Korrektur lesen
Thread poster: Uwe Kirmse

Uwe Kirmse  Identity Verified
Local time: 18:05
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Jan 31, 2003

Liebe Kollegen,



vielleicht ist mein Problem für die meisten von euch lächerlich, aber für mich ist es ein Problem. Bisher habe ich Korrekturlesen stets abgelehnt, weil der Aufwand normalerweise größer war als bei Übersetzungen, d.h. Kunden haben sich beim billigsten Übersetzer (z.B. ihrer zwei Sprachen beherrschenden Putzfrau) etwas \"übersetzen\" lassen und es dann zur \"Korrektur\" gebracht, um Geld zu sparen.



Jetzt habe ich aber von einem guten und seriösen Kunden etwas zur Korrektur bekommen, was ich schlecht ablehnen konnte. Es ist auch ganz ordentlich übersetzt, eine Seite habe ich mal durchgerechnet, es müssen nur ca. 23 % geändert werden.



Und jetzt meine Frage: Wie viel berechnet man dafür? Ich verlange ja nicht, dass ihr mir eure Sätze verratet, aber vielleicht kann es mir jemand in Prozent des Preises für die Übersetzung sagen? Ich wäre euch jedenfalls sehr dankbar.



Beste Grüße

Uwe


[ This Message was edited by:on2003-01-31 09:57]


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xxxMarc P  Identity Verified
Local time: 18:05
German to English
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Lektorierung Jan 31, 2003

Ich benutze für den Vorgang den \"richtigen\" Begriff - nimm\'s mir bitte nicht übel.



Nun zur Antwort:



Üblich ist die Abrechnung pro Stunde.



Es gibt auch Kollegen, die eine Gebühr pro korrigierte Zeile erheben.



Ich rechne die Arbeit auf Zeilenbasis ab, und zwar so: 50% meines entsprechenden Honorars (als hätte ich den Text selbst übersetzt), wenn ich mit dem Ausgangstext vergleiche; 25%, wenn ich den Endtext nur für sich durchlese. Letzteres kommt vor allem dann vor, wenn ein Text von einem Nicht-Muttersprachler verfasst wurde, dann gibt\'s natürlich keinen Ausgangstext.



Das gilt selbstverständlich nur für Texte, die ordentlich übersetzt wurden. Meistens handelt es sich bei mir um Texte NL > EN, die von Übersetztern mit Muttersprache Niederländisch übersetzt wurden. Diese sind meistens gut übersetzt, es fehlt ihnen aber der letzte stilistische Schliff. Da ich ein starker Gegner der Übersetzung in die Fremdsprache bin, erscheint das mir eine optimale Lösung.



Ich bin mit diesen Sätzen bisher ganz gut gefahren, aber man könnte sie natürlich anpassen. Die Ungewisseheiten, die mit Arbeit auf Stundenbasis verbunden sind, werden so vermieden, was ich dem Kunden gegenüber als Vorteil präsentiere.



Marc



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Alison Schwitzgebel
France
Local time: 18:05
Member (2002)
German to English
+ ...
Hi Uwe! Jan 31, 2003

Korrekturlesen, redigieren, PowerPoint, Excel, usw. rechne ich per Stunde ab. Da muß aber ein echtes Vertrauensverhältnis mit dem Kunden schon vorhanden sein, damit er am Ende des Projektes sich nicht weigert, den Betrag zu Zahlen mit einem \"Wie? Sie haben WIE lange für das Korrekturlesen benötigt - daß glaube ich aber nicht\" und nur die Hälfte bezahlt......



Grüße aus dem weißen Mittelrheintal!



Alison


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Guenther Danzer  Identity Verified
Local time: 18:05
English to German
+ ...
Wenn es ein "guter" Kunde ist... Jan 31, 2003

rede mit ihm. Sag ihm, bei Durchsicht hättest Du festgestellt, dass etwa xx% korrigiert werden müssten. Also verlangst Du xx% von Deiner normalen Rate, die er ja kennt.



Beim nächsten Mal wird er sich dann evtl. überlegen, ob er nicht gleich bei Dir übersetzen lässt (natürlich nur dann, wenn der Übersetzerkollege nicht extrem billig (äh preiswert) war).



Wenn nicht so, dann gib ihm Deinen Stundensatz an und sage ihm, wie lange es dauern wird.



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Martina Keskintepe  Identity Verified
Malta
Local time: 18:05
Member (2002)
English to German
+ ...
Vorher genau mit dem Kunden vereinbaren! Jan 31, 2003

Ich habe gerade einen Vertrag unterschrieben, bei dem auch per Stunde bezahlt wird. Allerdings wird vorausgesetzt, dass pro Stunde 1000 Wörter geprüft werden.

Es wird also nichts dem Zufall überlassen


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Klaus Herrmann  Identity Verified
Germany
Local time: 18:05
Member (2002)
English to German
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23% Änderungen ist ordentlich??? Jan 31, 2003

Mein Standard-Satz für Korrektur lesen beträgt 20% des Wortpreises für Übersetzungen. Stundensätze wende ich sehr ungerne an - außer, wie Alison bereits schrieb, bei langjährigen Kunden, wo auf beiden Seiten ein solides Vertrauen in die Geschäftsbeziehung besteht. Stundensätze wende ich zum Beispiel an, wenn ein langjähriger Kunde eine Bedienungsanleitung für ein OEM-Produkt vom Originalhersteller auf seinen Firmennamen umarbeiten muss.



Interessanterweise teile ich Deine Erwartung (Putzfrau+Korrektur = billiger Weg, an vernünftige Übersetzung zu gelangen), habe aber bisher andere Erfahrungen gemacht. Das mag aber auch daran liege, dass auch meine Korrekturlesepreise realistische, keine Dumpingpreise sind.



Allerdings finde ich 23% Änderungen schon hart an der Grenze dessen, was ich noch als Korrektur empfinde.



[ This Message was edited by:on2003-01-31 11:10]


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Andy Lemminger  Identity Verified
Canada
Local time: 10:05
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English to German
Nach Zeit Jan 31, 2003

Ja, grundsätzlich nach Zeit abrechnen, da man sonst meist böse Überraschungen erlebt. Ich melde mich meist nach den ersten Seiten bei dem Kunden und teile ihm mit, wie lange ich ungefähr brauchen werde (entsprechend der Seitenzahl hochgerechnet). So hält sich die Überraschung in Grenzen und der Kunde kann sich immer noch umentscheiden, wenn er meint, dass sich der Aufwand nicht lohnt



Gruß

Andreas


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Steffen Walter  Identity Verified
Germany
Local time: 18:05
Member (2002)
English to German
+ ...
Ebenfalls Stundensatz Jan 31, 2003

Hallo Uwe,



ich habe gerade auch einen solchen Auftrag angenommen von einem mir seit Jahren bekannten, zuverlässigen Direktkunden, zu dem ich ein sehr gutes Verhältnis habe.



In diesem Fall sind mir Hintergrund und Teile des Textes schon bekannt, so dass ich nach kurzer Textdurchsicht einen Stundensatz mit grober Schätzung des Zeitaufwandes (zwischen ... und ... Std.) angeboten habe, der auch so akzeptiert wurde.



Gruß

Steffen

[ This Message was edited by:on2003-01-31 15:03]


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RWSTranslation
Germany
Local time: 18:05
Member (2007)
German to English
+ ...
Abrechnung Korrektur Jan 31, 2003

Hallo,



die z.T. vorgeschlagene Lösung bei 23 % Korrekturen auch 23 % des üblichen Honorars zu verlangen ist nach meiner Ansicht nicht korrekt. Es wird dabei unterschlagen, daß man ja den gesamten Text lesen muss um diese 23 % erstmal zu finden.



Wir gehen üblicherweise so vor, daß wir eine Ersteinschützung der Übersetzung durchführen.

Dabei schätzen wir den Bearbeitungsaufwand aufgrund der vorhandenen Übersetzung (ggf. stichprobenhafte Kurzprüfung) und den gestellten Anforderungen (Nur im Zieltext oder im Vergleich zum Quelltext) im Vergleich zu einer Neuübersetzung ab.



Oft stellt sich bei schlechten Übersetzungen dann heraus, daß der Korrekturaufwand dem einer Neuübersetzung entspricht. In diesen Fällen empfehlen wir den Kunden dann auch die Neuübersetzung, da oftmals die Qualität einer Überarbeitung nicht an die einer guten Neuübersetzung heranreicht. Dem Kunden geben wir dann oft aus \"Beziehungsgründen\" einen kleinen Rabatt auf die Neuübersetzung.



Bei Stammkunden wo häufiger Texte zu korrigieren sind (vn Nicht-Muttersprachlern verfasst) haben wir fast immer die Abrechnung über Stunden.



Viele Grüße



Hans


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OlafK
United Kingdom
Local time: 17:05
English to German
+ ...
Ich rechne auch nach Stunden ab... Jan 31, 2003

und finde 23% eine ganze Menge, habe aber auch schon Schlimmeres erlebt. Wenn sich absehen lässt, dass es länger dauern wird, sage ich dem Kunden Bescheid. Oft ist der sich aber bewusst, dass die Übersetzung nicht so toll war, und mault deshalb auch nicht.

Grüße aus dem ebenfalls verschneiten London.


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Yngve Roennike  Identity Verified
Local time: 12:05
Swedish to English
+ ...
Eine Scheinwahl? Jan 31, 2003

Nur ein kurzer Kommentar. Darauf hat man meistens nur wenig Einfluß, wenn überhaupt, besonders wenn der Auftrag von einer Agentur kommt, was ja fasst immer der Fall ist. Die Stundenzahl kann man nicht selber festsetzen, das erlauben nur wenige Büros. Am besten 1/3 des normalen Zeilen- oder pro-Wort-Tariffs verwenden, wenn\'s geht, aber noch besser die Finger überhaupt von solchen Aufträgen weg!

[ This Message was edited by:on2003-01-31 16:31]


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Uwe Kirmse  Identity Verified
Local time: 18:05
Polish to German
+ ...
TOPIC STARTER
Vielen Dank! Jan 31, 2003

Liebe Kolleginnen und Kollegen!



Vielen Dank für die vielen Antworten. Meistens halte ich es mit Yngve (Finger weg) bzw. mit Hans (Neuübersetzung anbieten). Das ist ein bisschen ein Sonderfall, dessen Nuancen ich hier gar nicht erklären kann und will, jedenfalls muss ich es machen. Da ihr euch alle viel Mühe gegeben habt, mir weiter zu helfen, will ich auch wenigstens mitteilen, wozu ich mich entschieden habe und zwar dazu, die Hälfte des üblichen Zeilenpreises zu berechnen. Einerseits finde ich, man kann das dem Kunden gut erklären, wenn er die Vielzahl der korrigierten Stellen sieht, andererseits komme ich auf meine Kosten und habe die Hoffnung, der Übersetzer war nicht so billig, dass es sich für die Zukunft generell so rechnet



Übrigens, Klaus: 23 % ist das beste, was mir bisher an \"Übersetzungen zur Korrektur\" über den Weg gelaufen ist.


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Uwe Kirmse  Identity Verified
Local time: 18:05
Polish to German
+ ...
TOPIC STARTER
London Jan 31, 2003

Quote:


On 2003-01-31 14:44, OlafK wrote:

...Grüße aus dem ebenfalls verschneiten London.

Hi Olaf! Grüße von der Oder ins verschneite London, wo ich morgen früh um 7 Uhr lande! Jetzt weiß ich wenigstens, was ich anziehen muss



Das war nichts mit 7 Uhr in London landen. Die haben den Fleit einfach gekanzelt! Gruß an alle aus Frankfurt an der Oder, wo die Sonne scheint!

[ This Message was edited by:on2003-02-01 14:57]

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OlafK
United Kingdom
Local time: 17:05
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+ ...
Na, dann gute Reise! Feb 1, 2003

Hier liegt alles brach!

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TTilch  Identity Verified
Local time: 18:05
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+ ...
Abrechnung Korrekturlesen Mar 3, 2003

Hallo,



bei einer ordentlichen Übersetzung kann man im Schnitt 1.000 Wörter pro Stunde Korrektur lesen, d. h. du solltest dir einen Preis pro 1.000 Wörter überlegen oder aber nach Stunden abrechnen. Ich finde einen Preis pro 1.000 Wörter an und für sich jedoch fairer, weil damit auch der Auftraggeber im Voraus die Kosten abschätzen kann.



Viele Grüße



Tanja



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