Gibt es einen Unterschied zwischen CV und resume ?
Thread poster: Katrin Lueke

Katrin Lueke  Identity Verified
Germany
Local time: 18:15
Member (2006)
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Oct 28, 2005

Guten Morgen !
Bei vielen Übersetzungsagenturen kann man sich ja online bewerben, und die meisten möchten, dass man ihnen seinen CV schickt. Bei manchen steht aber auch "resume". Ist das das Gleiche, oder gibt es da einen Unterschied ? Und wenn ja, worin besteht er ?
Und wo ich schon mal dabei bin: darf ich euch auch fragen, was man in so einen CV eigentlich alles reinschreibt ? Macht man alle Angaben wie in einem "üblichen" Lebenslauf, also z.B. Geburtsdatum, Besuch der Grundschule von ... bis, Besuch der weiterführenden Schule usw. oder beschränkt man sich eher auf die Sachen, die für die Übersetzertätigkeit von Bedeutung sind, also z.B. Abitur mit Englisch und Deutsch als Leistungskursen, Germanistikstudium usw.
Gehören in so einen CV auch Referenzen, Wort- bzw. Zeilenpreise und Angaben darüber, welche Software (CAT-Tools) man benutzt ?
Entschuldigt, dass ich euch "alte Hasen" mit so banalen Fragen behellige, aber ich habe in diesem Bereich leider noch nicht viel Erfahrung.

Herzlichen Dank !


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Jalapeno
Local time: 18:15
English to German
AE - BE Oct 28, 2005

Hallo,

ich meine, mich düster erinnern zu können, dass resume eher American English ist, CV eher British English.

Vielleicht kann das jemand bestätigen...


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Aniello Scognamiglio  Identity Verified
Germany
Local time: 18:15
English to German
+ ...
Klare Antwort mit Gegenfrage Oct 28, 2005

Hallo Katrin,

bist du Unternehmerin oder suchst du eine Stelle?
Fragst du Anwälte, Ärzte, Architekten usw. nach ihrem CV/resume (kein Unterschiede übrigens!)??? Hat dich jemals das Geburtsdatum deines Anwaltes interessiert?
Es wird höchste Zeit, dass freiberufliche Sprachexperten endlich die Denkweise eines Angestellten aufgeben und anfangen, wie Unternehmer zu denken und zu handeln und sich entsprechend zu verhalten. Das würde dem Image dieses Berufsstandes soooooooo gut tun!
Wie wäre es mit einem Firmenprofil, einer Broschüre?
Wenn ich wissen will, was einer kann, bekommt er einen "kleinen", überschaubaren Auftrag. Dann weiß ich mit relativ wenig Aufwand, was sie/er drauf hat.
Zum Thema CV gab es einen interessanten Gedankenaustausch:

http://www.proz.com/topic/23282

Viele Grüße, Aniello

[Edited at 2005-10-28 17:02]


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Michaela Müller
Germany
Local time: 18:15
English to German
+ ...
Nur Bezeichnung ist anders Oct 28, 2005

Hallo Katrin,

der Unterschied ist hier nur sprachlicher Natur. "CV" wird im Britischen verwendet und ist international bekannter, würde ich sagen, während "resume" m.E. ausschließlich von amerikanischen Firmen verwendet wird. Achte mal darauf, woher die Firmen jeweils kommen, die einen CV oder resume von dir haben möchten.

So ein alter Hase bin ich leider noch nicht, aber vielleicht kann ich trotzdem etwas helfen.
Ich persönlich habe besonders am Anfang lange gebraucht, um einen Lebenslauf/Profil zusammenzustellen, der/das mir wirklich gefiel. Bis vor einer Weile habe ich generell jede Woche etwas im Profil ergänzt, geändert, hinzugefügt usw. Jetzt aktualisiere ich ab und zu mein Profil (so nenne ich das, weil ich mich ja nicht im herkömmlichen Sinne bewerben, sondern meine Leistungen und Person vorstellen will), indem ich z.B. die Angabe von Softwareversionen ändere, neue Projekte hinzufüge, meine Preisangaben ändereusw.

Mein Profil habe ich nicht so ausführlich wie einen herkömmlichen Lebenslauf gestaltet (keine Schulen genannt), aber auch in versch. Bereiche untergliedert.
- Kontaktinfos
- Erfahrung als Übersetzer (oder relevante Erfahrungen im sprachlichen Bereich)/ Berufserfahrung
- Ausbildung (ganz am Anfang habe ich diesen Bereich zuerst aufgeführt, da die Erfahrungen noch nicht so zahlreich waren)
- Weiterbildung
- Dienstleistungen
- Sprachen
- Fachgebiete
- abgeschlossene Projekte (Übersetzungen mit Sprachpaar, Wortzahl und Fachgebiet oder Textart)
- Preise, aufgeschlüsselt nach Dienstleistung
- Circa-Output pro Tag
- PC-Erfahrung und Ausstattung (relevante Software, Hardware, Bücher etc.)

Das war nur eine kleine Anregung - wenn du etwas auf ProZ.com stöberst, dann kannst du sehen, daß viele Kollegen ihren CV zum Download bereitgestellt haben. Da kannst du sehen, daß einige den sehr ausführlichen Weg wählen (Kinderzahl angeben, Familienstand, Grundschulen etc.) und andere sich auf das Wichtigste (=das, was für eine Agentur interessant ist) beschränken.

Viele Grüße,

Michaela


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Peter Bouillon  Identity Verified
Germany
Local time: 18:15
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+ ...
Information über das Business, eben Oct 28, 2005

Katrin Lueke wrote:
Bei vielen Übersetzungsagenturen kann man sich ja online bewerben, und die meisten möchten, dass man ihnen seinen CV schickt. Bei manchen steht aber auch "resume".


Ich persönlich gehe dann immer davon aus, dass diese Firmen eben Informationen über meine Sprachmittlertätigkeit geschickt bekommen haben wollen. Also schicke ich, unabhängig von der konkreten Bezeichnung, eine entsprechende Kurzpräsentation. Bis jetzt ist noch keiner gekommen und hat gesagt: "Ich hätte aber was anderes erwartet..."; es kommt aber vor, dass man als Antwort einen langgezogenen Fragebogen bekommt.

Wie immer Du Deine versendeten Beilagen nennst: sie müssen für den Sprachendienst nützlich sein, und er muss daraus erkennen können, warum er Dir als Übersetzerin trauen soll.

Also kann bzw. sollte man zum Beispiel aufführen:

  • Name, Kontaktdaten (vor allem E-Mail)
  • angebotene Dienstleistungen: Übersetzen, Korrekturlesen, Dolmetschen usw.
  • Sprachkombinationen (Französisch->Albanisch usw.)
  • Muttersprache
  • Kundenbranchen (z.B. Schulungsunternehmen, Automobilindustrie)
  • Softwareausstattung
  • Mitgliedschaften (z.B. ADÜ-Nord)
  • Abschlüsse und Diplome
  • wichtige Lebensstationen, wenn sie Deine Kompetenz unterstreichen

Wenn Du also der Meinung bist, Deine Grundschulzeit hätte Dein Übersetzerbusiness durchgreifend geprägt, dann führ sie auf, keiner wird Dich dafür erschlagen. Vermutlich sind längere Auslandsaufenthalte aber für den Sprachendienst interessanter. Oder, wenn Du medizinisch übersetzt, der Hinweis auf einen Augenarzt als Ehemann, der alle Deine Übersetzungen auf inhaltliche und sprachliche Richtigkeit gegenliest.

P.

PS. Preise solltest Du in Deinen Präsentationen lieber nicht nennen; wer weiss nach wievielen Jahrzehnten Deine uralten Präsentationen plötzlich auftauchen und Teil der Verhandlung werden. Lieber die Preise im Anschreiben aufführen und von vorneherein zeitlich begrenzen: "In diesem Jahr berechne ich für..." oder so.


[Edited at 2005-10-28 19:30]


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Heinrich Pesch  Identity Verified
Finland
Local time: 19:15
Member (2003)
Finnish to German
+ ...
Mehr eine Formalität Oct 29, 2005

Ich glaube nicht, dass diese CVs von ihrgend jemand gelesen werden.
Aber es ist bequemer, so ein CV als pdf zu schicken als ellenlange online-Formulare auszufüllen.
Übrigens habe ich eine Theorie, die sich auf meinen Erfahrungen gründet:
Je mehr eine Agentur von mir wissen will, desto geringer sind die Chancen, von dort Aufträge zu bekommen. Die besten Kunden rufen einmal an und danach läuft alles per Epost. Von den Agenturen mit komplizierten Anmeldeformularen hört man meist nur dann, nachdem sie ein noch komplizierteres Formular einwickelt haben und von einem noch mehr Angaben haben wollen.
Gruß
Heinrich


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Marinus Vesseur  Identity Verified
Canada
Local time: 09:15
English to Dutch
+ ...
Jäger und Sammler Oct 29, 2005

Heinrich Pesch wrote:
Je mehr eine Agentur von mir wissen will, desto geringer sind die Chancen, von dort Aufträge zu bekommen.
Heinrich

Ja, jetzt wo du es sagst! Vielleicht sind die so wie ich mit meinen Wörterbüchern: brauchen tu ich die meisten zwar nicht, aber meine Sammlung beruhigt mich doch ungemein.


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Peter Bouillon  Identity Verified
Germany
Local time: 18:15
French to German
+ ...
Einerseits ist da was dran, aber andererseits... Oct 30, 2005

Heinrich Pesch wrote:
Von den Agenturen mit komplizierten Anmeldeformularen hört man meist nur dann, nachdem sie ein noch komplizierteres Formular entwickelt haben und von einem noch mehr Angaben haben wollen.


Einerseits könnte da was dran sein, aber andererseits wundert mich das doch.

Das Geheimnis erfolgreicher Übersetzungsagenturen ist meines Wissens, ihre Aufträge tatsächlich übersetzen zu lassen, so dass sie Geld verdienen. Wenn diese Agenturen also immer nur Fragebögen einsammeln und nie Aufträge vergeben - wovon leben die dann?

P.

[Edited at 2005-10-30 08:44]


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Niina Lahokoski  Identity Verified
Finland
Local time: 19:15
Member (2008)
English to Finnish
+ ...
Komisch, oder? Oct 30, 2005

Heinrich Pesch wrote:
Übrigens habe ich eine Theorie, die sich auf meinen Erfahrungen gründet:
Je mehr eine Agentur von mir wissen will, desto geringer sind die Chancen, von dort Aufträge zu bekommen. Die besten Kunden rufen einmal an und danach läuft alles per Epost.
Heinrich


Ja, wenn ich daran denke, sind alle meine regelmässige Kunden diejenigen, die mir einfach einen Job gegeben haben, ohne Formuläre oder "Test Translations".


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eva75
English
+ ...
Resumé - Vereinigten Staaten Oct 30, 2005

Resumé ist nur in den Vereinigten Staaten verwendet. Es ist so ein hässlicher Wort, finde ich.

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Michael Lücke
Local time: 18:15
English to German
Na ja Oct 31, 2005

eva75 wrote:

Resumé ist nur in den Vereinigten Staaten verwendet. Es ist so ein hässlicher Wort, finde ich.


Ich finde ja, dass "curriculum vitae" an Hässlichkeit kaum zu überbieten ist...


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Peter Bouillon  Identity Verified
Germany
Local time: 18:15
French to German
+ ...
Echt? Oct 31, 2005

Michael Harlander wrote:
Ich finde ja, dass "curriculum vitae" an Hässlichkeit kaum zu überbieten ist...


Echt? Du lässt einen ehemaligen Latein-Leistungskursler erschaudern

P.


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