen.

Vielleicht könnten Sie mir bei meiner Entscheidung behilflich sein und mir dazu ein paar Fragen beantworten? (...)


Zur Prüfung werden auch Berufspraktiker/innen mit mehrjähriger (!) intensiver Übersetzungspraxis zugelassen, auch wenn sie bisher noch keine Gelegenheit zum einem formalen Abschluss hatten. Wichtig ist vor allem die Beherrschung der Übersetzungstechnik. Die Sprachkenntnisse in Deutsch und Fremdsprache sollten dem Niveau C2 des Europäischen Konferenzrahmens entsprechen.

Weitere Absolventenurteile können per E-Mail bei mir angefordert werden.

Freundliche Grüße aus Göppingen
Reinold Skrabal


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Ralf Lemster  Identity Verified
Germany
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Dankeschön! May 3, 2007

Vielen Dank, Herr Skrabal.

Freundliche Grüße
Ralf Lemster


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Trans-Marie
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Hochschulabsolvent? May 4, 2007

http://lexikon.meyers.de/meyers/Akademiker

Hochschulabsolvent, Person mit abgeschlossener Hochschulbildung.

In dieser Definition sind zwei Voraussetzungen enthalten, und zwar

a) Hochschul*bildung* und

b) Abschluss dieser Hochschulbildung.

Wenn ich den Begriff „Hochschulabsolvent“ höre, verbinde ich damit eine Person, die einen anerkannten Studiengang an einer Hochschule absolviert und abgeschlossen hat. Anerkannte Studiengänge umfassen in der Regel ein mehrjähriges Vollzeitstudium mit entsprechenden Nachweisen, die während des Studiums zu erbringen sind sowie Abschlussprüfungen, etc. Dies führt zu einem Hochschulabschluss/Fachhochschulabschluss bzw. Universitätsabschluss.

In dem von Ihnen verwendeten Brief einer Schülerin heißt es, französische Agenturen akzeptierten oft nur Hochschulabsolventen und sodann wird gesagt, die Kunden nähmen den neuen Abschluss durchweg positiv auf. Daraus ergibt sich für mich der Schluss, dass die Agenturen glauben, es handele sich bei dem Bewerber um einen Hochschulabsolventen.

So wie ich es verstehe, handelt es sich um eine Prüfung ohne Hochschulstudium oder verstehe ich da was falsch? Oder wird man eventuell per Definition in den Hochschulbestimmungen oder aufgrund Gesetz Hochschulabsolvent nach dieser Prüfung?


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Senator E.h. Reinold Skrabal
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Akademiker May 4, 2007

Nach 15-jähriger Lehrtätigkeit an in- und ausländischen Hochschulen und Universitäten weiß ich durchaus, was ein Hochschulabschluss ist.

Mit einem externen Übersetzerabschluss soll nicht nachgewiesen werden, w a r u m der Absolvent übersetzen kann, sondern d a s s er es kann. Wir lassen ja keine Anfänger zur Prüfung zu, sondern gestandene Praktiker mit vorangegangener Fachausbildung oder mehrjähriger Praxis.

Was tatsächlich zählt, ist das berufliche KÖNNEN, alles andere (wie Titel etc.) ist ein Streit um des Kaisers Bart und unsägliche Erbsenzählerei.


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Marinus Vesseur  Identity Verified
Canada
Local time: 01:11
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Eine gute Sache May 4, 2007

Senator E.h. Reinold Skrabal wrote:
Was tatsächlich zählt, ist das berufliche KÖNNEN, alles andere (wie Titel etc.) ist ein Streit um des Kaisers Bart und unsägliche Erbsenzählerei.

Vielen Dank für die Informationen. Der ein oder andere wird sich vielleicht erinnern, dass ich, nachdem ich die Staatliche Übersetzerprüfung geschafft hatte, gedacht habe, ich wäre Diplomübersetzer. Dem war nicht so und die Enttäuschung war groß, denn gewisse Agenturen haben meinen Abschluss nicht anerkannt.
Hier wird denjenigen unter uns, mich eingeschlossen, die glaubten der akademische Abschluss sei in diesem Leben nicht mehr zu schaffen, die nachträgliche Möglichkeit doch noch geboten.
Das gefällt mir, obwohl ich hier in Kanada wohl kaum davon Gebrauch machen werde.
Obwohl!?
Muss man eigentlich in Deutschland Wohnhaft sein um zugelassen zu werden?
Was wären wohl die zu erwartenden Kosten?

Mit freundlichem Gruß, Marinus

[Bearbeitet am 2007-05-04 16:12]


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Trans-Marie
Local time: 09:11
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Fachliches Können ist sicherlich der wichtigste Punkt May 4, 2007

Selbstverständlich kommt es auf das Können an (und nicht etwa auf Landeswappen oder Unterschriften von einem Dr. jur.) und auch ich finde, dass es eine gute Sache ist. Eine ganz fachspezifische Prüfung ist nach m. M. überfällig und eine Prüfung gerade im medizinischen Bereich anzubieten, halte ich für eine sehr gute Idee. Auch habe ich keinen Zweifel daran, dass nur geeignete Kandidaten ausgewählt werden und die Prüfung ein sehr hohes Niveau hat.

Mein Punkt bezog sich nicht darauf, dass ein Abschluss ohne Hochschulausbildung angeboten wird.

Das Institute of Linguists bietet seit Jahren sehr erfolgreich Abschlüsse an, die man ohne den Nachweis einer Hochschulausbildung machen kann. Diese Prüfungen sind weltweit aufgrund ihres sehr hohen Niveaus anerkannt.

Die französischen und auch andere Agenturen sehen das offenbar teilweise zumindest nach den Erfahrungen der Schülerin von Herrn Skrabal und den leidlichen Erfahrungen von Marius anders. Mein Hinweis bezog sich lediglich darauf, dass ein Problem dann entsteht, wenn die Agentur glaubt, es handele sich um einen Hochschulabsolventen (mit mehrjähriger Hochschulausbildung) und dies aber nicht der Fall ist.

Es ist sicherlich ärgerlich, wenn eine Agentur einen hervorragenden Übersetzer ablehnt, nur weil er kein Diplomübersetzer oder dergleichen ist.


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Senator E.h. Reinold Skrabal
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Akademische Übersetzerprüfung May 7, 2007

Hallo Marinus,

die Ausbildungsinhalte der Abschlussrichtungen "Staatl. gepr., akademisch geprüfter bzw. diplomierter Übersetzer" unterscheiden sich in den translatorischen Kernkompetenzen und im Schwierigkeitsgrad eigentlich so gut wie nicht. Sobald der Absolvent bzw. die Absolventin jedoch grenzüberschreitend tätig wird, stellt er/sie fest, dass die gute alte deutsche, niveaumäßig hochstehende Übersetzerprüfung an den staatlichen Prüfungsämtern der Kultusministerien in den meisten anderen Ländern lediglich als schulische Ausbildung gewertet wird, während ein akademischer Abschluss die Marktakzeptanz und Außenwirkung im globalen Kontext erhöht, gefordert bzw. erwartet wird.

Dies war der eigentliche Grund für die Einführung dieser neuen externen Prüfung (praxisnahe und bedarfsgerechte Gestaltung der Prüfungsangebote), um die Anerkennung derjenigen Kolleginnen und Kollegen zu erleichtern, die sonst zusätzlich vier bis fünf Jahre die Schulbank für einen akademischen Abschluss drücken müssten, dabei aber nichts Neues lernen, wenn sie im Beruf bereits viele Jahre lang in Vollzeit (!) erfolgreich tätig sind.

Um zur HfWU-Prüfung zugelassen zu werden, muss man nicht in Deutschland wohnhaft sein. Die Prüfung selbst findet am Sitz der Hochschule in Nürtingen oder Geislingen statt, und zwar immer in der zweiten Februarhälfte, wenn bei uns auch die Bachelor- und Masterprüfungen in 22 wissenschaftlichen Studiengängen abgenommen werden. Die Einrichtung eines Prüfungszentrums in überseeischen Gebieten wäre natürlich auch eine Lösung ...

Die Prüfungsgebühr von 580 € (MWST-frei) ist nur ein Bruchteil dessen, was man für ein akademisches Vollstudium bezahlen müsste. Vor der Prüfung findet mit jedem Kandidaten ein ausführliches Prüfungsgespräch statt, insbesondere hinsichtlich der gewünschten Fachrichtung, wobei hier auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen bestmöglich auf die Wünsche des Prüflings eingegangen wird..

Bezüglich der translatorischen Kernkompetenzen gleichen wir uns genau dem Prüfungsprofil der deutschen Hochschulen und Universitäten an und sind hinsichtlich der Zweitsprache sogar noch strenger: Hier sind absolut die gleichen Leistungen wie in der Erstsprache zu erbringen, was bei manchen deutschen Universitäten leider nicht der Fall ist, weil sie in der Zweitsprache nur allgemeinsprachliche Übersetzungen verlangen.

LG und einen guten Start in die Woche .... Reinold Skrabal


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Senator E.h. Reinold Skrabal
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Agenturen May 7, 2007

Hallo MV,

"Mein Hinweis bezog sich lediglich darauf, dass ein Problem dann entsteht, wenn die Agentur glaubt, es handele sich um einen Hochschulabsolventen (mit mehrjähriger Hochschulausbildung) und dies aber nicht der Fall ist."

Wenn, wenn, wenn ... Der „Glaube der Agenturen“ ist wohl der allerletzte Maßstab für gute Leistungen. Wer glaubt, dass ein Geschäftsführer ein Geschäft führen kann, der glaubt auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet. Ich glaube nur an den Glauben an mich selbst. Wo liegt das Problem, wenn der Rektor einer Staatl. Hochschule einem bereits fachlich einschlägig vorgebildeten bzw. einem durch langjährige Praxis gleichgestellten Absolventen nach einer externen achtteiligen akademischen, unter wissenschaftlicher Leitung stehenden Hochschulprüfung, die berufsqualifizierende Bezeichnung eines akademisch geprüften Übersetzers zuerkennt? Vergessen Sie nicht, dass die deutschen Hochschulen seit einiger Zeit einen sehr weiten Gestaltungspielraum haben. Tatsachen sind zu akzeptieren, nicht zu zerreden, schon gar nicht von Übersetzungsagenturen.

Ich habe einmal eine Deutsch-Italienisch-Übersetzung im Sachfach „Recht“ einer Uni-Absolventin (Mainz-Germersheim) gesehen, die so „hundsmiserabel“ war, dass mir der Atem stockte. Die betreffende Absolventin würde aber auf Grund ihres „Papiers“ von jeder Agentur sofort akzeptiert werden. Beispiele dieser Art könnten beliebig fortgesetzt werden. Forget it!
Hinter diesen Agenturen verbergen sich manchmal die seltsamsten Gestalten, die oft selbst keine Ü-Fachausbildung haben; ich möchte nicht weiter darauf eingehen.

Ein „akquisesicherer“, im Kaufmännischen und im Management erfahrener Übersetzer (männliche gleich weibliche Form) wird nach meinen Erfahrungen ohnehin nur in den ersten Jahren für so genannte „Agenturen“ arbeiten, um erste Erfahrungen zu sammeln (von den Profis, die ich kenne, Ingenieure, Betriebswirte etc., tut das keiner mehr, sie arbeiten alle nur noch für handverlesene Privatkunden).

Bezüglich IoL-Prüfung: Ich habe mir deren Website mal angesehen. Einigermaßen akzeptabel scheint das Niveau ab DipTrans zu sein, aber eine mündliche Prüfung ist offensichtlich gar nicht vorgesehen (???), auch eine Prüfungsordnung habe ich nicht gefunden. Ersichtlich ist auch nicht, ob bei diesem Examen die Prüfungsinhalte allgemein- und fachsprachliche Übersetzungen Deutsch Fremdsprache Deutsch umfassen, bei e i n e m Fachgebiet also 4 Prüfungsteile, bei zwei Fachgebieten acht, zuzüglich je zwei mündliche Fachgebietsprüfungen. Insofern dürfte die DipTrans-Prüfung bei weitem nicht dem Niveau der deutschen staatlichen Übersetzerprüfung entsprechen, was „weltweit“ natürlich niemanden interessiert und international gesehen auch völlig unerheblich ist. Von einiger Bedeutung wäre dies nur, wenn die betreffenden Absolventen in Deutschland die Beeidigung bei den Gerichten beantragen. Berücksichtigen Sie bitte, dass in Deutschland auch von den Dolmetschern schriftliche, allgemeinsprachliche Übersetzungsleistungen Deutsch Fremdsprache Deutsch und von den Übersetzern mündliche Prüfungsleistungen hin und her verlangt werden mit der Folge, dass die Ausbildungs- und Prüfungsinhalte genau miteinander verglichen werden.

In Süddeutschland sind die Anforderungen – wie bereits allseits bekannt – besonders hoch.
Ein hiesiges Prüfungsamt hat z.B. das Uni-Diplom einer Absolventin der „Scuola Superiore per Interpreti e Traduttori“ (= Hochschule) hier nur als „Zertifikat“ anerkannt, weil die Absolventin Deutsch/Italienisch nur in einer Sprachrichtung nachweisen konnte.

Diese Gleichstellungsfragen sind zwar lästig, aber zu Vergleichszwecken durchaus sinnvoll. Sie feiern auch in anderen Berufen (!) nach wie vor „fröhliche Urständ“, weil jedes Land seine Interessen eifersüchtig wahrt. Wir haben hier sogar eine „Zentralstelle für ausländisches
Bildungswesen“, das vergleichende Gutachten in Ausbildungsfragen erstellt, aber nur für staatliche Behörden, nicht für Privatpersonen.

Mich interessieren diese Fragen besonders deshalb, weil ich als Sachverständiger und Fachgutachter immer wieder aufgefordert werde, vergleichende Gutachten zu verfassen.
Wie z.B. gestern, weil einer staatl. gepr. Fremdsprachenkorrespondentin dieser Abschluss von einer Hochschule wider besseres Wissen nicht als Berufsausbildung, sondern nur als Zusatzqualifikation angerechnet wurde, mit der Folge, dass ihr der gewünschte Studiengang verweigert wird.

Sollten Sie mich also bezüglich der IoL-Prüfungen eines Besseren belehren können, dann tun Sie das bitte, ich bin durchaus lernfähig, um nicht zu sagen wissbegierig. Ich hätte auch gern die Kopie eines DipTrans-Zertifikats, selbstverständlich mit geschwärzten Namen, um anhand der bescheinigten Fächer (und nicht etwa nur pauschaler Angaben) das Niveau eindeutig erkennen zu können. Ist dort draußen in der großen weiten Welt eine Kollegin oder ein Kollege, die/der mir diesen Wunsch (auch anonym) erfüllen könnte? Ich bedanke mich schon jetzt ganz herzlich dafür.

LG, Reinold Skrabal



[Bearbeitet am 2007-05-08 02:39]


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