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Kleinunternehmer-Regelung
Thread poster: Nils Kohlmann

Nils Kohlmann  Identity Verified
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May 19, 2007

Hallo allerseits,

ich möchte mal fragen, ob sich hier auch noch jemand befindet, der sich für die "Kleinunternehmer"-Option entschieden hat?
Bisher raten mir fast alle Übersetzer dazu, auf diese Regelung zu verzichten und Mehrwertsteuer zu berechnen, da ich so ja auch alle meine Ausgaben "absetzen" könne. Das verstehe ich zwar, erscheint mir aber nur für jemanden sinnvoll, der pausenlos übersetzt und dementsprechende Umsätze erwirtschaftet. Ich hingegen arbeite als Übersetzer(unfreiwilligerweise) nur zum kleineren Teil und habe daher auch nur sehr kleine Umsätze, aber eben auch ebenso geringe Ausgaben. Wieso sollte ich mich nun angesichts dieser Tatsachen der Mehrwertsteuer-Prozedur unterwerfen?

Liege ich richtig? Oder habe ich vielleicht etwas Wesentliches übersehen?
Ich bin für alle Tipps dankbar!
Nils


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erika rubinstein  Identity Verified
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Ein weiterer Vorteil, keine MwSt. einzunehmen ist, May 19, 2007

wenn man Aufträge von staatlichen Behörden hat. Mit MwSt. ist man für sie automatisch 19 % teurer. Wenn man nicht zu viel verdient, würde ich es nicht tun.

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Katrin Suchan  Identity Verified
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aus der Sicht von Firmenkunden May 19, 2007

Hallo,

Eure Argumente sind im Grunde richtig. Gerade für Privatkunden, die beispielsweise beglaubigte Urkunden-Übersetzungen benötigen (und ohnehin schon über die Kosten stöhnen...), ist es ein Vorteil, wenn sie keine Mehrwertsteuer bezahlen müssen.

Firmenkunden sind dagegen eventuell skeptisch, denn sie ziehen aus der Tatsache, dass man Kleinunternehmer ist, möglicherweise den Schluss, dass der Übersetzer auch weniger Erfahrung hat.

Insofern kann es sein, dass man den ein oder anderen Auftrag aus diesem Grund nicht bekommt.

Schöne Grüße,
Katrin


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Capesha  Identity Verified
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ich auch! :-) May 19, 2007

Hallo Nils,

auch ich habe mich für diese Option entschieden.

Ich übersetze nebenberuflich und möchte nicht mehr Papierkram/Aufwand haben, als notwendig.

Vorsteuer kann ich nun nicht absetzen - aber was benötigt man schon, bzw, was hat man an Betriebsausgaben? Eher wenig, oder?

Die meisten Kunden habe ich aus dem Ausland, die stören sich nicht an meiner Lösung. Und die Privatkunden freuen sich über niedrigere Preise.
Ich mache damit auch sicher keine Preise kaputt, da die hauptberuflichen Übersetzer ganz andere Mengen an Aufträgen annehmen können und damit eine andere Klientel haben.


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Steffen Pollex  Identity Verified
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Das ist schon alles mehrfach diskutiert worden May 19, 2007

z.B. hier:

http://www.proz.com/topic/35457


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Steffen Pollex  Identity Verified
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Das ist für mich kein Argument May 19, 2007

Capesha wrote:

Hallo Nils,

auch ich habe mich für diese Option entschieden.

Ich übersetze nebenberuflich und möchte nicht mehr Papierkram/Aufwand haben, als notwendig.


Ob nun Kleinunternehmer oder nicht - Buchführung muss man doch sowieso machen, ob nun mit oder ohne USt.

Der "Papierkram" beschränkt sich auf 2 Seiten pro Quartal (UST-VA) und eine USt-Erklärung am Jahresende. Diekann man, wenn man eine gescheite Buchführung hat, in einer Viertelstunde erstellen.

Und Betriebsausgaben hat man als Übersetzer durchaus, besonders in der ersten Zeit.

Aber muss natürlich jeder selbst wissen. Es gibt da keinen "guten" oder "schlechten" Rat.


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Capesha  Identity Verified
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jedem das Seine May 20, 2007


Ob nun Kleinunternehmer oder nicht - Buchführung muss man doch sowieso machen, ob nun mit oder ohne USt.

Der "Papierkram" beschränkt sich auf 2 Seiten pro Quartal (UST-VA) und eine USt-Erklärung am Jahresende. Diekann man, wenn man eine gescheite Buchführung hat, in einer Viertelstunde erstellen.

Und Betriebsausgaben hat man als Übersetzer durchaus, besonders in der ersten Zeit.

Aber muss natürlich jeder selbst wissen. Es gibt da keinen "guten" oder "schlechten" Rat.


Naja, ich hatte früher mal eine "Gartenpflege" angemeldet. Da sah ich es noch ein, weil ich in viele Geräte investiert habe.
Aber gerade beim Übersetzen sehe ich die Betriebsausgaben als nicht so hoch an.
Ich weiß nicht, wie das Finanzamt reagieren würde, wenn ich z.B. 10.000 euro umsetze und mir für 20.000 Euro einen "Firmenwagen" kaufe, von dem ich die Vorsteuer abziehen möchte.
Für mich persönlich ist es einfach der simplere Weg im Umgang mit dem Finanzamt.

Aber wie du schon sagst: jedem das Seine.


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xxxPielm
Local time: 22:07
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Kleinunternehmer May 20, 2007

Hallo,

als Kleinunternehmer reicht es aus, einmal jährlich Deine Unterlagen für die Gewinnermittlung und Einkommensteuererklärung an den Steuerberater zu geben.

Wenn Du keine größeren Anschaffungen hast, ist das in Deinem Fall wahrscheinlich die bessere Lösung (siehe Argumente der Vorredner). Außerdem sparst Du die monatlichen Buchhaltungskosten bzw. Kosten für die Erstellung der Umsatzsteuervoranmeldungen und die Umsatzsteuererklärung (falls Du ansonsten alles beim Steuerberater machen lassen würdest).

Grüße
Elke


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Nils Kohlmann  Identity Verified
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tja... May 20, 2007

Dankeschön erst mal für die Antworten...
Ja, ich kann mir schon vorstellen, dass man als ausgewiesener "Kleinunternehmer" u.U. auch für weniger professionell gehalten wird.
Allerdings gilt das sinnigerweise ja auch nur, wenn man Aufträge bekommt - und warüm soll man 0,00 EUR in seine monatliche Vorsteuererklärung schreiben, wie das immer wieder vorkommt?
Ich glaube, das ist das Dilemma so einiger Übersetzer, die am Anfang (oder Ende!) ihrer Freiberuflerkarriere stehen.
Ich werde den Gedanken nicht los, dass ein Minimum an Umsatz vorhanden sein sollte, um eine Steuererklärung abzugeben... War das denn bei den "gestandenen" Übersetzern einmal anders?

Viele Grüße


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xxxMaren Paetzo  Identity Verified
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noch ein Kleinunternehmer... May 20, 2007

....hallo..
natuerlich haengt es vor allem vom Auftragsvolumen ab....
ich hatte keine weiteren Anschaffungen zu taetigen, da die "Zutaten" fuer ein kleines Buero vorhanden waren, habe zur Zeit vor allem mit mir gut bekannten Direktkunden zu tun (daher kein Problem der eventl. unterstellten Unprofessionalitaet) und bin somit bis zum Ueberschreiten des Limits vorerst Kleinunternehmer. In meinem Fall ist das vorteilhaft. Allerdings haengt das meiner Meinung nach immer von mehreren Faktoren ab, und man kann bestimmt am besten mit seinem Steuerberater abwaegen welche Loesung sinnvoll ist...
buona settimana,
gruesse
maren


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Ruta Peter  Identity Verified
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hier noch ein Link... May 22, 2007

... von mir (sorry).
Wie man sieht, stehe ich der Kleinunternehmerregelung kritisch gegenüber, da ist aber aber auch ausführlich geschildert, warum. Vielleicht hilft´s bei der eigenen Entscheidungsfindung.

http://www.tw-h.de/wiki/index.php?title=Kleinunternehmerregelung__ja_oder_nein?

schöne Grüße

Joachim Peter


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Steffen Pollex  Identity Verified
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Bitte? May 22, 2007

Pielm wrote:

Hallo,

als Kleinunternehmer reicht es aus, einmal jährlich Deine Unterlagen für die Gewinnermittlung und Einkommensteuererklärung an den Steuerberater zu geben.


Das reicht auch für einen Nicht-Kleinunternehmer aus, wenn man überhaupt einen Steuerberater durchfüttern will, worin ich für einen freiberuflichen Übersetzer überhaupt keinen Sinn sehe, wenn er nicht noch fünf verschiedene andere Einkünfte oder Riesenimmobilien mit Abschreibungsmodellen hat (wohl eher unwahrscheinlich

)

Der "Kleinunternehmer" bezieht sich NUR auf die USt-Regelung, durch deren Anwendung man eher Liquiditätseinbußen hat, als Vorteile, wenn man das ganze hauptberuflich betreibt.

Kommt mal weg von Eurem "Klein" und "Nicht-Klein". Es ist eben nicht so, dass "klein" in diesem Sinne auch "vorteilhaft" oder "Einsparung" bedeutet, was die meisten wohl damit assoziieren. Das Gegenteil ist der Fall.

Übrigens sehr gut ausgeführt in dem Wiki-Eintrag von Joachim (s.u.).


Außerdem sparst Du die monatlichen Buchhaltungskosten bzw. Kosten für die Erstellung der Umsatzsteuervoranmeldungen und die Umsatzsteuererklärung (falls Du ansonsten alles beim Steuerberater machen lassen würdest).


Was für "Buchhaltungskosten"?

Das kann man alles selbst machen.

QUICKBOOKS gekauft für EUR 130. Ein bisschen damit gespielt, dann kann man es - fertig.

Und mal ganz ehrlich: welchen Sinn sollte es machen, das ganze zu betreiben für EUR 17 500 BRUTTO pro Jahr?

Für einen Nebenverdienst ist es aber sicher eine annehmebare Lösung.

[Edited at 2007-05-22 09:36]


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Olga Dmitrieva  Identity Verified
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Danke Joachim May 22, 2007

In Deinem Artikel steht fast am Ende folgendes:

Der Supergau ergibt sich für den kleinunternehmenden Freiberufler, wenn er einmal einen Auftrag weitergibt: Der ausführende Übersetzer, der kein Kleinunternehmer ist, muss ihm Mehrwertsteuer in Rechnung stellen und abführen, die dieser aber seinem Endkunden nicht ausweisen kann.


Man könnte dieses Problem lösen, indem man den Auftrag ins Ausland vergeben würde, oder? Ist es möglich, so etwas zu machen, ohne dass das FA meckert? (rhetorische Frage, ich weiss)

Bin im Moment (noch) Kleinunternehmer, aber mein Auftraggeber zwingt mich dazu, einen zweiten Übersetzer zu suchen, der mir bei größeren Aufträgen helfen soll, wobei die ganze Kommunikation über mich stattfinden soll - d.h. der Auftraggeber möchte nur Rechnungen von mir haben.


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xxxPielm
Local time: 22:07
zzz Other zzz
Falsch May 22, 2007

Zitat aus dem Link:

"Er bezahlt zwar die enthaltene Umsatzsteuer, bekommt aber keine Vorsteuer zurück, da der Kleinunternehmer sie nicht ausweisen kann.

Daraus folgt Regel 1: Die Kleinunternehmerregel führt für Privatkunden grundsätzlich zu einem finanziellen Vorteil, für Kunden, die Unternehmer sind, zu einem Nachteil. ..."

Ende Zitat

Das ist definitiv nicht richtig. Die Kalkulation bzw. die Rechnung des Kleinunternehmers enthält KEINE Umsatzsteuer.

Beispiel. Ich verlange als Dienstleister einen Stundenlohn von 20 EUR. Als Kleinunternehmer stelle ich genau diesen Stundenlohn in Rechnung. Wenn ich mich gegen die Kleinunternehmereigenschaft entscheide, also zur Umsatzsteuer optiere, dann verlange ich 20,00 EUR netto zuzüglich!!! 19 % USt, damit mir meine 20,00 EUR Stundenlohn bleiben. Ein Kunde würde auch einem Kleinunternehmer nicht den gleichen Stundenlohn zahlen, wie er einem Nicht-Kleinunternehmer als Bruttostundenlohn zahlen würde. Normalerweise ist bzw. sollte der vereinbarte Stundenlohn zwischen Unternehmen ein Nettolohn (sein). Die Umsatzsteuer ist schlichtweg ein "Durchlaufposten".

Viele Grüße
Elke


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Steffen Pollex  Identity Verified
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Ich denke hier ist was anderes gemeint May 22, 2007

Pielm wrote:

Zitat aus dem Link:

"Er bezahlt zwar die enthaltene Umsatzsteuer, bekommt aber keine Vorsteuer zurück, da der Kleinunternehmer sie nicht ausweisen kann.

Daraus folgt Regel 1: Die Kleinunternehmerregel führt für Privatkunden grundsätzlich zu einem finanziellen Vorteil, für Kunden, die Unternehmer sind, zu einem Nachteil. ..."

Ende Zitat

Das ist definitiv nicht richtig. Die Kalkulation bzw. die Rechnung des Kleinunternehmers enthält KEINE Umsatzsteuer.


Er bezahlt die in allen seinen Betriebsausgaben enthaltene Umsatzsteuer.

Da er aber keine Rechnung mit USt ausstellen darf, bekommt er keine Vorsteuer zurück.

Was anderes kann gar nicht gemeint sein, da der Auftragswert selbst - wie richtig angemerkt - ja gar keine Umsatzsteuer enthält.


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